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Sonderveröffentlichung

Tierisch gut! Magazin für Tierliebhaber

Rund um die Uhr hellwach

Zwischen Notfällen und Intensivpatienten: In der Tierklinik Ahlen ist Tag und Nacht etwas los

Foto: Tierklinik Ahlen
Foto: Tierklinik Ahlen
Wie viel an einem Tag passiert: 365 Tage im Jahr und 24 Stunden pro Tag kümmert sich das gut 80-köpfige Team der Tierklinik Ahlen um Dr. Gereon Viefhues um Hunde, Katzen, Heimtiere und sogar Reptilien.

7.45 Uhr: Der Tag beginnt mit der Visite auf der getrennten Hunde-, Katzen- und Isolierstation, die komplett ohne Gitterstäbe auskommt: Dort werden die Intensivpatienten in Augenschein genommen. Danach findet die Frühbesprechung statt, in der für jedes Tier der medizinische Plan für den Tag besprochen wird. Eine Nachbesprechung und die OP-Planung stehen ebenfalls auf der Agenda.

8.30 Uhr: Die Tierhalter warten schon. Je nach Krankheitsbild nehmen die Spezialisten die Tiere zur besprochenen Diagnostik und Therapie auf. Die Tiere werden klinisch, aber auch im Computertomografen (CT) und dem Magnetresonanz tomografen (MRT) sowie mit Röntgen und Ultraschall untersucht.

9.30 Uhr:
Die Chefärztin der Bildgebung, Romy Röschke, begutachtet mit Assistenztierarzt Felix von Hohnhorst die Bilder.

10 Uhr:
Die Diagnose beim Labrador-Retriever Theo steht: ein Kreuzbandriss. Die Chefärztin der Chirurgie, Dr. Thekla Bogenhagen, behebt ihn.

In dem benachbarten OP-Raum führt Chirurg Oskar Klis eine Kastration bei der Hündin Lea durch.

Beim Schäferhund Magnus wurde im MRT ein Bandscheibenvorfall gefunden, der ihm schlimme Rückenschmerzen beschert. Im dritten OP-Raum wird das in den Wirbelkanal vorgefallene Material von der Neurologin Anne Roye operativ entfernt.

11 Uhr:
Im abgedunkelten Behandlungszimmer erstellt die leitende Kardiologin Dr. Stefanie Neumann einen Herz-Ultraschall und ein EKG beim achtjährigen Windhund Roxy, da er neben einem ungewöhnlichen Herzgeräusch eine Leistungsschwäche zeigt.

11.30 Uhr: Die vom Haustierarzt angekündigte Katze Minkie trifft ein. Sie wurden von einem Auto erfasst. Die Röntgenuntersuchung zeigt einen Trümmerbruch des linken Vorderbeins. Zudem liegen innere Verletzungen mit Blutungen vor, so dass höchste Lebensgefahr besteht. Leitende Internistin Meike Horn, Bildgeberin Romy Röschke und Chirurgin Dr. Thekla Bogenhagen treffen mit der Katzenbesitzerin eine Entscheidung. Das Tier wird sofort für die OP vorbereitet, bei der die Blutung gestillt wird. In ein paar Tagen wird Dr. Bogenhagen das Bein richten und mit Platten und Schrauben operieren.

13 Uhr:
Der fünfjährige Mischlingsrüde Maxim wird eingeliefert. Nach sorgfältiger Untersuchung stellt Dr. Gereon Viefhues einen Bruch des Unterschenkels fest. Zwei Stunden später liegt Maxim bereits auf dem Operationstisch und der Bruch wird mit einer Platte chirurgisch versorgt.

Die Border Collie Hündin Fee kommt für eine Kontrolluntersuchung zur Kardiologin Dr. Stefanie Neumann. Fee leidet an einer Herzrhythmusstörung und hat ein 24-Stunden-EKG bekommen.

Vorher – Nachher: Die Röntgenbilder zeigen, wie ein Bruch beim Mischlingsrüden Maxim behandelt worden ist.
Vorher – Nachher: Die Röntgenbilder zeigen, wie ein Bruch beim Mischlingsrüden Maxim behandelt worden ist.
14 Uhr: Die Hundedame Heidi aus einer Polizeistaffel wurde mit „im Einsatz Zähne abgebrochen, blutet im Maul“ telefonisch angekündigt und trifft jetzt in der Klinik ein. Die auf Zahnmedizin spezialisierte leitende Tierärztin Carina Held findet heraus, dass die Schneidezähne so unglücklich abgebrochen sind, dass sie in Vollnarkose herausoperiert werden müssen.

15 Uhr: Die Sprechstunde fängt an, und zwar parallel in acht Besprechungszimmern. Orthopädische Probleme bei lahmen Hunden beim Chef, an einem Tumor erkrankter Hund in der Sprechstunde von Onkologin Mona Starick, an schweren Hautausschlägen laborierende Hunde und Katzen bei Dermatologin Dr. Meike Horn, ein Fall mit Atemnot bei der Spezialistin für Intensivmedizin Sellyn Strommer, Fälle von Durchfall und Erbrechen bei der leitenden Internistin Stefanie Kruppke.

18.15 Uhr: Die Spätschicht steigt voll ein, betreut die Stationstiere und übernimmt auch mehrere Termine, die von den Haustierärzten angemeldet wurden.

21 Uhr:
Bulldoggen-Welpe Louis hat Bauchweh. Tierärztin Lea Schirbel stellt ein starker Wurmbefall fest. Mit einer Spritze gegen die Bauchschmerzen und einer Wurmkur kann sie Louis aber schnell helfen.

22.15 Uhr:
Die Bereitschaftstierärztin spricht mit der Nachtwache alle stationären Patienten durch. Flexi hat eine Infusion und muss alle halbe Stunde Wasser lassen. Der schlimmste Fall des Tages, die Golden Retriever Hündin Lara, ist durch eine Immunerkrankung vollständig gelähmt und muss alle halbe Stunde umgebettet werden.

1 Uhr: Es wird ruhiger in der Klinik. Die Nachtwache macht ihren Rundgang, die Tierärztin der Spätschicht kümmert sich um die Dokumentation. Danach werden die Tiere versorgt.

3 Uhr:
Ein Notfall kommt ins Haus: ein Hund mit einer lebensbedrohlichen Magendrehung. Das OP-Team wird in die Klinik beordert und der OP aufgebaut. Nach zwei Stunden ist der Hund gerettet.

5 Uhr:
Jetzt gehen die Untersuchungen auf der Station, die Vorbereitung der Frühbesprechung und das Gassigehen mit den Hunden los.

7.15 Uhr:
Eine halbe Stunde interne Fortbildung für die Assistenztierärzte.

7.45 Uhr: Mit der Frühvisite startet der neue Kliniktag.