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Sonderveröffentlichung

Turnier der Sieger

„Jedes Jahr eine Herausforderung“

Cheforganisator Hendrik Snoek spricht über die Tradition des „TdS“, Konkurrenz und Konzepte

Immer auf Achse, immer ansprechbar: Das Turnier der Sieger ohne Hendrik Snoek – undenkbar. Der Präsident des gastgebenden Westfälischen Reitervereins ist der Macher der Traditionsveranstaltung vor dem münsterischen Schloss. Foto: Jürgen Peperhowe
Immer auf Achse, immer ansprechbar: Das Turnier der Sieger ohne Hendrik Snoek – undenkbar. Der Präsident des gastgebenden Westfälischen Reitervereins ist der Macher der Traditionsveranstaltung vor dem münsterischen Schloss. Foto: Jürgen Peperhowe
MÜNSTER. Wie lange er schon dabei ist, das kann er heute gar nicht so genau sagen. Weil er einfach angepackt hat, als er damals gefragt wurde. Das war für ihn selbstverständlich. Und fast schon logisch empfand er es, dass ihm nach und nach die volle Verantwortung für das Turnier der Sieger übertragen wurde. Viele, viele Jahre lang. Bis heute. Aber ohne seine Mannschaft ist er nichts, betont Hendrik Snoek bescheiden. Doch ohne seinen Chef gäbe es das „TdS“ in dieser Form wahrscheinlich nicht mehr, das versichert sein Vorstandskollege Wolfgang Hölker. Daher sind sie alle froh beim Westfälischen Reiterverein, dass der „Macher“ nach wie vor voranmarschiert und auch die neueste Auflage dieses Reitsportspektakels über die Bühne bringen wird. Unser Mitarbeiter Michael Schulte fragte Hendrik Snoek, was für ihn die Faszination dieses Reitturnieres ausmacht.

Werden Sie eigentlich nie amtsmüde, Herr Snoek?

Hendrik Snoek: Natürlich ist es jedes Jahr eine neue Herausforderung, dieses Turnier auf die Beine zu stellen. Dahinter steckt eine Menge Arbeit, die ich aber mit einer fleißig arbeitenden Mannschaft gemeinsam bewältige. Und wenn wir dann am Ende ein positives Fazit ziehen können, dann stimmt mich das immer sehr froh.

Kiel und Hannover sind von der Landkarte der Reitturniere verschwunden. In Bad Salzuflen gibt es das renommierte Dressurturnier nicht mehr. Auch andere Veranstalter haben ihre Probleme. Muss man sich um das „TdS“ Sorgen machen?


Snoek: Bislang können wir davon ausgehen, dass wir unsere lange Tradition fortsetzen werden. Wir haben das Glück, verlässliche Sponsoren und Mäzene an unserer Seite zu haben. Und wir verfügen über eine eingespielte Truppe, die die gesamte Organisation mit einer gewissen Routine bewältigt.

In Reiterkreisen genießt das Turnier hohes Ansehen. Woran liegt das?

Snoek: Wir können eigentlich in jedem Jahr mit einem erstklassigen Starterfeld aufwarten, das dann auch großen Sport garantiert. Und diese Auseinandersetzung mit der Konkurrenz hat ihren Reiz. Dazu kommt, dass alle Sportler unsere Gäste sind. Bei uns ist alles umsonst, vom Stall über Stroh und Nenngeld bis zum Hotel. Das macht uns in der deutschen Reiterei einzigartig.

Wieso leisten Sie sich diesen Luxus?

Snoek: Wir investieren lieber in viele zufriedene Reiterinnen und Reiter anstatt beispielsweise die Gewinnsumme im Großen Preis zu erhöhen. Dafür erwarten wir nur eine Gegenleistung: Jeder soll gut gelaunt sein und ehrlichen Sport abliefern. Bislang sind wir damit gut gefahren.

Im Reitsport hat sich längst eine Zwei-Klassen-Gesellschaft herauskristallisiert. Da gibt es die Global Champions Tour, auf der nur ausgesuchte Reiter um extrem hohe Gewinngelder streiten. Und da gibt es die nationalen Turniere, auf denen es in dieser Hinsicht etwas bescheidener zugeht. Ist das für Sie ein Problem?

Snoek: Wir müssen das einfach akzeptieren. Ich kann jeden Sportler verstehen, der zu einem Turnier mit hoher Dotierung geht. Die Reiter sind oft Unternehmer und müssen ihren Stall am Laufen halten. Wir werden auch nie in Konkurrenz zu diesen Veranstaltungen treten können, weil wir mit einem Turnieretat von 1,2 Millionen Euro unsere Grenze erreicht haben. Umso schöner ist es doch, dass wir Jahr für Jahr ein tolles Starterfeld präsentieren können. Offensichtlich machen wir einiges richtig.

Vor einigen Jahren haben Sie die Absperrungen abbauen lassen und allen Interessierten freien Zutritt zum Turniergelände gewährt. Hat sich dieses Konzept bewährt?


Snoek: Ich denke schon. Jetzt kann wirklich jeder vorbeischauen und vor Ort entscheiden, ob er sich den Sport von der Tribüne aus ansehen möchte. Dann muss er sich ein Ticket kaufen. Aber er kann auch einfach nur am Abreiteplatz zusehen, die Aussteller besuchen oder sich beköstigen. Interessante Menschen trifft man hier immer, denn das „TdS“ ist längst zu einem gesellschaftlichen Ereignis geworden. Und auch das hat Tradition.