Sonderveröffentlichung

70 Jahre Heimatverein Drensteinfurt
Als nur einer zur Sitzung kam

Vorstand blickt auf Anfänge zurück – und mit Vorfreude auf künftige Projekte

Donnerstag, 16.05.2019, 09:08 Uhr

Erst vor Kurzem ist der Vorstand in den Besitz vieler alter Dokumente aus 70 Jahren Vereinsgeschichte gelangt. Franz-Josef Naber (li.) und Günter Neuer sind noch mit der Durchsicht beschäftigt. Zum 75-jährigen Jubiläum soll dann auch eine Chronik erscheinen. 
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Von Nicole Evering 

Ein runder Geburtstag ist immer auch Anlass, einmal zurückzuschauen. Denn bei allen Ideen, die der Heimatverein für die Zukunft in petto hat, lohnt auch ein Blick in die alten Unterlagen aus fast 70 Jahren Vereinsgeschichte.

Ja, leider nur aus fast 70 Jahren. Denn: „Aus den Gründungsjahren ist scheinbar nichts mehr vorhanden“, bedauert Vorsitzender Franz-Josef Naber. Das älteste Dokument ist die Einladung zur Generalversammlung im Jahr 1952. Und was dort auf der Tagesordnung steht, lässt schon schmunzeln. Im Punkt „Sonstiges“ ging es um die „Neugestaltung des Marktplatzes“ – auch heute, fast 70 Jahre später, ist das wieder ein wichtiges Thema in Stewwert.

Ebenso kurios die Notiz des einstigen Schriftführers Heinrich Hülsbeck, der festhielt, dass zur Vorstandssitzung am 10. Dezember 1958 außer ihm selbst niemand erschienen sei.


Das älteste vorhandene Dokument ist übrigens die Einladung zur Generalversammlung vom November 1952. Fotos: Nicole Evering
Das älteste vorhandene Dokument ist übrigens die Einladung zur Generalversammlung vom November 1952. Fotos: Nicole Evering
Aktuell ist der Vorstand, der erst vor Kurzem in den Besitz einiger der Dokumente gekommen ist, mit deren Durchsicht beschäftigt. Zum 75-Jährigen soll dann auch eine Chronik erscheinen.

Am kommenden Samstag, 18. Mai, wird aber erst einmal das 70-jährige Bestehen groß gefeiert. Ein Jahr lang hat sich der extra gegründete Festausschuss mit der Planung beschäftigt. Dass das Doppel-Stadtmodell, in das Heimatfreund Günter Koch viel Herzblut gesteckt hat, an diesem Tag enthüllt werden soll, das steht schon länger fest. Zusätzlich ist im Festzelt im Schlosspark – die Kosten dafür teilt sich der Heimatverein mit den Bauernschützen „St. Michael“, die in der Woche darauf dort ihr Schützenfest feiern – vom Auftritt eines Zauberers über das gemeinsame Singen bekannter Volkslieder bis hin zur Disco nach dem offiziellen Festakt ein buntes Abendprogramm geplant.

Große Vorfreude darauf empfindet der Vorstand, wenn er auf die schon sehr gelungene Feier zum 65-Jährigen in der ehemaligen Festhalle Volkmar zurückblickt. Just dieses Ereignis war es aus Sicht des heutigen Vorsitzenden auch, das den „Boom“ des Vereins erst ausgelöst hat. Denn gehörten der Gemeinschaft im Jahr 2013 noch etwa 100 Heimatfreunde an, so sind es mittlerweile sage und schreibe 530. „Es hat sich einfach die richtige Truppe zum richtigen Zeitpunkt gefunden“, lobt Franz- Josef Naber das engagierte Team der Aktiven, das mit Altbewährtem, aber eben auch mit neuen Ideen die Menschen begeistert. Der erste „Tag der Natur“ in der Rieth war zum Beispiel solch ein Highlight. Er soll 2020 eine Neuauflage erfahren. „Viele der Aussteller von vor zwei Jahren haben schon zugesagt“, freut sich Naber.

