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Sonderveröffentlichung

Freiwillige Feuerwehr Ochtrup - Für mich. Für alle.

Kameradschaft ist die Basis

185 Aktive in vier Löschzügen

Regelmäßig trainieren die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr für den Ernstfall. Rund 200 Mal im Jahr rücken sie zu Einsätzen verschiedener Art aus. Foto: Sabine Sitte
Regelmäßig trainieren die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr für den Ernstfall. Rund 200 Mal im Jahr rücken sie zu Einsätzen verschiedener Art aus. Foto: Sabine Sitte
Oft ist es Mund-zu-Mund-Propaganda, die dazu führt, dass neue Mitglieder in die Freiwillige Feuerwehr in Ochtrup hineinkommen. Und auch die Jugendfeuerwehr ist eine Quelle, von der die Brandschützer in der Pottbäckerstadt profitieren.

„Uns muss klar sein: Es handelt sich immer um Freiwillige“, betont Ochtrups Stadtbrandinspektor Andreas Leusing. Der Chef der Feuerwehr verdeutlicht: „Der Eintritt geschieht aus eigenem Willen, der Austritt auch – dazwischen verpflichtet der Dienst zur erforderlichen Disziplin.“

Um die dauerhafte Motivation der Mitglieder zu stützen, ist Kameradschaft seiner Meinung nach das Fundament, auf das der freiwillige Einsatz für die Allgemeinheit aufbaut. Dazu diene beispielsweise das alle zwei Jahre stattfindende Zeltlager, das fünf Tage lang für die Aktiven ausgerichtet werde. Auch gibt es regelmäßige Gruppenveranstaltungen der jeweiligen Löschzüge.

Rund 200 Mal im Jahr kommt es zu Einsätzen bei der Feuerwehr. Dann wird auf die Leistungsbereitschaft der 185 Aktiven in den vier Löschzügen – zwei in Ochtrup, jeweils einer in Langenhorst und Welbergen – zurückgegriffen.

„Für die Menschen ist es oft nicht klar, was wir bei Einsätzen machen“, bedauert Leusing. Kommen die Einsatzkräfte vor Ort an, dann stehen oft schon Zuschauer mit gezückten Handys an der Einsatzstelle. „Warum macht ihr nichts fragen sie dann“, bedauert der Feuerwehrmann. „Dabei ist es für den Einsatzleiter erst wichtig, einen Überblick zu erhalten, schnell Entscheidungen zu treffen um dann nach der Erkundungsphase die richtigen Maßnahmen einleiten zu können.“ Diese lassen sich im laufenden Einsatz nämlich nur schwer korrigieren.

Auch wenn es nicht der Regelfall ist – bisweilen bedanken sich die Bürger auch bei den Feuerwehrleuten für deren ehrenamtlichen Einsatz. „Wir haben schon mal von einem Landwirt ein Spanferkel spendiert bekommen“, berichtet der stellvertretende Wehrführer Jörg Veldermann. Auch werde den Feuerwehrleuten zum Dank mal eine Tafel Merci zugesteckt oder es gebe eine kleine Spende für die Gemeinschaftskasse.

„Die Feuerwehrleute machen alles unentgeltlich“, betont Leusing und setzt vor allem auf eine langfristige Mitgliedschaft und auch Einsatzbereitschaft.

Ein ausgezeichnetes Profil

Feuerwehrleute weisen Eigenschaften auf, die auch im Beruf von Vorteil sind / Dank an Arbeitgeber

Andreas Leusing weiß, worauf es bei der Freiwilligen Feuerwehr ankommt: „Wir brauchen unternehmen, die ihre Mitarbeiter gehen lassen, wenn Einsätze anstehen.“ Nur so kann garantiert werden, dass die Einsatzwagen ausrücken, wenn es zum Notfall kommt. „Dafür möchten wir uns sehr bei ihnen bedanken“, betont auch Jörg Veldermann, der ihm als Stellvertreter bei der Wehrführung zur Seite steht.

Die beiden erfahrenen Feuerwehrleute sind sich aber auch darüber im Klaren, dass sie mit ihrer Ausbildung bei der Feuerwehr dafür sorgen, dass die Mitarbeiter für die Unternehmen wertvolle Zusatzqualifikationen erhalten.

„Der Alltag bei der Feuerwehr hat sich im Laufe der Jahre deutlich verändert“, betont Leusing. „Wie fast alle Bereiche der Gesellschaft.“ Was allerdings geblieben ist, dass ist die Verantwortung, die mit dem Ehrenamt einher geht.

Stadtbrandinspektor Andreas Leusing
Stadtbrandinspektor Andreas Leusing
„Wichtig ist, dass wir nach belastenden Einsätzen heute gemeinsam miteinander reden“, erläutert der Wehrführer. Das sei in früheren Jahren nicht immer so gewesen. "Keiner bleibt mit seinen Eindrücken allein." Es seien in der Vergangenheit Mitglieder intensiv in diesem Bereich geschult worden. Aber da auch sie bisweilen an ihrer Grenzen stoßen, vermitteln sie im Bedarfsfall professionelle Hilfe bei Psychologen. „Das läuft natürlich anonym“, erklärt Veldermann. Großen Wert legt die Wehrführung darauf, dass alle Kameraden immer gesund aus den Einsätzen herauskommen. "Das ist eigentlich unser größter Wunsch."

