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Sonderveröffentlichung

Das ist Roxel

Die ersten Schritte ins Berufsleben

Auszubildende in Roxeler Betrieben erzählen von ihrer Lehre

Die beiden Auszubildenden der Tischlerei Hagemann: Benedikt Godek (links) und Babak Eskandarisaki. Foto: Tischlerei Hagemann
Die beiden Auszubildenden der Tischlerei Hagemann: Benedikt Godek (links) und Babak Eskandarisaki. Foto: Tischlerei Hagemann
Traditionell startet zum August das neue Ausbildungsjahr. Junge Menschen wagen erste Schritte ins Berufsleben, sammeln nach der doch eher theoretischen Schulzeit nun praktische Erfahrungen. Viele neue Eindrücke, unbekannte Abläufe und neue Kollegen erwarten sie. Die Schulbank muss nach wie vor gedrückt werden, in der Berufsschule lernen die Auszubildenden die theoretischen Grundlagen ihrer Berufe. Auch in Roxel bilden viele Betriebe aus. Sie sorgen dafür, dass die zukünftigen Fachkräfte den Beruf von der Pike auf lernen. Wir haben mit einigen Auszubildenden gesprochen, die uns ihre Eindrücke der ersten Arbeitswochen geschildert haben.

Benedikt Godek hat sich bewusst für einen handwerklichen Beruf entschieden: „Ich wollte gerne mit Holz arbeiten“, so der Auszubildende der Tischlerei Hagemann. Nach der Schulzeit lieber etwas Praktisches machen und nicht studieren, so der Plan des Abiturienten. „Ich wollte gerne selbst etwas produzieren. Etwas, das man in den Händen halten kann“, begründet er die Entscheidung für die dreijährige Ausbildung zum Tischler. Die ersten Wochen haben ihm gefallen – allerdings war es kein Sprung ins kalte Wasser, schließlich hatte er das Unternehmen während eines Praktikums bereits kennengelernt. „Alle Kollegen sind sehr nett und haben mich gut aufgenommen“, freut sich der 18-jährige Davensberger. Gespannt ist er auf die Zeit in der Berufsschule. „Ich bin gespannt, wie hoch die Anforderungen dort wohl sind“, so Benedikt Godek.

Die Auszubildenden von Heinze & Rincke: (hinten von links): Veikko Schöttler, Nils Kerkhoff, Andreas Stein, (vorne) Kevin Stein, Dennis Dos Santos, Marvin Winkelkötter. Foto : Hagedarn
Die Auszubildenden von Heinze & Rincke: (hinten von links): Veikko Schöttler, Nils Kerkhoff, Andreas Stein, (vorne) Kevin Stein, Dennis Dos Santos, Marvin Winkelkötter. Foto : Hagedarn
Babak Eskandarisaki hat bereits jahrelang mit Holz gearbeitet. In seiner Heimat Iran war der 39-Jährige Künstler. Seit zwei Jahren ist er nun als Flüchtling in Deutschland, seit einem Jahr wohnt er in Roxel.Warum er sich für eine Ausbildung zum Tischler entschieden hat? „Ich mag Holz, habe 20 Jahre damit gearbeitet“, begründet er. Nach einem zweimonatigen Praktikum bei der Tischlerei Hagemann startet er nun als Auszubildender. „Es macht mir Spaß. Die Kollegen sind sehr nett“, freut er sich. Ein wenig Sorgen macht er sich nur vor der Berufsschule. „Ich bin nervös wegen der Sprachkenntnisse“, sagt Babak Eskandarisaki, der einer von insgesamt sechs Auszubildenden der Roxeler Tischlerei ist: " Wie sehen es als unsere Aufgabe an, unseren Beruf weiterzugeben", erklärt Inhaberin Brigitta Hagemann. Traditionell werde dort ausgebildet, ergänzt sie.

Sieben Auszubildende erlernen bei der Firma Heinze & Rincke ihr Handwerk. Alle seien sehr motiviert, freut sich Lara Heinze. "Wir sind der Überzeugung dass das Handwerk nicht aussterben darf", begründet die Ausbildungsleiterin das jahrelange Engagement der Roxeler Firma, die im kommenden Jahr ihren 50. Geburtstag feiert. „Nur mit jungen motivierten Mitarbeitern kann unser Handwerk weiter bestehen. Deswegen setzen wir alles daran, den Auszubildenden eine abwechslungsreiche Ausbildung zu bieten“, ergänzt sie.

