Sonderveröffentlichung

Brustkrebsmonat Oktober
Brust ist immer auch Kopf

Ganzheitliche Behandlungskonzepte

Dienstag, 16.10.2018, 07:09 Uhr

Dr. med. Dipl. Psych. Wilhelm Steinmann, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Leiter des BrustZentrums NordWest. Foto:BZNW
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St. Antonius-Hospital Gronau GmbH
Nach wie vor ist der Brustkrebs die häufigste Krebsform bei Frauen. Fast 30 Prozent der Krebserkrankungen bei Frauen entfallen auf das Mammakarzinom, einen bösartigen Tumor im Brustgewebe. Die Chancen auf einen nachhaltigen Therapieerfolg sind heute sehr hoch. Die medizinisch therapeutische Versorgung in Deutschland nimmt einen internationalen Spitzenplatz ein. In Forschung und Medizin werden laufend neue Erkenntnisse gewonnen und große Fortschritte gemacht.

Aber nicht nur die sehr hohe Sensibilität des komplexen Drüsen- und Nervensystems erfordert bei der Therapie einen behutsamen Umgang und schonende Behandlungsmethoden. Vor allem die ästhetische und emotionale Bedeutung der Brust verursacht bei jeder Frau tiefgreifende Belastungssituationen nach der Diagnose. Nicht wenige Betroffene stürzen regelrecht in ein Loch. Hier kann nur ein ganzheitliches Therapiekonzept dabei helfen, vor dauerhaften seelischen Belastungssituationen, die bis hin zum Trauma führen können, zu schützen.

Nur mit Blick auf das Ganze erkennt man die Komplexität und Diversität der Erkrankung, die bei jeder Frau anders verläuft und übrigens selten auch Männer betreffen kann. Aufbauend auf dieser Erkenntnis hat Dr. med. Dipl. Psych. Wilhelm Steinmann, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am St. Antonius-Hospital Gronau, gemeinsam mit seinem Team das BrustZentrum NordWest (BZNW) aufgebaut.

Grundlage des modernen Therapie-Konzeptes ist die ganzheitliche und strukturierte Begleitung, Therapie und Nachsorge in allen Phasen der Krebserkrankung. Dabei steht die Patientin mit ihren Besonderheiten, ihren individuellen Fragen, Wünschen und Sorgen im Mittelpunkt.

Das Spektrum des zertifizierten BZNW reicht von der Therapie gutartiger Erkrankungen der Brust über rekonstruktive Chirurgie bis zur Betreuung bei laufender Chemotherapie. Alle relevanten Brustoperationen werden dort durchgeführt. Dabei legen die Gronauer Experten neben der hohen medizinischen Qualität besonderen Wert auf das kosmetische Ergebnis nach einem solchen Eingriff. Dazu gehören unter anderem brusterhaltende Operationen, Brustaufbau, Angleichungen, medizinische Vergrößerungen- und Verkleinerungen sowie Rekonstruktionen inklusive einer Nachbildung der Brustwarzen mittels medizinischer Tätowierung beziehungsweise Pigmentierung.

Neben der sehr guten ärztlichen und pflegerischen Versorgung nimmt im BZNW die Sorge um den ganzen Menschen einen besonderen Stellenwert ein. Zwei Brustschwestern, sogenannte „Breast-Care-Nurses“, die speziell für diese Tätigkeit ausgebildet sind, eine Psychoonkologin sowie eine Naturheilkundlerin kümmern sich speziell um krebskranke Menschen. Der Chefarzt und Leiter des BZNW, Wilhelm Steinmann, verfügt nicht nur über rund 30 Jahre Erfahrung als Facharzt für Gynäkologie, sondern kennt als diplomierter Psychologe auch die seelischen Aspekte der Krebserkrankung aus der Expertenperspektive.

„Viel wichtiger als die Qualifikation und der Titel sind aber die Empathie und die Sensibilität, die für die betroffenen Frauen von größter Bedeutung sind. Das erleben wir jeden Tag aufs Neue. Wir sind davon überzeugt, dass ein hohes Maß an menschlicher Nähe, Vertrauen und Sicherheit entscheidenden Einfluss auf den Genesungsprozess haben“, erklärt der 62-Jährige. „Bezogen auf die hohe psychische Belastung betrifft das Mammakarzinom nicht die Brust allein, sondern immer auch den Kopf, also die Psyche. Darum haben wir unser Konzept darauf ausgerichtet, auf Augenhöhe zu kommunizieren, verstanden zu werden und alle Beteiligten einzubinden. Auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit läuft in einem relativ kleinen Krankenhaus wie unserem hervorragend. Beispielhaft sind auch unsere sogenannten Mamma-Briefings zu jeder Patientin und Tumorboard-Konferenzen, die einen Austausch mit anderen Experten aus verschiedenen medizinischen und therapeutischen Bereichen erlauben. Am St. Antonius-Hospital Gronau haben wir einen hohen operativen Anteil und verfügen über hervorragende Infrastruktur. Jeder OP geht ein sorgfältiges ärztliches Gespräch voraus, bei dem die Art und der Umfang der im Einzelfall durchzuführenden Operation festgelegt wird. Die Risiken der Operationen werden besprochen sowie mögliche Alternativen diskutiert – bei diesen Gesprächen ist neben dem Arzt häufig auch die Brustschwester zugegen. Medizinische Notwendigkeiten, Wünsche der Patientin sowie mögliche Einschränkungen durch Alter oder Vorerkranken werden dabei berücksichtigt“, erklärt Steinmann.

Für Patienten und Angehörige

Infonetz Krebs: Wissen schafft Mut
Die Diagnose Brustkrebs wirft viele Fragen auf: Welche Therapie ist die richtige? Wo bekomme ich Hilfe? Was kann ich selbst tun? Die Deutsche Krebshilfe unterstützt Krebspatienten bei ihrem Kampf gegen die Erkrankung. Sie bietet allen Betroffenen unter Tel. 0800 / 80708877 montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr eine kostenfreie telefonische Beratung an.

Eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an einem Mammakarzinom. Damit ist Brustkrebs mit der häufigste Tumor bei Frauen. Bei Männern tritt Brustkrebs im Vergleich mit 700 Neuerkrankungen pro Jahr selten auf, überwiegend im höheren Lebensalter.

Das Infonetz Krebs, der Informations- und Beratungsdienst für Patienten und Angehörige der Deutschen Krebshilfe, vermittelt Anlaufstellen für die medizinische Versorgung und weitere hilfreiche Adressen, informiert über sozialrechtliche Fragestellungen und nimmt sich vor allem viel Zeit für persönliche Anliegen. (ots)
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