Aber auch darüber hinaus ist die Spitze der Freiwilligen Feuerwehr nicht frei von Wünschen. „Für uns ist es natürlich wichtig, dass wir auch in Zukunft tagsüber genügend Mitstreiter haben, die in Ochtrup beschäftigt sind und dann ausrücken können, wenn Einsätze anstehen“, blickt Leusing in die Zukunft uns setzt dabei auch auf die zukünftige Kooperationsbereitschaft der Unternehmen.

Stellvertreter Jörg Veldermann Freiwillige Feuerwehr Ochtrup
Stellvertreter Jörg Veldermann Freiwillige Feuerwehr Ochtrup
Wer sich für die Feuerwehr interessiert, der kann sich grundsätzlich an jedes Mitglied der Wehr wenden – und dieses sorgt dafür, dass in einem persönlichen Gespräch mit einem Zugführer als Führungskraft die Aufgaben der Feuerwehr wie auch die Rechte und Pflichten der Mitglieder ausführlich vorgestellt werden. Fällt dann die Entscheidung für die Feuerwehr positiv aus, so steht zu Beginn eine intensive Ausbildung, die dazu führt, dass der Neuling das Rüstzeug vermittelt bekommt, das erforderlich ist, um zunächst als Mitglied auf Probe aufgenommen und nach der sechsmonatigen Erprobungsphase dann letztendlich mit dem Dienstgrad „Feuerwehrmann“ oder „Feuerwehrfrau“ voll integriertes Mitglied der aktiven Gemeinschaft zu sein.

Aber damit ist der Wunschzettel der Feuerwehr noch nicht zu ende. "Nachdem jetzt in Langenhorst Klarheit geschaffen wurde, wie es mit unseren Gebäuden weitergeht, wünschen wir uns zeitnah auch für den Standort Ochtrup Klarheit“, verweist Leusing darauf, dass es sich nicht um Begehrlichkeiten der Feuerwehr handele, sondern um Vorgaben aus dem Arbeitsschutz, die erfüllt werden müssten - damit die Ehrenamtler auch in Zukunft mit großer Einsatzbereitschaft ihrer Arbeit zum Wohle aller Bürger nachgehen können. Guido Katzke

Verschiedene Abteilungen – ein Team

Gemeinsame und eigene Aktivitäten

Die Jugendfeuerwehr wird nicht nur an den Feuerwehrdienst herangeführt. Auch andere Aktivitäten stehen auf dem Programm der Nachwuchsgruppe. Fotos: Freiwillige Feuerwehr Ochtrup
Die Jugendfeuerwehr wird nicht nur an den Feuerwehrdienst herangeführt. Auch andere Aktivitäten stehen auf dem Programm der Nachwuchsgruppe. Fotos: Freiwillige Feuerwehr Ochtrup
Die vier Löschzüge in Ochtrup, Langenhorst und Welbergen sind das Grundgerüst der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort – aber sie stehen nicht allein.

„Unsere Jugendfeuerwehr besteht aus 25 Kindern und Jugendlichen“, erläutert Stadtbrandinspektor Andreas Leusing. Und die Nachfrage ist so stark, dass es eine große Warteliste gibt. Ab zwölf Jahren, so sieht es die Ordnung vor, können Kinder Mitglied werden.

Ein starkes Standbein der Feuerwehr ist die Ehrenabteilung, in der die Brandschützer nach der Neuregelung mit Eintritt in das Rentenalter versetzt werden. „Aber auch sie unterstützen die aktiven Mitglieder der Wehr dadurch, dass sie beispielsweise bei großen Übungen die Verpflegung sicherstellen“, verweist Feuerwehr-Vize Jörg Veldermann auf deren Arbeitseinsätze.

Um die Kameradschaft auch abteilungsübergreifend leben zu könne, werden beispielsweise nicht nur die aktiven Feuerwehrleute, sondern auch die Mitglieder der Ehrenabteilung mit Partnerinnen zum Oktoberfest oder zur Sommerfahrt eingeladen. Auch die Witwen werden dazu eingeladen.

Für die ganzen Familien der Feuerwehrangehörigen wird das jährliche Nikolausfest ausgerichtet. Und so manches Kind, das von dem heiligen Mann ein kleines Präsent bekommen ist, ist auf dem eigenen Weg zur Feuerwehr dabei auf den Geschmack gekommen. „Die Familien sind für uns ganz wichtig“, weiß Leusing. „Nur wenn sie dahinter stehen, kann es funktionieren.“

Auch zwischen der aktiven Wehr und der Jugendfeuerwehr gibt es gemeinsame Schnittstellen. Nicht nur der Tag der Berufsfeuerwehr sorgt beim Nachwuchs dafür, dass sie sich integriert fühlen. Auch bei der Maifahrt sind die Jugendlichen mit dabei. Schließlich versteht sich die Freiwillige Feuerwehr als eine Gruppe, in der Kameradschaft groß geschrieben wird.