Sonderveröffentlichung

Blick nach vorn: Was die Krise uns gelehrt hat

Alles bleibt anders

Manche sagen den Autoren von Asterix oder den Simpsons prophetische Fähigkeiten nach. 2017 jedenfalls wurde im gezeichneten Gallier-Epos der Wagenlenker „Coronavirus“ frenetisch gefeiert.

16.06.2020
Niggemann Glas & Spiegel

Blick nach vorn“ haben wir diese Beilage genannt. Wir wollten zeigen, welch ungeheuer kreatives Potenzial in den Menschen des Münsterlandes steckt, wie Unternehmen die Herausforderung „Corona“ annehmen, wie völlig Fremde einander helfen, wie kleine und große Probleme gelöst werden, wie Münsterländer dazu beitragen, dass ein Impfstoff entwickelt wird, wie alles digitaler wird.


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»Wir gucken genauer hin: wichtig oder nicht, sofort oder nie, alleine oder gemeinsam. Ich wünsche mir, diese Ausrichtung mitzunehmen.«

Holger Erdmann, Superintendent für den Kirchenkreis Münster


Herausgekommen ist ein Themenspektrum, wie es breiter nicht sein kann. Die Münsterländer haben uns Mutmacher-Geschichten erzählt, von zukunftsgerichteten Konzepten berichtet und viele kleine Dinge aufgezählt, die das Leben lebenswert machen.

Konsequent haben wir den Blick nach vorn gerichtet, haben versucht, das halb volle Glas zu sehen, nicht das halb leere. Natürlich schwebt über allem die Unsicherheit, die Angst gar, wie das Ganze enden wird, ob Corona Teil unseres Lebens bleibt und wie verhindert werden kann, dass die Krankheit weitere Opfer fordert.
    

Trauriger Bestandteil des Alltags sind auch Kurzarbeit, Geschäftsaufgaben und Kontaktbeschränkungen. Selbstverständlich wollen wir davor nicht die Augen verschließen. Auch nicht davor, dass uns die Krankheit wahrscheinlich noch lange begleiten wird und dass eben nicht alles gut ist, solange Kinder nicht in die Schule gehen, Sportvereine kein Training anbieten und Altenheime keine Besucher zulassen können.

Wir müssen dazulernen. Nicht, weil wir das wollen, sondern weil wir den Weg zu einer neuen Normalität finden müssen, damit die Gemeinschaft weiter gut leben kann. Damit keine weiteren Opfer zu beklagen sein werden – weder wirtschaftlich noch gesundheitlich.

Wir haben uns und Ihnen, liebe Leser, ganz bewusst die rosarote Brille auf die Nase gesetzt, um den Blick für das Gute zu schärfen. Auch in einer schweren Zeit wie dieser gibt es gute Nachrichten, gibt es Menschen, die sich einsetzen, die im Hintergrund helfen, die unendlich kreativ werden, gibt es Unternehmen, die in kürzester Zeit Produktionsprozesse verändern und Antworten auf Lockdown, Maskenpflicht und Einlassbeschränkungen finden. Schützenvereine beklagen münsterlandauf und -ab nur kurz, dass ihre Feste und Jubiläen abgesagt werden mussten. Einige werden schnell kreativ und organisieren einfach neue: Drive-in Schützenfest, Schützenfest to go, digitales Stellvertretervogelschießen, Segnungsgottesdienst im Auto – hätte es alles ohne Corona nicht gegeben. Ob sie bleiben? Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Claudia Bakker
Claudia Bakker

Der Münsterländer an sich sehnt sich sehr nach Normalität, nach dem, was er kennt. Wenn auch ein paar neue Traditionen entstehen, bewahrheitet sich einmal mehr das Sprichwort von den beiden Seiten einer Medaille. Aus jeder Krise erwächst etwas Neues. Sei es Digitalisierung, die nun mit Siebenmeilenstiefeln voranschreitet, sei es Nachbarschaftshilfe, die zu neuen Freundschaften werden kann, sei es der Schulabschluss, der Potenzial hat, die vielzitierte Geschichte zu werden, die man den Enkeln noch erzählen wird.

Alles ist anders. Zum Glück ist nicht alles schlecht. Von Claudia Bakker

Corona-ABC

A wie ANTIKE: Der Wort-Ursprung von Corona liegt im griechischen Ausdruck koronē und bezeichnet etwas „Gekrümmtes“. Im Lateinischen wurde daraus corōna, was ringförmige Dinge beschreibt – etwa eine Krone oder den Strahlenkranz der Sonne.

B wie BIER: Die Biermarke „Corona Extra“ wurde zum ersten Mal 1925 in Mexiko City gebraut. Mittlerweile wird es dem Hersteller zufolge in mehr als 180 Ländern getrunken.