Sonderveröffentlichung

Berufswahl
Berater, Begleiter und Beschützer

Quereinstieg in die Pflege: Restaurantfachmann Ümit Comba hat sich für sozialen Beruf entschieden

Samstag, 22.06.2019, 11:50 Uhr

Ümit Comba hat zuerst eine Ausbildung in einem Vier-Sterne-Hotel absolviert. Zufrieden war er mit dem Job jedoch nicht. Im Seniorenzentrum Haus Simeon, das zur Diakonie Münster gehört, macht er eine Ausbildung zur Altenpflegefachkraft. Foto: Uwe Jesiorkowski
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Nicht immer landet man mit der ersten Ausbildung einen Volltreffer. Oder man möchte den Beruf nach einiger Zeit an den Nagel hängen. Was immer auch der Grund dafür sein mag: Der Job ist nicht mehr gefragt oder man ist für den Beruf nicht mehr oben auf der Liste. Nun ist eine Neuorientierung nötig, was kann ich, was will ich, wer will mich und was hat Zukunft?

„Die ersten fünf Minuten im Praktikum haben mein Leben sofort verändert!“ So berichtet Ümit Comba von seinem beruflichen Wechsel. Der 33-Jährige ist im zweiten Jahr seiner Ausbildung zur Altenpflegefachkraft und hat damit seine „Aufgabe im Leben“, wie er selbst sagt, gefunden. Dies ist also die ultimative Empfehlung für alle, die an einen Pflegeberuf denken: Reinschnuppern, eine Hospitation vereinbaren und vielleicht ein Praktikum absolvieren, je nach dem, was in der jetzigen Situation passt. Ob es so eine großen ‚Aha-Effekt‘ gibt wie bei Ümit Comba kann keiner garantieren, aber auf jeden Fall wird schnell klar, ob ein sozialer Beruf passt.

»Die ersten fünf Minuten im Praktikum haben mein Leben sofort verändert.«

Ümit Comba, angehende Altenpflegefachkraft

Seine Ausbildung in der Gastronomie hat Ümit Comba in einem Vier-Sterne-Hotel absolviert – eine strenge Ausbildung mit viel Disziplin. Glücklich, so der Münsteraner, war er jedoch mit dieser Arbeit nicht. In der Gastronomie habe er zwar auch mit Menschen gearbeitet, aber „in meinem jetzigen Beruf erfahre ich wirkliche Wertschätzung“, ist der Auszubildende überzeugt. „Eine Erfahrung, die mir sehr viel gibt und mich meinen Job auch sehr gerne machen lässt.“ Manche spitzen es zu und sagen: „Was ich in meinem neuen Job in nur wenigen Tagen an Anerkennung erfahre, das habe ich meinen gesamten zwanzig Berufsjahren zuvor nicht erlebt“. Aber so sehr das auch eine Motivation zum Wechsel ist, ohne Voraussetzungen klappt das nicht. Wer den Quereinstieg in den Pflegeberuf wagen will, sollte nicht nur ausgeglichen, kommunikativ, teamfähig, zuverlässig und engagiert sein. Der Pflegealltag ist kein Zuckerschlecken, trotz der zahlreichen schönen Momente. Wer mit Stress umgehen kann und auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf behält ist klar im Vorteil.

Sich über die Pflegeberufe informieren ist ein weiteres Stichwort. „Früher habe ich selbst viele Vorurteile und ein gefährliches Halbwissen gehabt, wenn es um die Pflege von alten Menschen ging“, erzählt Ümit Comba. Für viele hieße Altenpflege eben immer noch: Popo abwischen — also ein Job, den keiner machen möchte. „Aber das ist das kleinste Problem“, ist Ümit Comba überzeugt. „Pflege ist das ganze Leben. Man pflegt Beziehungen, Freundschaften und man pflegt sich selbst.“ Das sei einfach wichtig zu wissen. „Ich bin in meinem Job Berater, Begleiter und Beschützer zugleich.“

Für den Quereinstieg in der Pflege gelten übrigens die gleichen Ausbildungszeiten wie für Auszubildende. Unter bestimmten Voraussetzungen allerdings, etwa bei langjähriger praktischer Pflegeerfahrung in der Altenpflege, kann nach sogenannter Kompetenzfeststellung eine verkürzte Ausbildungszeit erfolgen. (pm)

www.starke-pflege-muenster.de

Bewerbung mitnehmen

Beratungsgespräch bei der Arbeitsagentur
Foto: Colourbox.de
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Damit ein Beratungsgespräch bei der Agentur für Arbeit zum Erfolg wird, können Jugendliche sich vorbereiten. Sie können sich zum Beispiel im „Berufe-Universum“ der Bundesagentur für Arbeit eine Liste mit Berufen ausgeben lassen, die ihren Interessen entsprechen. Darauf weist die Bundesagentur für Arbeit auf ihrer Seite „planet-beruf.de“ hin. Im Beratungsgespräch bekommen die angehenden Berufstätigen dann Informationen zu passenden Ausbildungsangeboten in ihrer Nähe – und Tipps, wie sie sich am besten bewerben.

Wer sich bereits beworben hat, aber noch keinen Erfolg hatte, kann auch seine Bewerbungsunterlagen mit zum Beratungsgespräch bringen. Die Berufsberater prüfen dann, ob sich an der Bewerbung noch etwas verbessern lässt – oder ob vielleicht sogar ein anderer Beruf besser passen würde. (dpa)

Karrierechancen bei der Polizei

Einzelberatungen im BiZ
Wer sich für eine Berufslaufbahn im Polizeidienst interessiert, ist am Donnerstag, 27. Juni, im Berufsinformationszentrum (BiZ) in Ahlen genau richtig. Über die Polizei als Arbeitgeber sowie über mögliche Einstiegswege in den Traumberuf wird in individuellen Einzelgesprächen informiert.

Polizeihauptkommissar Andreas Zinta berät Interessenten zwischen 13 und 17 Uhr über eine Ausbildung oder ein Studium bei der Polizei. Auch Fragen zu Zugangsvoraussetzungen, Bewerbungs- und Auswahlverfahren sowie zu Spezialisierungs- und Aufstiegsmöglichkeiten werden beantwortet. Die Veranstaltung findet im Berufsinformationszentrum (BiZ) in der Bismarckstraße 10 in Ahlen statt.

Da es sich um Einzelberatungen handelt, wird um eine vorherige Anmeldung unter Tel. 0 23 82/95 91 37 gebeten. Die Teilnahme an der Beratung ist kostenlos.
  
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