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Sonderveröffentlichung

Diagnose Schmerz

Erst ein Kribbeln

Karpaltunnelsyndrom: Die Beschwerden beginnen meist nachts

Schmerzen im Daumen sind ein typisches Symptom für das Karpaltunnelsnydrom. Foto: dpa/Karolin Krämer
Schmerzen im Daumen sind ein typisches Symptom für das Karpaltunnelsnydrom. Foto: dpa/Karolin Krämer
Die Beschwerden beginnen meist nachts: Kribbeln, eingeschlafene Hände, ein dumpfes Gefühl, Schmerzen. Man wacht davon mehrmals in der Nacht auf“, sagt Professor Veit Braun von der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie. „Irgendwann kommen die Beschwerden auch tagsüber – zum Beispiel beim Fahrrad- oder Autofahren.“ Die Diagnose lautet: Karpaltunnelsyndrom. Der Grund dafür liegt in einer Engstelle im Handgelenk. Der Karpaltunnel ist eine Art Durchgang zwischen den Handwurzelknochen an den Seiten und einem Band, das wie ein Deckel darüber liegt. Hindurch laufen Sehnen und ein Nerv – der Nervus medianus. „Das ist einer der Haupt-Handnerven. Er versorgt Daumen, Zeige- und Mittelfinger“, sagt Oliver Kastrup von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie aus Essen.

Wenn der Nerv unter Druck gerät, liegt das meistens daran, dass die Beugesehnen im Karpaltunnel angeschwollen sind. Als Ursache wird unter anderem eine Hormonumstellung angenommen – dafür spricht, dass etwa 70 Prozent der Betroffenen Frauen, vor allem jenseits der 50, sind. Auch ein gebrochenes Handgelenk kann dahinterstecken. Wenn die Beschwerden noch leicht sind, bekommen Betroffene erstmal eine Schiene für die Nacht. So lässt sich das Handgelenk nicht mehr abknicken. Auch eine Operation kommt infrage, vor allem, wenn die Finger bereits taub sind oder der Muskel sich zurückbildet hat. „Es ist auch eine Frage der Toleranz des Patienten“, sagt Professor Jörg van Schoonhoven, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Handchirurgie. Irgendwann kommt vielleicht ein Punkt, an dem er genug vom nächtlichen Aufwachen hat. Bei der OP wird das Band, das den Deckel des Karpaltunnels bildet, gespalten. „Dadurch verlängert es sich, und das entlastet den Nerv.“ (dpa)

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