Sonderveröffentlichung

Schützenfest des Schützenvereins Alt und Jung
Schützenfest an Pfingsten: Vereinsgeschichte des Alt und Jung der Stadt Ochtrup e.V.

Vereinsgeschichte: Alt und Jung musste seine Festfeiern um 24 Uhr beenden

Montag, 14.05.2018, 07:56 Uhr

Der Festvorstand des Schützenvereins Alt und Jung präsentiert den Holzvogel, auf den am Pfingstsamstag geschossen wird. Foto: Alt und Jung
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Der Schützenverein „Alt und Jung der Stadt Ochtrup e.V.“ ist am 30. April 1922 aus dem Zusammenschluss des „Allgemeinen Bürgerschützenvereines“ und des „Junggesellen-Schützenvereins“ hervorgegangen. Der Ursprung des „Allgemeinen Schützenvereines“ kann aufgrund vorliegender Schriftstücke nachweislich bis in das Jahr 1880 zurückverfolgt werden, während die Chronik den „Junggesellen-Schützenverein“ im Jahre 1910 erstmalig benennt.

Unabhängig hiervon reicht nach Überlieferung der Ursprung des „Allgemeinen Schützenvereines“ sicherlich bis in das 16. Jahrhundert zurück, waren doch im Zusammenhang mit dem seinerzeitigen Festungsbau in den Jahren 1593/94 die Festungsbewohner abwechselnd mit den Anwohnern von „Horst und Wall“ gehalten, auf den Wällen Wache zu halten.

Die Anzahl der Schützenfeste stieg zu Beginn des 19. Jahrhunderts ständig, sodass der Vorstand des „Allgemeinen Bürgerschützenvereins“ mit Schreiben vom 3. Juli 1897 ein Gesuch an die Königliche Regierung zu Münster richtete, bei einem zweitägigen Fest die Feierlichkeiten bis morgens 2 Uhr zu gestatten unter der Voraussetzung, dass auf die vielen kleineren Schützenfeste verzichtet und stattdessen etwa im Abstand von zwei bis drei Jahren ein allgemeines Schützenfest gefeiert wird.
Hoch zu Ross sitzen die Befehlsgeber. Foto: Maximilian Stascheit
Hoch zu Ross sitzen die Befehlsgeber. Foto: Maximilian Stascheit
Der Vereinsgeschichte ist zu entnehmen, dass es hinsichtlich der Abhaltung des Schützenfestes an den Pfingsttagen mit dem damaligen Amt Ochtrup Schwierigkeiten gegeben hat. So war erst im Jahre 1913 der damalige Amtmann Wibberich nach Erteilung der Sondergenehmigung durch das damalige Königliche Landratsamt des Kreises Steinfurt bereit, seine zunächst verweigerte Genehmigung zu widerrufen. Diese war vom Amtmann damit begründet worden, dass „frühere vor Ort ergangene Verfügungen dem entgegenstehen, die bestimmen, dass die begehrte Erlaubnis zu einer zweitägigen Festfeier nur dann erteilt werden soll, wenn sämtliche hier bestehende Schützengesellschaften ihr Fest an demselben Tage feiern“. Allerdings durften sich diese genehmigten Festlichkeiten an beiden Pfingsttagen nicht über 24 Uhr erstrecken.

Der „Allgemeine Bürgerschützenverein“ gab sich am 7. Juli 1903 seine ersten, heute in der Chronik erfassten Statuten. Der Auflage mit den übrigen örtlichen Schützenvereinen gemeinsam ein zweitägiges Fest zu feiern, wurde bis zum Jahre 1909 nachgekommen. Am 13. April 1909 sprach sich die Versammlung des „Allgemeinen Bürgerschützenvereines“ in einem generellen Beschluss dafür aus, alljährlich ein Schützenfest zu feiern. Dieser Antrag wurde jedoch aufgrund vorliegender Grundsatzbeschlüsse durch den Amtmann abschlägig beschieden.

Gefeiert wurde zu dieser Zeit in der Gaststätte der Witwe Schepers an der Bentheimer Straße, nach dem Zusammenschluss beider Vereine zum Schützenverein „Alt und Jung der Stadt Ochtrup“ in den Räumlichkeiten des Wirtes Laink, Bergstraße, später bei den Schützenbrüdern Heinrich Viefhues im Saale Fischer-Viefhues und Hermann Hemsing (Jugendheim). Ab dem Jahre 1976 bis zum heutigen Tage finden die Feierlichkeiten im Festzelt auf dem Marktplatz statt.

Der Erste Weltkrieg unterbrach das Vereinsleben. Erst im Jahre 1922 fand die Feier eines Schützenfestes statt. König wurde Josef Post, der sich Elisabeth Ruhwinkel, Dränke, zu seiner Königin erkor. Anlässlich des Schützenfestes am Pfingstmontag 1925 konnte die Weihe einer neuen Fahne vorgenommen werden. Die Anschaffung einer neuen Fahne war notwendig geworden, weil die aus dem Jahr 1789 stammende alte Fahne geschont werden sollte.

Diese alte Fahne, die zwischenzeitlich verschollen war, wurde nunmehr im Jahre 1982 wieder aufgefunden und mit finanzieller Unterstützung des Westfälischen Museumsamtes beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster durch die Werkstatt Worch, Wolbeck, restauriert. Dank dem Entgegenkommen der Stadt Ochtrup wird diese Fahne zum Schützenfest 1984 den ihr gebührenden Platz im Foyer der Villa Winkel finden, wo sie für die Gesamtbevölkerung Ochtrups in einem Fahnenschrank präsentiert wird.

Die jetzige Fahne des Schützenvereins „Alt und Jung“ wurde im Jahre 1982 durch die Ordensschwestern des Klosters Varensell hergestellt und anlässlich des Schützenfestes 1982 in der St.-Lamberti-Pfarrkirche feierlich geweiht. Am 25. Juli 1928 wurde dem Schützenverein „Alt und Jung“ gemeinsam mit dem Schützenverein „Horst und Wall“ als den „älteren Schützenvereinen“ vom Amt Ochtrup das Vorrecht eingeräumt, Pfingsten sein Schützenfest feiern zu dürfen. (Aus „Schützen feiern Feste“, Verlagsbeilage Tageblatt Ochtrup Mai 1984)