Sonderveröffentlichung

In Ameke und Mersch geht es dieses Pfingsten ungewohnt beschaulich zu

Das Dorf muss ohne seine Feste auskommen

Zum Schützenfest ist sonst das ganze Dorf auf den Beinen. Am Ameker Bolzplatz stehen Bier- und Imbisswagen und laden zu Geselligkeit ein. In diesem Jahr werden allerdings keine Schützen durch die Straßen ziehen. Fotos: Simon Beckmann / Luis Pollmüller

30.05.2020

Kein Georgsfest, kein Frühjahrsfest, kein Schützenfest: Gleich drei beliebte und traditionelle Veranstaltungen musste die Schützenbruderschaft St. Georg in diesen Monaten schon absagen. Ob das Kinderschützenfest am 23. August stattfinden kann, steht noch in den Sternen. Eine schwierige Zeit auch für den Verein aus Mersch und Ameke, der seit 1839 existiert. Und in dessen Annalen Jan-Hendrik Erdmann nun gleich zwei Mal eingehen wird: zum einen als erster Walstedder, der den Vogel im Georgsdorf von der Stange geholt hat, und zum anderen als „Corona-König“, der ohne eigenes Zutun gleich zwei Jahre hintereinander regieren darf.


»Mir tut es leid für alle, die dieses Jahr eigentlich vorhatten, den Vogel herunterzuholen.«

König Jan-Hendrik Erdmann


„Es ist schon traurig, dass wir dieses Jahr kein Schützenfest feiern können. Ich vermisse den Oberst, den Hauptmann und die anderen Schützenfreunde jetzt schon“, hatte Erdmann jüngst im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. „Mir tut es leid für alle, die dieses Jahr eigentlich vorhatten, den Vogel herunterzuholen. Es hätte bestimmt viele Bewerber gegeben.“

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Er selbst wird an diesem Wochenende, an dem in Mersch und Ameke sonst eigentlich Jung und Alt auf den Beinen gewesen wären, um den neuen Schützenkönig gebührend zu feiern, wohl aufs Fahrrad steigen und das sonnige Pfingstwochenende dann eben anderweitig genießen.

Pfingsten, das ist seit vielen Jahren traditionell das Wochenende, an dem in Ameke Schützenfest gefeiert wird. Als Gründungsjahr des dahinter stehenden Vereins, der heute vom Ersten Vorsitzenden Franz Grawe angeführt wird, gilt 1839. Aus dem 19. Jahrhundert seien allerdings keinerlei schriftliche Aufzeichnungen mehr vorhanden, ist der Homepage der Georgsschützen zu entnehmen. Die Gemeinschaft habe damals noch den Namen „Allgemeiner Schützenverein Mersch-Ameke“ getragen. Als Gründer werden Bernhard Röper und Franz Quast und als Wirt Johannes Böcker genannt. Die Vereinsgründung werde nachgewiesen durch ein an der wertvollen Königskette angebrachtes Schild. Die jetzige Königskette stamme aus dem Jahre 1925 und wurde 1988 geteilt.

Das aktuelle, auch für die Schützenbruderschaft St. Georg spezielle Vereinsjahr soll aber, auch wenn es keine großen Feste gibt, in vielen Bildern festgehalten werden. Der Verein bittet dafür um Fotos der Bewohner mit der Fahne, mit Schützenmütze oder in Uniform. Die gemachten Bilder können dann per WhatsApp an 0 23 87 / 2 91 98 88 gesendet werden. Die Georgsschützen werden aus den Fotos eine Collage erstellen und diese auf der eigenen Internet- und Facebookseite online stellen. (ne/pm)

www.georgsschuetzen.de