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Sonderveröffentlichung

Diagnose Schmerz

Wenn jeder Schritt zur Qual wird

Das zertifizierte Endoprothetik-Zentrum der Raphaelsklinik Münster

Freuen sich über die erfolgreiche Zertifizierung: Monika Richter (l.) und Professor Dr. Gunnar Möllenhoff vom RAK-Endoprothetikzentrum. Foto: Clemenshospital
Freuen sich über die erfolgreiche Zertifizierung: Monika Richter (l.) und Professor Dr. Gunnar Möllenhoff vom RAK-Endoprothetikzentrum. Foto: Clemenshospital
Die Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie, Zentrum für Endoprothetik und Gelenkchirurgie der Raphaelsklinik, hat sich auf dem Gebiet des künstlichen Gelenkersatzes im Münsterland zu einer festen Größe entwickelt. Nicht zuletzt das jährlich stattfindende Endoprothetikforum als eine der bedeutendsten medizinischen Tagungen dieser Art in Deutschland, das vom Verein zur Förderung der Traumatologie und Endoprothetik an der Raphaelsklinik unter der Leitung des Chefarztes Professor Dr. Gunnar Möllenhoff organisiert und durchgeführt wird, hat den Ruf der Innenstadtklinik als eine der ersten Adressen auf dem Gebiet des künstlichen Gelenkersatzes gefestigt.

Seit fast zwei Jahren ist die Klinik für Unfall- und orthopädische Chirurgie zertifiziertes Endoprothetik-Zentrum. Die Zertifizierung wurde vom Institut ClarZert nach den Vorgaben der Initiative EndoCert durchgeführt. Die EndoCert-lnitiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) soll eine quaIitativ hochwertige Durchführung solcher Eingriffe sicherstellen und ist nach eigener Aussage das weltweit erste Zertifizierungssystem in der Endoprothetik.

Die Voraussetzungen für eine Zertifizierung sind klar festgelegt. So müssen am Endoprothetik-Zentrum mindestens 100 endoprothetische Versorgungen (einschließlich Wechseloperationen) am Hüft- oder Kniegelenk pro Jahr und operativem Standort durchgeführt werden. Zahlen, die das Endoprothetikzentrum problemlos erreicht: In 2015 wurden 196 Hüftgelenksendoprothesen und 149 Kniegelenksendoprothesen als Erstimplatation oder als Revision in der Raphaelsklinik implantiert.

Die operierenden Ärzte müssen über bestimmt Zusatzqualifikationen wie die Zusatzweiterbildung „Spezielle Orthopädische Chirurgie“ verfügen.

»Ein solches Programm kann nur erfolgreich sein, wenn das Team sehr eng zusammenarbeitet und sich gut kennt«

Professor Dr. Gunnar Möllenhoff
Ein Ziel der Raphaelsklinik Münster ist die bestmögliche Behandlung der Patienten bei künstlichem Knie- und Hüftgelenkersatz. Optimale Resultate sind aber nur gemeinsam mit den Patienten möglich. Daher wird im Zentrum für Endoprothetik und Gelenkchirurgie das Rundumversorgungsprogramm „Rapid Recovery“ angewendet.

Dieses Programm der beschleunigten Rehabilitation ermöglicht eine Rundumversorgung durch ein interdisziplinäres Behandlungsteam und einen genau festgelegten Behandlungsablauf. „Ein solches Programm kann nur erfolgreich sein, wenn das Team sehr eng zusammenarbeitet und sich gut kennt“, erläutert Möllenhoff und verweist auf Monika Richter, die in seiner Abteilung für den Bereich Case Management zuständig ist. „Bereits vor der Aufnahme haben Patienten und Angehörige den ersten Kontakt mit der Case Managerin. Während der stationären Unterbringung und nach dem Klinikaufenthalt bin ich weiterhin Ansprechpartnerin unserer Patienten“, berichtet Monika Richter.

Ängste und Sorgen sind vor einer Operation vollkommen normal. Mit dem Rapid Recovery Programm werden die Patienten bestmöglich auf die Operation und die Zeit danach bis in die Reha hinein vorbereitet. Weiterhin werden sie bei ihrem Wunsch unterstützt, eine vertraute Person zu allen Untersuchungen mitzubringen. Dieser Beistand und die Motivation durch diesen „Coach“ sind ein wesentlicher Ansporn zur raschen Rückkehr in den Alltag.

Schmerzen stehen einer schnellen Genesung im Wege. Sie hindern den Patienten daran, das Bett zu verlassen und die physiotherapeutischen Übungen regelmäßig durchzuführen. Daher hat die Schmerztherapie in der Raphaelsklinik eine herausragende Bedeutung bei der Rundumversorgung der Patienten im Zuge eines endoprothetischen Eingriffs.

Speziell ausgebildete Pflegeexperten fragen regelmäßig den Schmerzstatus ab und reagieren umgehend auf jede Veränderung. Schon vor der Operation beginnt die Therapie mit verschiedenen Schmerzmedikamenten die an unterschiedlichen Stellen im Bereich der Schmerzentstehung, der Schmerzweiterleitung und der Schmerzverarbeitung wirken.

Weitere Informationen gibt es unter

www.raphaelsklinik.de

Blutstau in den Beinen

Schwere Beine oder ziehende Schmerzen in der Wade: So machen sich Venenthrombosen bemerkbar. Sie werden durch einen Blutstau in den Gefäßen verursacht. Wer länger mit angewinkelten Beinen im Bus oder im Flugzeug sitzt, hat ein erhöhtes Risiko dafür. Mit Reisestrümpfen können sich Urlauber aber dagegen schützen. Sie beruhen auf dem selben Prinzip wie medizinische Kompressionsstrümpfe, die Menschen mit Erkrankungen des Venen- oder Lymphgefäßsystems tragen müssen.

Diese üben einen genau festgelegten Druck auf das Gewebe und die Gefäße aus: Sie pressen erweiterte Venen auf ihren normalen Durchmesser zusammen, und noch funktionierende Venenklappen schließen sich. Das ermöglicht den Rückfluss des Blutes zum Herzen – es staut sich nicht mehr in den Beinen.

Eine Studie in der britischen Medizin-Fachzeitschrift „Lancet“ ergab, dass Reisestrümpfe für Menschen mit gesunden Venen auf Langstreckenflügen tatsächlich schützen: Bei mehr als 200 Teilnehmern bekam keiner der Strumpfträger eine tiefe Venenthrombose. Zehn Prozent derjenigen ohne Strumpf hatten dagegen nach dem Flug eine asymptomatische tiefe Venenthrombose im Unterschenkel. (dpa)

Linderung durch Öl

Pfefferminzöl hat nicht nur einen erfrischenden Duft, sondern kann äußerlich auch zur Kühlung eingesetzt werden. Dabei stimuliert es die kälteempfindlichen Nervenzellen der Haut – das lindert zugleich Schmerzen, erläutert die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Wer Kopfschmerzen hat, trägt einige Tropfen des ätherischen Öls auf die Stirn auf. Allerdings darf es nicht zu nah an die Augen oder die Nase kommen, weil es sonst die Schleimhäute dort reizt. (dpa)