Beim Malerbetrieb Renne zeigt Meister Michael Kartier den Auszubildenden Manuela Hölscher, Marisa Möllers und Fijan Ahmed das Handwerk. Foto: Hagedorn
Beim Malerbetrieb Renne zeigt Meister Michael Kartier den Auszubildenden Manuela Hölscher, Marisa Möllers und Fijan Ahmed das Handwerk. Foto: Hagedorn
Von den Älteren lernen hat im Familienbetrieb Heinze & Rincke Tradition – in der Ausbildung oder bei Praktika. Über den zweiten Weg hat Veikko Schöttler zu seinem Beruf gefunden. „Bei den Praktika hat mir die Arbeit sehr gut gefallen“, erklärt der 20-jähhrige Auszubildende zum Anlagenmechaniker, weshalb er sich für eine Lehre entschieden hat. Nachdem er seine Lehre in Bayern startete, setzte er diese nach seinem Umzug nach NRW in Roxel fort. „Mir gefällt die Ab Wechchslung. Man macht nicht immer dasselbe“, freut er sich. Andreas Stein ist nun bereits im dritten Ausbildungsjahr. An seiner Arbeit gefalle ihm „eigentlich alles“, so der 22-jährige Münsteraner. Auch der jüngere Bruder von Andreas Stein, Kevin Stein, hat den Weg des Anlagenmechanikers gewählt.

Die Auszubildenden des Malerbetriebs Renne haben ihren Wunschbetrieb zumeist über ein Praktikum gefunden. „Es hat mir damals sehr gefallen“, erinnert sich Marisa Möllers an ihre ersten praktischen Erfahrungen in einem Betrieb in Billerbeck. Anschließend folgte die Bewerbung beim Roxeler Meisterbetrieb. Sie wurde zum Probearbeiten eingeladen und hat überzeugt. Mittlerweile ist die 17-Jährige im zweiten Ausbildungsjahr. Was sie an ihrer Ausbildung besonders mag? „Es gibt so viele verschiedene Arbeiten“, so die Billerbeckerin. Auch dass an unterschiedlichen Orten gearbeitet werde, mag sie an ihrem Beruf. Die Vielseitigkeit schätzt auch Manuela Hölscher. „Es ist einfach sehr abwechslungsreich. Ich finde das Handwerk schön“, so die 19-jährige Azubine aus Leer, die bereits im dritten Ausbildungsjahr ist – und ergänzt: „Es ist eine kreative Arbeit, man arbeitet viel mit Farben. Es ist nicht so einseitig.“ Fijan Ahmed hat in seiner Heimat Syrien bereits ein Jahr in dem Bereich gearbeitet. Nachdem der Neu-Roxeler ein Praktikum beim Malermeister Renne machte, das ihm sehr gut gefiel, entschied er sich für die Ausbildung. „Mir macht es Spaß, mit verschiedenen Farben zu arbeiten. Man kann so viele verschiedene Sachen damit machen“, freut er sich jeden Tag auf seine Arbeit. Der 29-Jährige hat seine Ausbildung nun erst gestartet und war auch erst einmal in der Berufsschule: „Der erste Tag hat mir aber gut gefallen“, sagt er. Meister Michael Kartier ist bestens zufrieden mit seinen Schützlingen. Ausbildung werde in dem Betrieb groß geschrieben: „Wir brauchen viele neue Fachkräfte. Geschultes Personal auszubilden ist wichtig“, weiß er. Es sei immer schwieriger, die Ausbildungsplätze zu besetzen, so seine Erfahrung. „Einigen Bewerbern fehlt es an Kreativität. Andere wollen sich nicht schmutzig machen“, fügt er hinzu. Deshalb ist Michael Kartier umso glücklicher über seine drei motivierten und engagierten Auszubildenden.

"Ich wollte gerne selbst etwas produzieren. Etwas, das man in den Händen halten kann."

Benedikt Godek
"Bei den Praktika hat mir die Arbeit sehr gut gefallen."

Veikko Schöttler
"Es ist einfach sehr abwechslungsreich. Ich finde das Handwerk schön."

Manuela Hölscher
"Wir sehen es als unsere Aufgabe an, unseren Beruf weiterzugeben."

Brigitta Hagemann