Wieder aufleben lässt der Verein auch die Tradition der plattdeutschen Theaterstücke. Günter Neuer hat eine engagierte Truppe an Darstellern und Helfern um sich geschart. Mit den Proben soll bald begonnen werden, die Aufführungen sind für den November geplant.

In Zukunft will sich der Heimatverein auch verstärkt dem Nachwuchs widmen. Dafür ist extra eine Kinderund Jugendgruppe gegründet worden, die nach den Sommerferien mit ihren Angeboten starten will. „Es liegt schon ein gutes Dutzend Anmeldungen vor“, berichtet Naber. Auch einen Raumhaben die Gruppenleiterinnen mittlerweile gefunden. Die Treffen werden in der Alten Küsterei stattfinden.

► Der Vorverkauf für den Festakt am Samstag ist zur Freude des Heimatvereins sehr gut gelaufen. Fast 400 Karten sind bereits an den Mann und die Frau gebracht. Es wird aber noch Restkarten an der Abendkasse zum Preis von 25 Euro – das Abendessen in Büfettform ist inbegriffen – geben. Die anschließende Party ist dann für alle Interessierten offen, der Eintritt ist frei. Los geht‘s ab 22.30 Uhr.


Lager gesucht

Bücher, Stellwände, Requisiten: Viele neue Projekte bedeuten auch viel Material – das die Heimatfreunde mittlerweile nicht mehr alles im eigenen Keller aufbewahren können. Der Verein ist deshalb auf der Suche nach einem Lagerraum. Wer helfen kann, kann sich bei Franz-Josef Naber, ' 15 05, oder Günter Neuer, '17 99, melden. (ne)
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Enthüllung des Doppel-Stadtmodells

Fotos: Kunstgießerei Anft
Fotos: Kunstgießerei Anft
Ein Doppel-Stadtmodell, wie es der Drensteinfurter Heimatverein am kommenden Samstag, 18. Mai, aufstellen wird, gibt es in Deutschland laut Vereinsvorstand kein zweites Mal. Es zeigt zwei Ansichten der Innenstadt – einmal um 1800 und einmal im Jahr 2000. Aus den von Vereinsmitglied Günter Koch in akribischer, monatelanger Kleinstarbeit gebastelten Holzteilen sind in der Kunstgießerei Anft in mehreren Arbeitsgängen zwei Bronze-Modelle gegossen worden. Diese werden auf dem Platz vor der Alten Post aufgestellt und am Samstag um 16 Uhr in Anwesenheit des Bürgermeisters und zahlreicher weiterer Gäste enthüllt. Das Projekt wurde mit 6000 Euro aus dem Verfügungsfonds bezuschusst.

Das Programm am Samstag

► 15 Uhr: ökumenischer Wortgottesdienst im Festzelt, mitgestaltet vom Chor „conTAKT“
► 15.30 Uhr: Umzug mit dem Spielmannszug „Grün-Weiß“ durch die Innenstadt zur Alten Post
► 16 Uhr: Enthüllung des Doppel-Stadtmodells
► 16.30 Uhr: Einlass ins Festzelt im Schlosspark
► 17 Uhr: Beginn des Festaktes im Zelt mit Festrednerin Dr. Silke Eilers, Geschäftsführerin Westfälischer Heimatbund
► 18 Uhr: Abendessen
► 19.30 Uhr: Zauberer Michael Sondermeyer
► 20.15 Uhr: Willi Mussenbrock plaudert Lustiges über „Ereignisse in Drensteinfurt“ aus
► 21 Uhr: gemeinschaftliches Singen bekannter Volkslieder mit Heiner Eckervogt
► 21.30 Uhr: „Dinner for one“ auf Plattdeutsch mit „Jans und Sophie“
► 22 Uhr: Bauchredner „Ette und Elly“
► 22.30 Uhr: Disco
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