Sonderveröffentlichung

So motten Sie Oldies richtig ein

Auto im Winterschlaf

Für den Winterschlaf eignen sich atmungsaktive und weiche Abdeckungen als automobile Zudecken. Foto: dpa

21.11.2020

Bei Regen und Glatteis macht Autofahren selten Spaß. Besonders, wenn das Auto ein Oldtimer ist und mehr gepflegt als gefahren wird. Viele Besitzer schonen ihr liebgewonnenes Blech und schicken es im Herbst in den Winterschlaf. Damit das Auto im Frühjahr wieder direkt startet, gibt es einiges zu beachten.

Für Marcel Mühlich gehört vor dem Abstellen eine gründliche Reinigung des Außen- und Innenraums mit anschließender Trocknung dazu. „Dazu zählen auch Räder, Radkästen und der Unterboden“, so der Technikexperte des Auto Club Europa (ACE). Eine gründliche Lackversiegelung mit Wachs schützt zusätzlich.

Im Innenraum ist an Teppiche, Lenkrad, Schalthebel, Sitze und etwaige Anschnallgurte zu denken. In einer feuchten Umgebung fangen diese an zu schimmeln. Bei Leder eignet sich eine spezielle Lederpflege oder eine sehr verdünnte Essigessenz. Nutzer probieren neue Mittel besser an einer nicht sichtbaren Stelle aus.

Wohin mit dem automobilen Schätzchen? Trocken und gut durchlüftet – so sieht für Mühlich der ideale Platz für den Winterschlaf aus. Das können Orte wie Carports, Hallen oder Scheunen sein. In größeren Städten bieten auch diverse Unternehmen Unterstellplätze an. Wer sein Auto im Freien parken muss, sollte keine Folie zum Abdecken benutzen. Sammeln sich Schmutzpartikel darunter, könne das in Verbindung mit Wind wie Schleifpapier wirken. Auch sich sammelnde Feuchtigkeit kann zu Rost auf Metallteilen führen und die Schimmelbildung fördern.

Besser eignen sich atmungsaktive, aber wasserabweisende und weiche Abdeckungen, wenn das Fahrzeug sauber ist und kein Schmutz zwischen diese und Fahrzeug gelangen kann. Auf jeden Fall lohnt es sich, den Innenraum mit Tüchern vor UV-Licht zu schützen. Das bleicht Kunststoffe aus oder macht sie spröde. Hinterschäumte Armaturenbretter und Lenkräder können Risse bekommen. Stoffe bleichen aus und werden brüchig, Leder härtet aus und schrumpft.

Dieter Lauffs empfiehlt, am Ende der Saison die vorgeschriebenen Wartungsarbeiten inklusive Wechsel der Schmierstoffe. „Altes Öl mit Ablagerungen aus Verbrennungsrückständen und Kondenswasser können im Motor Rost verursachen, daher sollten es Besitzer vor dem Einlagern wechseln“, sagt der Experte. Auch andere Flüssigkeiten wie für die Bremsen, das Getriebe oder einer eventuell vorhandenen Servolenkung sollte man nach Herstellerangaben wechseln. Vor dem Winterschlaf bauen Oldiefreunde möglichst die Batterie aus und lagern sie warm und trocken. Am besten hängt man sie an einen Batterie-Erhaltungslader für eine permanent schonende Ladung. Blei-Batterien verlieren im Monat etwa zehn Prozent ihrer Ladung. Nach ein paar Monaten können sie sich tiefentladen und sind anschließend häufig defekt, sagt Lauffs. (dpa)


E-Autos im Winter besser vorheizen

Kalte Temperaturen mögen die Akkus von E-Autos gar nicht. Sie bringen deshalb nicht die vom Sommer gewohnte Leistung – und somit weniger Reichweite. Auch das Heizen zerrt am Akku. Daher sollten E-Autofahrer ihr Fahrzeug möglichst vor dem Losfahren mit der Vorklimatisierung aufwärmen, rät die Zeitschrift „Auto, Motor und Sport“ (Ausgabe 23/20). Dann ist es beim Start bereits warm und die Energie dafür kam aus dem heimischen Stromnetz, was den Akku schont. Unterwegs sollte sowieso besser passgenau geheizt werden: Also besser die Heizung von Sitz und Lenkrad anschalten anstelle den gesamten Innenraum zu heizen. Zwischen 20 bis 50 Prozent an Reichweite können E-Autos je nach Modell, Bedingungen der Fahrt und Wetter laut der Zeitschrift im Winter im Vergleich zum Sommer einbüßen. (dpa)