Sonderveröffentlichung

Ingenieure & technische Fachkräfte
Abwechslungsreicher Job

So arbeiten Elektroniker für Gebäudesysteme

Sonntag, 30.06.2019, 09:58 Uhr

Das Rückgrat der Gebäudeelektronik: Motorschaltungen wie diese gehören für angehende Elektroniker wie Jean-Pascal Wolter zum Berufsalltag. Foto: dpa
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Jean-Pascal Wolter hat einen extrem abwechslungsreichen Job. Seine Tätigkeiten reichen von der Planung einer Klimaanlage über die regelmäßige Wartung von elektronisch gesteuerten Heizungs- und Lüftungssystemen oder Fahrstuhlanlagen bis hin zur Fehlersuche darin. Denn Wolter wird Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme: Der 22-Jährige absolviert derzeit eine Ausbildung bei der Firma Alfred Eichelberger in Berlin. 

Bewerber auf den Job müssen unter anderem teamfähig sein. „Sie sollten technisches Verständnis und handwerkliches Geschick mitbringen“, erklärt Carola Daniel vom Gesamtverband Gebäudetechnik. Auch mathematische Kenntnisse sind gefragt – etwa um elektrische Größen zu berechnen. 

Vor allem müssen Interessenten ein Bewusstsein dafür haben, welche Verantwortung das Arbeiten an elektronischen Anlagen und mit technischen Systemen mit sich bringt. „Wenn man nicht mit viel Umsicht und Sorgfalt arbeitet, gefährdet man nicht nur sich, sondern gegebenenfalls auch Kollegen“, betont Wolter. Für den Arbeitsalltag gelten daher strenge Sicherheitsvorschriften.

In der Praxis läuft die Arbeit zum Beispiel so ab: In einem Gebäudekomplex sollen im Brandfall die Flucht- und Rettungswege, also die Treppenhäuser, rauchfrei bleiben. Dafür wird eine sogenannte Rauchschutz-Druckanlage installiert. Als Erstes benötigen die Elektroniker dafür einen Übersichtsplan mit der bereits bestehenden elektrischen Infrastruktur. Dann fertigen sie Skizzen der geplanten Leitungen an, die sie später verlegen.

Die Steuerzentrale der Rauchschutz-Druckanlage ist ein Schaltschrank. Damit lässt sich die Anlage so programmieren, dass sie ab einer bestimmten Menge Rauch automatisch Außenluft- und Zuluft-Klappen öffnet.

Sobald eine Anlage oder ein System installiert und in Betrieb sind, müssen Wolter und seine Kollegen die späteren Nutzer in die Bedienung einweisen. „Dafür brauchen sie eine gute Ausdrucksweise und ein verbindliches Auftreten“, erklärt Daniel. Später müssen die Elektroniker die Anlagen dann regelmäßig inspizieren und warten. Treten Störungen auf, dann rücken die Fachleute ebenfalls an und begeben sich auf Fehlersuche.

Nach der Ausbildung arbeiten Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme bei Betrieben für Elektrotechnik, im Facility-Management oder bei Hausmeisterdiensten. Wer weiterkommen will, kann Elektrotechniker-Meister werden. Der Job hat Zukunft, sagt Daniel. Denn die Fachleute sind zunehmend gefragt. (dpa)
  

Positiv gestimmt

Allen Warnungen vor einer konjunkturellen Abkühlung zum Trotz, rechnen 60 Prozent der Unternehmen der Elektroindustrie für das kommende Jahr mit einer gleichbleibenden Entwicklung, 26 Prozent erwarten sogar einen Aufschwung. Als größte Gefahr für eine Abkühlung der Konjunktur nennen die Unternehmen den Fachkräftemangel (60 Prozent), noch vor den Auswirkungen des Brexits (39 Prozent), politischen Unsicherheiten (35 Prozent) oder dem wirtschaftlichen Schwächeln Europas (33 Prozent). Branchenunternehmen, aber auch Hochschulen finden nicht mehr genügend Fachkräfte, also Ingenieure und IT-Fachleute. Das sind Ergebnisse der neuen VDE-Studie „KI – Die nächste Stufe der Industrialisierung?“ des Technologieverband. Für die Studie befragte der VDE seine 1300 Mitgliedsunternehmen und Hochschulen der Elektro- und Informationstechnik. pm
  
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