Sonderveröffentlichung

Die Milter Bürgerschützen feiern ein „Schützenfest@home“

Majestäten grüßen aus der Kutsche

Zum Gedenken an die Verstorbenen und gefallenen Mitglieder wurde am Ehrenmal auf dem Friedhof im Beisein von König Mike Atig (2.v.L) und seiner Frau Ina (l.) ein Kranz niedergelegt Foto: Emil Schopmann

13.06.2020

In Zeiten von Corona mussten viele große Heimatfeste abgesagt werden. Auch das Schützenfest in Milte, das am ersten Juniwochenende stattfinden sollte, wurde gecancelt. Zumindest konnten die Milter nicht so feiern, wie sie es gewohnt sind.

Das schmerzt besonders das amtierende Königspaar Mike und Ina Atig. Doch immerhin sind sie das erste Regentenpaar seit dem zweiten Weltkrieg, das mehr als ein Jahr die Königswürde tragen darf. „Das ist unser Job, in guten und in schlechten Zeiten. So müssen wir eben noch ein Weilchen den Spannungsbogen hoch halten. Wir hoffen, dass die Freude auf das Schützenfest im nächsten Jahr umso größer sein wird“, meint König Mike. Und seine Königin Ina ergänzt: „Selbst wenn in diesem Jahr ein Schützenfest erlaubt gewesen wäre, wären doch vor dem Hintergrund des Ansteckungsrisikos viel weniger Menschen gekommen. Und schlimmer, als gar kein Schützenfest, ist ein leeres Schützenfest!“

Viele Zaungäste begrüßten das amtierende Königspaar mit einem kräftigen „Horrido“. Foto: Emil Schopmann
Viele Zaungäste begrüßten das amtierende Königspaar mit einem kräftigen „Horrido“. Foto: Emil Schopmann

Auch die zwölfköpfige Throngesellschaft hat schon signalisiert, dass sie ein weiteres Jahr mitarbeiten wird. „Dieses Fest ist ein Ausdruck unserer Identität und unserer Geschichte seit 1841“, betont Robert Holtkamp. „Corona mag weltweit vieles verändern, aber nicht unsere Tradition und unser Selbstverständnis als Milter Bürger. Auch diese Krise wird vorübergehen. Und dann werden wir wieder Schützenfest feiern!“, so der Präses weiter.

Dennoch ließ das Herrscherpaar es sich nicht nehmen, zumindest mit der offenen Kutsche in Festkleidung durch den Ort zu fahren, um sein Volk zu begrüßen. Präses Robert Holtkamp und Oberst Elmar Schmiehusen waren ebenso mit dabei. Sie steuerten ein mit grün-weißen Schützenfahnen geschmücktes Golfcart und fuhren vorne weg. Marschmusik durfte natürlich auch nicht fehlen. Die erklang aus einem Lautsprecher und begleitete die Schützen auf ihrem Weg.

Auch die Kinder konnten sich freuen, denn die Majestäten hatten jede Menge Süßigkeiten im Gepäck. Die Süßigkeitentüten, waren ursprünglich für das Kinderschützenfest auf dem Geißberg gedacht und beglückten nun die jungen Zuschauer. Zudem waren einige Schützen in Uniform gekommen, die ihrem Königspaar gemeinsam mit den vielen Zaungästen ein kräftiges „Horrido!“ entgegen schmetterten.

Bevor die Schützen sich zur Kutschfahrt aufgemacht hatten, stand das Gedenken an die Verstorbenen und gefallenen Mitglieder des Bürgerschützenvereins mit der Kranzniederlegung am Ehrenmal auf dem Friedhof auf dem Programm. Am Abend ertönten die Klänge des Großen Zapfenstreichs. Berno Burbank ließ danach auch noch Milter Schützenfestklassiker erklingen.