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Tierisch gut! Magazin für Tierliebhaber

Starke Gefühle

Silvesterknaller können Panik auslösen / Aggression bei Vierbeinern

Nichts für Vierbeiner: Tiere haben oft Angst vor lauten Geräuschen. Wenn die Böller in der Silvesternacht gezündet werden neigen viele zu Panik. Foto: Annette Metz
Nichts für Vierbeiner: Tiere haben oft Angst vor lauten Geräuschen. Wenn die Böller in der Silvesternacht gezündet werden neigen viele zu Panik. Foto: Annette Metz
Angst empfinden Hunde, wenn sie überfordert sind. Wenn Reize oder eine Situation als gefährlich eingestuft werden oder wenn der Hund eine Situation gar nicht erst einschätzen kann.

Haben Tiere erst einmal einen tiefsitzenden Schrecken etwa durch einen plötzlichen Knall erlitten, so ist es aus mit der „Schuss-Festigkeit“. Je nachdem welche nervlichen Zusammenhänge in dieser Knall-Schreck-Situation angegriffen worden sind, bleibt das Tier äußerst schreckhaft, dauerhaft unsicher und reagiert in vergleichbaren Situationen immer wieder panisch mit Flucht. Oft müssen ab diesem Zeitpunkt Hunde „doppelt“ gesichert werden, damit sie bei ihrem Besitzer bleiben. Aber auch die Leinenführigkeit in einer weiteren Knall-Schreck Situation ist meistens nicht möglich. Die Hunde reißen an der Leine, werden panisch, ergreifen die Flucht und wollen einfach nur weg.

Von einem solchen Ereignis an sind die Hundebesitzer stark in Mitleidenschaft gezogen. Sie können ihren Liebling nicht mehr einschätzen. Was passiert erst mit dem Hund, wenn die Jagdsaison begonnen hat? Die Schüsse aus den Jagdgewehren versetzen Angsthunde in Panik. Ein Gewitter zieht auf, der erste Donner knallt, der Hund zittert vor Angst und Panik, er kauert in der Ecke.

Feuchtfröhlich für den Menschen – gar nicht lustig für Hund und Katze: An Silvester müssen Menschen ihre Tiere besonders im Auge behalten. Foto: IEMT
Feuchtfröhlich für den Menschen – gar nicht lustig für Hund und Katze: An Silvester müssen Menschen ihre Tiere besonders im Auge behalten. Foto: IEMT
Ganz egal welches Fest Menschen gerne feiern, Tiere können die auftretenden Geräusche nicht einordnen.

Das gilt erst recht an Silvester. Chinaböller haben eine beträchtliche Sprengkraft. Hinzu kommt eine erhebliche Belastung im Ultraschallbereich, die Tiere beunruhigt und die selbst ein taubes Tier „hört“. Manche Hundebesitzer fahren in der Silvesternacht mit ihrem Hund im Auto solange auf die Autobahn, bis die „letzten Geister des alten Jahres vertrieben sind“.

Aber was passiert in solchen Situationen eigentlich mit dem Tier? Die Habituationsstörung findet im zentralen Nervensystem, im Hypocampus und bei einer besonderen Stoffwechsellage in der Nebenniere statt. Es gibt alternativ-medizinische Methoden, die es ermöglichen, diese drei Phänomene zu unterbrechen. Etwa mit der speziell dafür entwickelten „Nervensystem-Regulationstherapie“ – einer naturheilkundlichen synergetischen Behandlung der Tiere. Dabei werden spezielle „Angstpunkte“ mit Hilfe von Akupunktur genadelt. Für die ängstlichen Tiere werden zudem individuelle homöopathische Mittel und Vitalpilze repertorisiert. So konnte bereits mehreren Hunden, Katzen und Pferden geholfen werden. Angela Esser

Angela Esser ist Tierheilpraktikerin in Everswinkel-Alverskirchen