Sonderveröffentlichung

Chancen auf einen Ausbildungsplatz

„Da geht noch wass“

Foto: dpa/Christin Klose

3.12.2020

Von Oktober 2019 bis Ende September 2020 meldeten sich 2977 Jugendliche und junge Erwachsene bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, 303 weniger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig ging auch die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze zurück. Die Unternehmen und Verwaltungen in Münster und dem Kreis Warendorf meldeten seit Oktober 3639 zu besetzende Ausbildungsstellen, 564 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Rein rechnerisch standen damit jedem Bewerber 1,22 Stellenangebote gegenüber.

Insgesamt 345 gemeldete Ausbildungsstellen waren Ende September noch nicht besetzt, das waren 109 mehr als in September 2019. Demgegenüber hatten 185 Bewerber noch keinen Ausbildungsplatz oder eine Alternative gefunden, 68 mehr als vor einem Jahr. Ende September konnte jeder Ausbildungsbewerber rein rechnerisch auf 1,91 Stellen zurückgreifen.
      

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Noch 169 unbesetzte Ausbildungsstellen waren Ende September, dem Ende des statistischen Berichtsjahrs am Ausbildungsmarkt, in Münster gemeldet. „Da geht noch was, ist die Nachricht an alle Jugendlichen, die gerne noch eine Ausbildung antreten möchten“, sagt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, und ergänzt: „Das sind für junge Menschen weiterhin viele Chancen auf einen guten Berufseinstieg“. Die Corona-Pandemie habe den Ausbildungsmarkt im Frühjahr zwar gebremst. „Viele Betriebe bilden aber nach wie vor aus und möchten ihre Ausbildungsplätze besetzen“, verdeutlicht der Agenturleiter. So meldeten die Unternehmen und Verwaltungen in Münster seit Oktober des vergangenen Jahres insgesamt 2012 Ausbildungsstellen bei der Agentur für Arbeit. Das sind 434 Ausbildungsangebote weniger als im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

In vielen Fällen passten die Berufswünsche der Jugendlichen zum Angebot an Ausbildungsplätzen. So hatten Ende September mehr als 90 Prozent der 1298 Jugendlichen, die sich als Bewerber bei der Berufsberatung gemeldet haben, einen Ausbildungsvertrag unterschrieben, einen Platz an einer weiterführenden Schule erhalten oder ein Studium angetreten. „Diese Bilanz ist sehr erfreulich, denn sowohl für Bewerber als auch Betriebe waren die zurückliegenden Monate nicht einfach,“ berichtet Fahnemann. Vielfach konnten in der entscheidenden Bewerbungs- und Auswahlphase Ausbildungsmessen nicht stattfinden und Praktika mussten abgesagt werden. Vor diesen Hintergrund intensivierten die Berufsberater den individuellen, persönlichen Kontakt und beantworteten Fragen beispielsweise in einer eigens eingerichteten Hotline.


»Der Einstieg in die Ausbildung ist auch zum jetzigen Zeitpunkt problemlos möglich.«

Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster
      


Ende September suchten verschiedene Arbeitgeber jedoch weiterhin nach Auszubildenden. Offene Ausbildungsstellen gab es beispielsweise noch im Einzelhandel, in Zahnarztpraxen, im Lager oder in Friseursalons. Den 169 unbesetzten Ausbildungsstellen standen zuletzt 108 Jugendliche gegenüber, die noch keinen Ausbildungsbetrieb oder keine Alternative sicher hatten. Rein rechnerisch konnte jeder unversorgte Bewerber demnach unter 1,56 unbesetzten Ausbildungsstellen wählen. „Wer für alternative Berufe offen ist, kann durchaus noch einen Ausbildungsplatz finden. Der Einstieg in die Ausbildung ist auch zum jetzigen Zeitpunkt problemlos möglich“, verdeutlicht Fahnemann. Informationen zu offenen Ausbildungsstellen, Unterstützung bei der Berufswahl und den Bewerbungen erhalten Jugendliche bei der Berufsberatung. „Wir sind für alle Jugendlichen da“, unterstreicht Fahnemann. -pm/jpj

Die Berufsberatung ist unter '0251/69 81 11 oder per Mail an Ahlen-Muenster.Berufsberatung@arbeitsagentur.de erreichbar.

Zahlen für die weiteren Münsterland-Kreise
      

- Kreis Steinfurt: Insgesamt 3127 Jugendliche meldeten sich im vergangenen Jahr bei der Agentur für Arbeit Rheine als Bewerber. Das sind 319 weniger als im Vorjahreszeitraum. So waren es vor fünf Jahren mit 3719 noch 592 Jugendliche mehr. Zum Ende des aktuellen statistischen Ausbildungsjahres waren noch 121 Jugendliche ohne Ausbildungsstelle oder andere Alternative, 28 mehr als im Vorjahr. Aktuell gibt es noch 384 unbesetzte Ausbildungsmöglichkeiten, 86 mehr als vor einem Jahr zu diesem Zeitpunkt. Für jeden unversorgten Bewerber stehen damit rechnerisch 3,17 Ausbildungsstellen zur Auswahl. Insgesamt meldeten die Unternehmen im nun abgelaufenen Berichtsjahr 3424 Ausbildungsplätze und damit exakt so viele wie im Vorjahr.

- Kreis Coesfeld/Kreis Borken: Insgesamt nahmen im vergangenen Ausbildungsjahr 3692 Jugendliche die Beratungs- und Unterstützungsangebote der Agentur für Arbeit in Anspruch. Damit waren es 546 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zwar haben die Unternehmen im Bezirk der Agentur für Arbeit Coesfeld mit 4890 Ausbildungsplätzen 283 weniger gemeldet als im Vorjahreszeitraum, es sind aber dennoch 199 mehr als vor zwei Jahren. Mit 1,32 Ausbildungsplätzen für jeden gemeldeten Bewerber war die Situation für die Jugendlichen grundsätzlich gut. Noch vor fünf Jahren waren es für jeden Bewerber nur 0,79 Ausbildungsmöglichkeiten. Am Ende sind noch 117 Jugendliche unversorgt geblieben, 22 mehr als im Vorjahr, aber 20 weniger als noch vor zwei Jahren. Demgegenüber waren zuletzt 418 Ausbildungsstellen unbesetzt. Rechnerisch bedeutet das, dass für jeden unversorgten Bewerber noch 3,57 Ausbildungsstellen zur Verfügung stehen.