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Sonderveröffentlichung

Innung Modeschaffendes Handwerk

Hinter den Werkstatt-Kulissen

21 Ateliers und Werkstätten öffnen für die „Tour des Ateliers“

Sabine Deckenbrock und alle teilnehmenden Betriebe möchten mit der Aktion „Tour des Ateliers“ zeigen, wie in den Werkstätten gearbeitet wird. Foto: gh
Sabine Deckenbrock und alle teilnehmenden Betriebe möchten mit der Aktion „Tour des Ateliers“ zeigen, wie in den Werkstätten gearbeitet wird. Foto: gh
Von Gabriele Hillmoth

MÜNSTER. Es ist eine tiefe Leidenschaft für Mode, die alle teilnehmenden Ateliers verbindet. Ein hohes Maß an Handwerkskunst präsentieren Münsters Modemacher zum fünften Mal. Die „Tour des Ateliers“ findet am Samstag (16. September) statt. Zwischen 14 und 24 Uhr öffnen dafür 21 Werkstätten in der münsterischen Innenstadt und auch in Stadtteilen ihre Türen.

Wer sich auf diesen Rundgang einlässt, der bekommt viel Handwerkskunst aus nächster Nähe zu sehen. „Wir möchten in dieser Nacht der offenen Ateliers Gäste ermuntern, unsere Werkstätten zu besuchen.“ Die Innung Modehandwerk Münster schafft es mit ihrer Idee, Hemmschwellen abzubauen. „Es ist nicht alles unbezahlbar“, räumt Sabine Deckenbrock mit Vorurteilen gegenüber der individuellen Maßarbeit auf.

Die Schneidermeisterin ist die Obermeisterin der Innung und zugleich auch stellvertretende Kreishandwerksmeisterin. Sie ist verantwortlich für die Organisation des Atelier-Projektes, „das das komplette Spektrum unserer Schaffenskraft zeigen soll“. Schneider, Schuhmacher, Kürschner, Modisten und Goldschmiede lassen sich über die Schulter schauen. „Wir setzen die Ideen und Wünsche um, die die Menschen im Kopf haben, und wir versuchen, daraus Mode zu kreieren.

Der erfahrenen Schneidermeisterin, die seit 1990 selbstständig ist und heute vier Mitarbeiterinnen beschäftigt, geht es darum, gemeinsam mit ihren Kunden den jeweils passenden, ganz individuellen Stil zu finden. Den eigenen Geschmack nimmt sie zurück, sagt sie, trotzdem gibt sie der Maßarbeit durchaus auch eine eigene Handschrift mit. Außerdem möchten die Modemacher den Menschen eine Art Glücksgefühl vermitteln, damit sich diese wohlfühlen.

Viele Individualisten unter den Modeschöpfern haben in der Stadt ihren Platz gefunden. Zuweilen sind es Nischen, die diese Betriebe ausfüllen, von denen vielleicht nur wenige Menschen bisher gewusst haben. Die „Tour des Ateliers“ möchte einen Überblick geben und neugierig machen auf das Handwerk.

Die Meister ihres Faches setzen auf traditionelle Arbeitsweisen. Sabine Deckenbrock, Obermeisterin der Innung Modehandwerk Münster, hofft, dass dieser Rundgang durch die Werkstätten und Ateliers den Besuchern die Schwellenangst nehmen kann. „Wir laden ein zum Eintauchen in echte Handwerkskunst, an ungewöhnlichen Orten, zu ungewöhnlicher Zeit“, so Deckenbrock.
Lageplan Tour des Ateliers

Die Lust auf Passendes

Traum von Kollektion

-gh- MÜNSTER. „Ein Wahnsinnskleid mit Swarovski Steinen und langer Schleppe“, schwärmt Yvonne Schwarzer – dieses „SissiKleid“ sei eine Herausforderung gewesen, die Schneidermeisterin aus Mecklenbeck nahm sie an – und bekam viel Lob dafür. Ihr Handwerk ist ihr wie auf den Leib geschneidert. „Mein Traumjob“, sagt sie.

Yvonne Schwarzer gründete vor zehn Jahren ihr eigenes Atelier über den Dächern von Mecklenbeck. Die 50-Jährige stellt es am 16. September vor, wenn das Modehandwerk zur „Tour des Ateliers“ einlädt.

Braut- oder Abendmode, Mode für jeden Anlass – Yvonne Schwarzer feilt gern an besonderen Ideen. Seit Jahren spukt der Handwerksmeisterin, die im Prüfungsausschuss der Maß- schneider sitzt, die Idee durch den Kopf, eine Kollektion für Frauen zu entwerfen, die größer als 1,80 Meter sind. Sie möchte Abhilfe schaffen, wenn Kleider- und Rocklängen, Hosenbeine, die Taille sowie die Ärmellänge nicht passen.
Goldschmiede Reifig KG
Yvonne Dielehner
Maßatelier Yvonne Schwarzer