Sonderveröffentlichung

25 Jahre Kunstmuseum Ahlen
Anschaulicher Kunstunterricht

Kooperationen mit Schulen und sozialen Einrichtungen

Montag, 10.12.2018, 08:47 Uhr

Unterzeichnung des Kooperationsvertrages mit der Fritz-Winter-Gesamtschule (v.l.): l.): Anna Linnemann (Förderkreis Kunstmuseum), Bürgermeister Benedikt Ruhmöller Schulleiter Alois Brinkkötter, Ministerin Sylvia Löhrmann, Museumsdirektor Burkhard Leismann und Meinolf Wiesehöfer (Theodor-F.-Leifeld-Stiftung).
Anzeige
25 Jahre Kunstmuseum Ahlen
LR Health & Beauty
Seit der Einrichtung der ersten Neigungsklasse „Kunst“ 2007 besteht eine intensive Zusammenarbeit zwischen dem Kunstmuseum Ahlen und der Fritz-Winter-Gesamtschule. Sie gipfelte nach acht Jahren erfolgreicher Praxis in einem Kooperationsvertrag, den beide Partner am 4. März 2015 im Beisein der Schulministerin Sylvia Löhrmann feierlich unterzeichneten. „Museen und Schulen vermitteln Wissen, lebensweltliche Orientierung und kulturelle Bildung, sie ergänzen sich dabei in idealer Weise. Informations- und Medienkompetenz sind in Zeiten zunehmender Informationsströme und medial vermittelter Erfahrungen eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Lebensgestaltung.“ Diese Überlegungen waren Anlass für die seitens des Landes mehrfach honorierte Kooperation zwischen der Fritz-Winter-Gesamtschule und dem Kunstmuseum Ahlen. 

Sechs Kunstklassen besuchen jedes Schuljahr regelmäßig die Ausstellungen des Museums. Die Schüler lernen hier unterschiedliche Kunstformen kennen, diskutieren künstlerische und gesellschaftliche Themen, probieren gestalterische Techniken aus und untersuchen Konzepte, mit denen die Kunst Erlebnisse und Erscheinungen der Wirklichkeit zum Ausdruck bringt. Mit der Bandbreite seiner Ausstellungen bietet das Kunstmuseum Ahlen ein breit gefächertes Anschauungsmaterial, das den Blick der Schüler erweitert und eine angemessene Toleranz gegenüber künstlerischen Ausdrucksweisen weckt. 

Kulturgesellschaft Stadt Ahlen

Aber auch die Kunstklassen hinterließen erlebnisreiche Spuren im Museum. Mit ausstellungsbezogenen Tanz- und Performanceaufführungen, mit Texten und kreativen Veranstaltungen für Besucher haben die Kunstklassen an Internationalen Museumstagen, zu Finissagen oder zum Beispiel auf dem Museumsfest 2009 das Museumsleben aktiv bereichert. Das Museum unterstützt auswärtige Ausstellungen der Kunstklassen und bietet ein Forum für kleine Präsentationen von Ergebnissen der künstlerischen Zusammenarbeit. Zum Abschluss ihrer Kunstklassenlaufbahn darf jede Kunstklasse im Museum eine Präsentation ausrichten. Sie ist eine Art Abschied vom Museum und eine selbstbewusste öffentliche Darstellung des künstlerisch gebildeten Profils der Klasse.
Ruhestörung“: Das Zusammenspiel zwischen Kunst und Musik wird in Kooperationsprojekten zwischen der Musikschule und dem Kunstmuseum erprobt. Fotos: Kunstmuseum Ahlen
Ruhestörung“: Das Zusammenspiel zwischen Kunst und Musik wird in Kooperationsprojekten zwischen der Musikschule und dem Kunstmuseum erprobt. 
Fotos: Kunstmuseum Ahlen
Eine zwar nicht vertraglich festgeschriebene, aber in vielen Projekten praktizierte Kooperation zwischen dem Kunstmuseum Ahlen und der Musikschule Beckum-Warendorf existiert seit 13 Jahren. „MoMa-Museumsstücke II“ von Dieter Schnebel, damals noch eine Kooperation der Musikhochschule Münster mit der Ahlener Musikschule, setzte den Anfang. In zahlreichen Workshops und Kursen erprobten die Initiatorinnen Antje Günther und Dagmar Schmidt das Zusammenspiel, die produktive Nachbarschaft und die rezeptive Verstärkung zwischen Kunst und Musik. Mit der Reihe „Klangbilder“ untersuchten sie mit Kindern der Musikwerkstatt und in Kunstkursen, wie die Bildende Kunst zum Inspirationsquell für musikalische Eigengestaltungen wird und umgekehrt. Aufgeführt wurde in den Ausstellungsräumen direkt im Dialog mit der Kunst.

Schüler in der Ausstellung: Die Kunstklassen der Fritz-Winter-Gesamtschule besuchen regelmäßig das Museum und bereichern das Programm der Einrichtung mit kreativen Veranstaltungen Fotos: Kunstmuseum Ahlen
Schüler in der Ausstellung: Die Kunstklassen der Fritz-Winter-Gesamtschule besuchen regelmäßig das Museum und bereichern das Programm der Einrichtung mit kreativen Veranstaltungen Fotos: Kunstmuseum Ahlen
In zwei Ferienkursen wurden für das im Mai 2008 in Ahlen aufgeführte Familienkonzert „Musik erzählt etwas“ szenische Bilder gemalt. Das Schüler-Sinfonie-Orchester Ahlen spielte „Serge Prokoffiews „Peter und der Wolf“ und Georg Philipp Telemanns „Ouverture der „Wassermusik“ inmitten großer Bildtableaus und vor filmisch eingespielten Bühnenbildern. Im Herbst 2013 in der Ausstellung „Ruhestörung. Streifzüge durch die Welt der Collage“ sorgten 15 Jugendliche und Kinder mit eigenen Instrumenten und diversen Alltagsgegenständen eine Woche lang für eine produktive, musikalische Ruhestörung im Haus. Erarbeitet wurden vier neu komponierte musikalische Collagen, die als Uraufführungen in der Schau einem großen Publikum dargeboten wurden.

Dass Kunst die Kraft hat, ältere Menschen mit und ohne Migrationshintergrund und mit und ohne Behinderung zusammenzubringen, das zeigte 2014 ein Kooperationsprojekt zwischen dem St. Vincenz in Ahlen und dem Kunstmuseum Ahlen. Beide Institutionen wurden vom Verein Alter und Soziales e.V. zusammengebracht. Dieser beantragte mit Erfolg ein durch das Land gefördertes inklusives Kunstprojekt, das dann unter dem Titel „Inklusiv-kreativ“ wöchentlich abwechselnd im Museum und im St. Vincenz stattfand. Entstanden ist eine Gemeinschaft, die viele Werke realisierte und eine Ausstellung in der Stadtbücherei auf die Beine stellte. Für die Museumspädagoginnen war dies, nach ihren Erzählungen, eine ganz besondere Erfahrung, die sie gerne in Nachfolgeprojekten vertiefen würden. Dagmar Schmidt

Datenschutz