Sonderveröffentlichung

2. Münsterländischer Vermögenstag 2018
Alternative Anlagen rücken in den Fokus

Vermögensverwaltung Spiekermann zum Investieren in Bitcoin und Gold

Freitag, 09.11.2018, 07:43 Uhr

Gold ist als Geldanlage vor allem in unsicheren Zeiten attraktiv. Foto: colourbox.de
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National-Bank AG
MÜNSTER. Sind Gold oder Bitcoin Geldanlage-Alternativen in Nullzins-Zeiten? Hier eine grundlegende Betrachtung:

Der Bitcoin wurde 2008 von „Satoshi Nakamoto“ erfunden, einer bis heute nicht bekannten Person oder Gruppe. Die Ursprungsidee war es, ein von staatlichen Einflüssen befreites, dezentrales Zahlungsmittel zu schaffen, das einen grenzüberschreitenden, kostengünstigen und schnellen Zahlungsverkehr ermöglichen sollte. Zudem wurde die Menge an künftig neu hinzukommenden Bitcoins auf 21 Millionen beschränkt, so dass eine im Voraus limitierte Menge für eine gewisse Werthaltigkeit sorgen sollte.

Täglich kommen etwa 1900 Bitcoins hinzu, wobei diese Menge mit der Zeit abnimmt, da die „Herstellung“ immer teurer wird. Mit jeder zusätzlich geschaffenen Einheit steigt der Rechenaufwand, da die aneinandergereihte Datenkette, die sogenannte Blockchain, immer länger wird.

Diese frisst inzwischen mehr Strom als große Städte verbrauchen. Über die Hälfte der Bitcoins wird derzeit in China geschürft. Das bedeutet, dass auch ein Großteil der gespeicherten Transaktionen dort überprüft wird. Die dezentrale Ursprungsidee wird dadurch ad absurdum geführt.

Margarete Kordt
Margarete Kordt
Natürlich gibt es viele gute Argumente für die Idee des Kryptogeldes und die Zukunft der Blockchain-Technologie, meint Margarete Kordt, Leiterin der münsterischen Filiale bei der Vermögensverwaltung Spiekermann & Co. Doch diese rechtfertige nicht jeden Preis. Wird die Blase beim Bitcoin eines Tages platzen? Sicherlich. Wird das morgen passieren oder erst bei einem Stand von 100 000 Dollar oder gar einer Million? „Das kann keiner seriös vorhersagen“, so Kordt. Der Auslöser kann aus vielen Richtungen kommen: Staaten können Bitcoin und andere Kryptowährungen verbieten. Oder geht einfach der Strom aus? Manche Analysten erwarten, dass bei Fortsetzung des heutigen Wachstums schon in wenigen Jahren die gesamte Stromerzeugung der Welt nur für das „Mining“ gebraucht würde.

„Wir befinden uns zweifelsohne in einer Spirale abnehmender Zinsen und steigender Geldmengen, mit dem Ziel, unseren Schuldenturm stabil zu halten“, sagt Kordt. Insofern sei es nachvollziehbar, einen Weg zu finden, aus dem bestehenden System teilweise zu flüchten. Dass der Bitcoin oder andere Kryptowährungen dafür die richtige Antwort sind, sei allerdings stark zu bezweifeln. Die Währungen basierten zwar auf einer guten Logik und einer interessanten Technologie, dennoch sei die Bewertung nicht konsistent zur Bewertung anderer Wertaufbewahrungsmittel wie beispielsweise dem Gold.

Gold ist als Währung bereits seit über 5000 Jahren akzeptiert – und bietet deshalb einen Schutz gegen die Papiergeldinflation der Notenbanken. Gold, das aus diesem Grunde – zumeist physisch – erworben wird, könnte man auch als „Absicherungsgold“ bezeichnen, so Kordt. Es diene vor allem als langfristiger Wertspeicher. Der zweite Grund, Gold zu kaufen, sei spekulativer Natur. Investoren kaufen das Edelmetall in der Erwartung, es in nicht allzu ferner Zukunft zu höheren Preisen veräußern zu können. Es diene ihnen zur Depotoptimierung. Anders als das Sicherheitsgold werde es vom Eigentümer in der Regel nicht physisch gehalten, sondern vorzugsweise über börsengehandelte Goldfonds, sogenannte ETFs.

Grundsätzlich gelte: Je höher die Opportunitätskosten der Goldhaltung, das heißt, je attraktiver die Erträge aus anderen Anlageklassen sind, desto unattraktiver ist das Edelmetall.

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