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Fachkräfte sichern

Agentur für Arbeit unterstützt kleine Betriebe bei der Mitarbeiter-Qualifizierung

Arbeitnehmer qualifizieren: Das Förderprogramm „WeGebAU“ der Agentur für Arbeit unterstützt kleine Betriebe finanziell bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Foto: Monkeybusiness Images
Arbeitnehmer qualifizieren: Das Förderprogramm „WeGebAU“ der Agentur für Arbeit unterstützt kleine Betriebe finanziell bei der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Foto: Monkeybusiness Images
Besonders für kleine und mittlere Unternehmen kann es eine Herausforderung sein, wettbewerbsfähig zu bleiben. Qualifiziertes Personal zu finden, wird immer schwieriger. Die Lösung dafür kann die Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter sein. Mit dem Förderprogramm „WeGebAU“ der Agentur für Arbeit werden Arbeitgeber und Beschäftigte finanziell unterstützt.

Kleinstbetriebe mit bis zu neun Beschäftigen werden seit 2017 durch das Weiterbildungsprogramm „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Arbeitnehmer in Unternehmen“ („WeGebAU“) besonders gefördert. Für die Qualifizierung der Arbeitnehmer in Betrieben von bis zu neun Beschäftigten übernimmt die Arbeitsagentur unter bestimmten Voraussetzungen die Weiterbildungskosten in voller Höhe. Ein weiterer Vorteil der Gesetzesänderung ist, dass die Weiterbildungszeit auch teilweise oder ganz außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit liegen kann. Zudem ist eine Erstattung der zusätzlichen Fahrt- und gegebenenfalls Übernachtungskosten sowie eventuell anfallender zusätzlicher Kinderbetreuungskosten für die Mitarbeiter möglich.
„Arbeitnehmer verbessern ihre Chancen auf Beschäftigung, auf ein höheres Einkommen und können sich vor Arbeitslosigkeit schützen.“

Anke Hermeling, Agentur für Arbeit
„Durch Weiterbildung profitieren beide Seiten: Die Unternehmen fördern ihre Fachkräfte, schaffen dadurch Perspektiven für ihr Personal und stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit. Die Arbeitnehmer hingegen verbessern ihre Chancen auf Beschäftigung, auf ein höheres Einkommen und können sich besser vor Arbeitslosigkeit schützen“, erklärt Anke Hermeling, Teamleiterin des Arbeitgeber-Services der Agentur für Arbeit Rheine.

Weiterhin Bestand haben die bisherigen Fördermöglichkeiten durch das Weiterbildungsprogramm „WeGebAU“ für Beschäftigte in Klein- und Mittelständischen Betrieben (bis 249 Mitarbeiter). Die Betriebe können abhängig vom Alter des Beschäftigten einen Zuschuss zu den Weiterbildungskosten erhalten. In bestimmten Fällen kann zudem ein Zuschuss zum Arbeitsentgelt für die Dauer der Fortbildung bewilligt werden.

Kontakt

Für Fragen zur Weiterbildung von Beschäftigten und zum Förderprogramm WeGebAU stehen die Ansprechpartner im Arbeitgeber-Service oder im Service-Center unter der kostenlosen Rufnummer 0800/4 55 55 20 zur Verfügung.

Klein, aber E-Learning

Kleine Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern weniger Weiterbildungsmöglichkeiten als große. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gibt es bei jeder zweiten kleinen Firma mit zehn bis 19 Mitarbeitern (53 Prozent) entsprechende Lehrveranstaltungen. In Unternehmen mit 250 Mitarbeitern und mehr gibt es Lehrveranstaltungen zur Weiterbildung in 95 Prozent der Fälle. Häufiger setzen kleine Unternehmen auf andere Formen der Weiterbildung wie E-Learning. (dpa)
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Prämiengutschein ist leichter zu bekommen

Bundesbildungsministerium ändert Förderkonditionen

Wissen auffrischen, Neues lernen und sich für künftige Aufgabenfelder qualifizieren: Viele Erwerbstätige wollen sich beruflich weiterbilden, können sich die Kurse aber häufig nicht leisten.

Dabei hilft der Bund Geringverdiener durch die 50-prozentige Übernahme der Kosten beziehungsweise mit maximal 500 Euro. Mitte des Jahres hat das Bundesbildungsministerium die Fördervoraussetzungen im Programm Bildungsprämie vereinfacht.

Wer in Münster an dem Zuschuss interessiert ist, kann sich an Jörg Versen von der Handwerkskammer, André Mannke von der Volkshochschule oder Günter Klemm von der Wirtschaftsförderung wenden. Die Einrichtungen prüfen die Förderkonditionen und stellen nach einem positiven Bescheid den Prämiengutschein aus. Das Förderinstrument ist bares Geld wert und wird beim Anbieter der Fortbildungsmaßnahme eingereicht.

Damit ein Antragsteller den Prämiengutschein erhält, muss er mindestens 15 Stunden pro Woche erwerbstätig sein oder sich in Eltern- oder Pflegezeit befinden. Das betrifft Angestellte und Selbstständige. Der Verdienst spielt ebenfalls eine Rolle: Weiterhin maßgeblich ist ein zu versteuerndes Einkommen von maximal 20 000 Euro beziehungsweise 40 000 Euro bei gemeinsam Veranlagten.

Neuerdings ist die Kostenobergrenze von 1000 Euro pro Kursus für die Förderung nicht mehr relevant. Sie wurde mit der aktuellen Regelung ebenso aufgehoben wie die Altersbeschränkung auf Personen ab dem 25. Lebensjahr. Das heißt: Ab sofort können auch jüngere Menschen die Bildungsprämie beantragen – und zwar von nun an einmal pro Jahr.

Der Kanon förderbarer Maßnahmen umfasst auch Pflichtfortbildungen, sofern keine Finanzierungspflicht durch den Arbeitgeber besteht, und die Förderung von Prüfungen.