Sonderveröffentlichung

Bauen & Wohnen

Alles können und dürfen

Wohntrends 2018: Authentisches Wohnen mit bewusster Einrichtung

Auch 2018 hält der Trend zur Individualität in den eigenen vier Wänden an. Alles kann und darf kombiniert werden. Foto: far.design
Auch 2018 hält der Trend zur Individualität in den eigenen vier Wänden an. Alles kann und darf kombiniert werden. Foto: far.design
Slow Living ist im Trend: Jeder einzelne Mensch richtet sich bewusst und authentisch in einer individuellen Mischung ein. Das Motto: „Jeder soll sich so einrichten, wie er will.“

Der Fortschritt von Produktionstechniken hat eine Vielzahl an Möglichkeiten hervorgebracht – zum Beispiel ist sogar ein normales Sofa aus einer Serie heute längst ein einzigartiges, auf individuelle Bedürfnisse abgestimmtes Produkt mit einer Vielzahl von Optionen zu Sitztiefen und -anzahl, Rückenhöhe und Stoffen, Reihung und Accessoires. Kein Stück ist wie das andere.

Ergänzt wird das von einem Trend zu Einzigartigkeit, den viele zu Hause ausleben. Dazu gehört, dass man selbst Möbel baut oder neben neue Möbel auch Erbstücke stellt. Das Rezept der perfekten Einrichtung scheint also zu lauten: Tradition, viel Wärme und eine große Portion Ich. Und was ist mit den Komplettangeboten – etwa einer ganzen Schlafzimmer-Ausstattung? Geht das verloren? „Nein, auf gar keinen Fall“, lautet die Prognose von Gabriela Kaiser. „Die Individualität hat uns vor ein Problem gestellt“, sagt die Trendanalystin. „Es gibt Menschen, die können viele verschiedene Einzelstücke ganz toll und stilvoll zusammenstellen. Aber viele haben auch kein Händchen dafür. Sie sind überfordert damit, dass im Grunde zwar dank der Individualität alles möglich ist, aber das dann bitte auch gekonnt aussehen muss.“

Dafür haben die Einrichter eine Lösung: Sie bieten Einrichtungen für ganze Zimmer aus verschiedenen Materialien und Stilen an. Scheinbare Einzelstücke sind von Profis perfekt kombiniert worden.

Verbraucher haben heutzutage so viele Entscheidungen zu treffen. „Schauen Sie doch mal, wie viele Wahlmöglichkeiten es beim Kaffee gibt“, nennt Kaiser ein Beispiel. „Dazu fehlt den meisten Menschen grundsätzlich die Vorstellungskraft, wie ein Möbelstück zum anderen passt.“ Aber einfach mal zu machen, trauen sich die wenigsten.

„Es will ja auch kaum einer als ein Paradiesvogel gelten.“ Ein Dilemma.

Diese Entwicklung, dass die ureigenen Vorstellungen in den Wohnräumen umgesetzt werden sollen, treibt die Branche an. Die Bandbreite der Variationsmöglichkeiten eines Produktes nimmt zu. Und die Firmen werfen von bestehenden Möbelserien Erweiterungen auf den Markt. Die Losung scheint zu sein: Dem Kunden ganz viel Auswahl bieten. (dpa)