Sonderveröffentlichung

Darmkrebsvorbeugung durch Vorsorge-Koloskopie

Risiko steigt mit zunehmendem Alter

Ein Polyp im Dickdarm. Foto: Antonius Hospital Gronau

23.02.2021

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Jährlich erkranken etwa 60000 Menschen an Darmkrebs in unterschiedlichen Stadien. Das Lebenszeitrisiko, daran zu erkranken, beträgt etwa sechs Prozent in der Normalbevölkerung und erhöht sich deutlich, wenn erstgradig Verwandte betroffen sind. Ursache für den Darmkrebs sind unter anderem sogenannte Lebensstilfaktoren wie Übergewicht, Rauchen, ballaststoffarme und fleischreiche Ernährung, mangelnde Bewegung etc..

Eine Vorsorgeuntersuchung mittels Koloskopie (Männer ab dem 50. Lebensjahr, Frauen ab dem 55. Lebensjahr) ist die effektivste aller Vorsorgemaßnahmen im Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeempfehlungen. In dieser Untersuchung können zum Beispiel Tumorvorstufen, die sogenannten Polypen, erkannt und sofort entfernt werden, bevor sie im Laufe der Zeit möglicherweise böse (maligne) entarten. Dafür stehen in entsprechenden Kompetenzzentren wie der Klinik für Innere Medizin II am St. Antonius-Hospital Gronau verschiedene Techniken zur Verfügung, die es erlauben, auch größere Polypen zu entfernen.

Bei der Gruppe der über 50-Jährigen findet man Polypen bei etwa 35 Prozent der Untersuchten, mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit weiter an.

Die endoskopische Untersuchung dient auch dazu, bereits vorhandene Tumore in Frühphasen zu erkennen, damit sie frühzeitig behandelt werden können. Auch in diesen Fällen gibt es endoskopische Techniken zur Entfernung dieser frühen Krebsstadien. Bei Männern beginnt die koloskopische Vorsorge früher als bei Frauen, da Untersuchungen gezeigt haben, dass sie früher an Darmkrebs erkranken als Frauen. In den vergangenen Jahren ist außerdem eine Tendenz mit Auftreten von Darmkrebs auch bei jüngeren Menschen zu erkennen, so dass die Empfehlungen hin zu einem noch früheren Beginn der Vorsorge angepasst werden könnten.


»Würden sämtliche Vorsorgemaßnahmen inklusive gesunder Lebensweise konsequent umgesetzt werden, könnten zirka 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen verhindert werden.«

Dr. Thomas Glosemeyer-Allhof, Chefarzt


Eine Darmspiegelung wird in der Regel mit einer leichten Betäubung durchgeführt, der Patient merkt somit nichts von der eigentlichen Untersuchung. Da die Komplikationsrate sehr niedrig ist und die Patienten die Betäubung als sehr angenehm empfinden, kommt diese effektive Untersuchung in den vergangenen Jahren immer häufiger zum Einsatz.

„Würden sämtliche Vorsorgemaßnahmen inklusive gesunder Lebensweise konsequent umgesetzt werden, könnten zirka 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen verhindert werden“, berichtet Chefarzt Dr. Thomas Glosemeyer-Allhoff. (pm)