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Designschule für Handwerker

HBZ bildet Gestalter aus

Auf Haus Kump können Handwerker ihre kreativen Potenziale in verschiedenen Weiterbildungen entfalten. Fotos: HBZ
Auf Haus Kump können Handwerker ihre kreativen Potenziale in verschiedenen Weiterbildungen entfalten. Fotos: HBZ
Von Anke Beimdiek 

Papierblumen und gestandene Handwerker? Wie passt das zusammen? Für die 52 neuen Studierenden des Lehrgangs „Gestalter im Handwerk“ auf Haus Kump ist die filigrane Bastelarbeit so etwas wie das Aufwärmprogramm. Constanze Unger hat die jungen Frauen und Männer zum Start ihrer Fortbildung mit dem alltäglichen und doch für Handwerker ungewöhnlichen Material experimentieren lassen.

„Spannend, wenn Tischler oder Steinmetze mit so einem Werkstoff arbeiten sollen“, sagt die Leiterin der Akademie für Gestaltung mit Blick in den Unterrichtsraum.
„Da müssen die Zimmermänner auch schon mal an die Nähmaschine.“

Constanze Unger, Leiterin der Akademie für Gestaltung
Die Studierenden, die aus unterschiedlichen Gewerken kommen, sollen sich bei dieser Fingerübung beschnuppern. Viele Tischler sind dabei, Raumausstatter, Mediengestalter, aber auch Metallbauer und eine Goldschmiedin.

In der Vergangenheit hat sogar schon ein Mechatroniker für Kältetechnik den Fortbildungsstudiengang absolviert, der allen handwerklichen und handwerksähnlichen Ausbildungsberufen offen steht. Die bunte Mischung in den Klassen sei ein großer Vorteil, sagt Constanze Unger. So könnten die Studierenden andere Gewerke aus einer neuen Perspektive kennenlernen.

Mit den fertigen Papierblumen schickt die Leiterin der Akademie für Gestaltung die jungen Handwerker anschließend nach draußen: Vor der malerischen Kulisse von Haus Kump sollen sie ihre Arbeiten für ein Foto möglichst gekonnt in Szene setzen.

Im Laufe des eineinhalbjährigen Lehrgangs kommen die Teilnehmer mit den unterschiedlichsten Werkstoffen von Metall bis Textil in Berührung und sollen ein gestalterisches Gefühl entwickeln. In den berufsübergreifenden Workshops erwarten so manchen Teilnehmer ungewohnte Aufgaben. „Da müssen die Zimmermänner auch schon mal an die Nähmaschine“, sagt Constanze Unger.

Im Unterricht geht es nicht bloß um reine Optik. „Gestaltung fängt zwar mit Formen und Farben an“, sagt Dozent Manfred Heilemann, „aber es geht auch um Funktion und Nutzung.“

Die Studierenden lernen, zu entwerfen, zu planen und zu präsentieren. Auf dem Stundenplan stehen unter anderem Kunst- und Kulturgeschichte, Fotografie, Entwurfsmethoden und Modellbau. Am Arbeitsmarkt sollen sie als Generalisten punkten können, die über den Tellerrand des eigenen Berufsstands hinausschauen.

Der Fortbildungsstudiengang „Designer (HWK)“, der darauf aufbaut, geht noch einen Schritt weiter. Die Teilnehmer lernen, auftragsorientierte Projekte zu gestalten und anspruchsvolle Aufträge zu übernehmen. Verstärkt wird auch die mediale Gestaltung in den Blick genommen. Die Abschlussarbeiten in der Akademie für Gestaltung bieten darauf einen Vorgeschmack.

Constanze Unger zeigt ein kleines Buch. Eine Raumgestalterin hat darin ihren Modellentwurf für die Einrichtung eines Cafés gefasst, der den Vergleich mit Innenarchitekten ganz sicher nicht scheuen muss. Das schicke Interieur wird inklusive detaillierter Kostenrechnung vorgestellt.

Drei Fortbildungsstudiengänge

Der Fortbildungsstudiengang „Gestalter im Handwerk“ dauert eineinhalb Jahre beziehungsweise drei Semester. Abitur oder Fachhochschulreife sind keine Voraussetzung, dafür aber eine handwerkliche Ausbildung.

Aufbauend auf diesen Studiengang können sich Handwerker in einer zweiten Stufe auch zum „Designer (HWK)“ ausbilden lassen. Die Fortbildung umfasst ebenfalls eineinhalb Jahre. Beide Fortbildungsstudiengänge, die in Vollzeit absolviert werden, können über das Aufstiegs-BAföG gefördert werden.

Wer zusätzlich zum „Designer (HWK)“ die Meisterprüfung im eigenen Gewerk absolviert, erreicht den kombinierten Abschluss „Meister + Designer (HWK)“.

In einigen europäischen Ländern wie England, Schweden und der Schweiz können die Absolventen zu einem Masterstudium zugelassen werden.

Im Fokus: Kita und Behindertenhilfe

Weiterbildungsangebote der FH Münster

Weit mehr als 100 Weiterbildungsangebote umfasst das Programm des Referats Weiterbildung am Fachbereich Sozialwesen der FH Münster für das kommende Jahr. Anmeldungen sind ab sofort möglich. 34 Einzelseminare, eine Weiterbildungsreihe und zwei Zertifikatskurse sind mit dem Hinweis „Neu“ versehen – so viele wie nie zuvor. „Innerhalb der neuen Angebote haben wir einen Fokus auf die Handlungsfelder Kita und Behindertenhilfe gelegt“, erklärt Mike Lenkenhoff vom Weiterbildungsreferat. Mit einem gänzlich neuen Format ist der „Lesezirkel für Leitungskräfte“ im Programm. Die Idee dahinter: Leitungskräfte aus Organisationen der Sozialen Arbeit vertiefen sich gemeinsam in Fachlektüre. In der ersten Veranstaltung geht es um die systemische Organisationstheorie. Zu den Angeboten gehören etwa die Weiterbildungen zu Methoden der Gesprächsführung, zu rechtlichen Fragen und Supervisionen.

Außerdem enthält das Programm zahlreiche Zertifikatskurse, etwa zum Kinderschutz und zur Krisenintervention. „Wichtig war uns, alle Angebote auf die aktuellen Herausforderungen anzupassen, mit denen sich Fachkräfte in den unterschiedlichen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit auseinandersetzen müssen“, so Lenkenhoff.

Anmeldungen sind ab sofort möglich. Weitere Informationen gibt es unter www.weiterbildungsozialwesen.de sowie bei Facebook unter www.facebook.com/weiterbildung.sozialwesen.

www.weiterbildung-sozialwesen.de

www.facebook.com/weiterbildung.sozialwesen

Handwerkskammer Bildungszentrum Münster