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Diagnose Schmerz

Klein und schmerzhaft

Bei Rhagaden ist meist die richtige Pflege entscheidend

Kleine Risse im Mundwinkel können sehr unangenehm sein. Sogenannte Rhagaden gibt es auch an anderen Stellen des Körpers: an den Fußsohlen etwa oder in Gelenkbeugen. Foto: dpa/Christin Klose
Kleine Risse im Mundwinkel können sehr unangenehm sein. Sogenannte Rhagaden gibt es auch an anderen Stellen des Körpers: an den Fußsohlen etwa oder in Gelenkbeugen. 
Foto: dpa/Christin Klose
Erst sind nur die Lippen etwas trocken, dann reißen die Mundwinkel ein. Diese kleinen, schmerzhaften Risse nennt man Rhagaden.

Sie entstehen, wenn die Haut nicht elastisch genug ist – übrigens nicht nur in den Mundwinkeln. Manche Menschen haben sie auch zwischen den Zehen, an den Fußsohlen und Fersen, an den Ohrläppchen, in den Gelenkbeugen oder im Analbereich.

Rhagaden kommen häufig vor, vor allem, wenn die Haut trocken ist, erklärt Michael Niesen vom Hausärzteverband Westfalen-Lippe. „Die Menschen cremen sich nicht genug ein. Aber zugegeben: Wer cremt sich schon die Ohren ein?“

Rhagaden können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Im Mundwinkel zum Beispiel liegt es häufig an trockenen Lippen. Aber auch zu feucht darf es nicht sein: Wenn man sich ständig über die Lippen leckt oder Speichel in den Mundwinkeln steht, können auch Rhagaden entstehen, erklärt der Düsseldorfer Hautarzt Professor Manuel Cornely vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen.

Auch Herpes, Erkrankungen der Magenschleimhaut oder Diabetes können Rhagaden begünstigen, genauso wie eine schlecht sitzende Zahnprothese oder eine Pilzinfektion der Mundschleimhaut. Weitere mögliche Ursachen sind Ekzeme, allergische Reaktionen, Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte sowie Eisen- oder Vitamin-B12-Mangel.

Wer eine Rhagade bemerkt, kann ihr erstmal mit einer Creme oder Salbe zu Leibe rücken. Das Prinzip ist einfach, erklärt Cornely: „Die Haut ist aus dem Gleichgewicht, und das muss wieder hergestellt werden.“ Er empfiehlt dafür Salben mit Harnstoff.

Niesen zufolge helfen zinkhaltige Cremes und Salben oder Heilsalben mit Dexpanthenol. Wichtig ist auch, auf eine gute Hygiene zu achten. Denn die Hautbarriere ist durch die Risse geschädigt – Keime können so leichter in den Körper gelangen. Oft sind solche kleinen Risse zwischen den Zehen zum Beispiel die Eintrittspforte für Fußpilz-Erreger.

Bei Rhagaden in den Mundwinkeln rät Ursula Sellerberg, Sprecherin der Bundesapothekerkammer: „Die Mundwinkel trocken halten und Speichel mit einem Taschentuch abtupfen.“ Dann sollte man sie zum Beispiel mit einer zinkhaltigen Creme pflegen – auch über Nacht.

Zudem sei es hilfreich, die Mundwinkel mit Salbeitee abzutupfen. „Die Gerbstoffe machen die Haut unempfindlicher“, so Sellerberg weiter.

Um die schmerzhaften Risse dauerhaft in den Griff zu bekommen, muss allerdings die Ursache gefunden und behandelt werden. Dabei kann zum Beispiel ein Blutbild beim Arzt helfen – etwa wenn Eisenmangel als Ursache in Betracht kommt. (dpa)

Kerne lieber nicht verarbeiten

Im Internet liest man bisweilen, dass Obstkerne vor Krebs schützen und reich an Vitaminen sein sollen. Einige Pflanzenteile wie Kerne oder Stiele enthalten aber gefährliche Stoffe. Davor warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. So sollten Verbraucher auf keinen Fall Aprikosenkerne, Bittermandeln oder Kirschkerne zu sich nehmen. Sie enthalten Substanzen, die bei der Verdauung Blausäure bilden. In hohen Dosen kann die Einnahme schließlich zu schweren Vergiftungen mit schmerzhaften Krämpfen und Erbrechen führen.

Auch den Avocadokern sollte man lieber nicht weiterverarbeiten. Bislang ist unbewiesen, ob das Innere von Avocados das Immunsystem stärkt oder Entzündungen vorbeugt. Ob die in den Kernen enthaltene Menge an toxischem Persin ungefährlich ist, kann aus Sicht des Bundesinstituts für Risikobewertung noch nicht ausreichend beurteilt werden. (dpa)

Mit dem eigenen Willen

Migränepatienten kann neben Medikamenten auch Biofeedback helfen. Der Vorteil: Im Gegensatz zu Tabletten hat das aus der Verhaltenstherapie stammende Biofeedback keine bisher bekannten Nebenwirkungen, erklärt der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN). Bei der Methode lernt der Patient, Prozesse im Körper, die eigentlich unbewusst ablaufen, ganz bewusst zu steuern.

Bei Migräne kann man beispielsweise versuchen, eine Erweiterung von Gefäßen im Kopf zu verhindern. Wer die Methode beherrscht, könne so Migräneattacken abwehren oder den Schmerz zumindest eindämmen. (dpa)

Weitere Infos bekommt man im Internet unter der Adresse 

www.neurologen-im-netz.de