Sonderveröffentlichung

Sorgenfalten trotz voller Auftragsbücher

Bauholz wird knapp und teurer

Die Preise für Bauholz gehen aktuell durch die Decke. Eine solche Situation hat Robert Jantos, Zentraleinkäufer bei ‚Himmelreich, noch nicht erlebt. Foto: Gernot Gierschner

23.04.2021

Eigentlich läuft alles rund bei Himmelreich in Kattenvenne. Der Familienbetrieb mit Tischlerei, Zimmerei und Dachdeckerei hat gut zu tun, denn die Baubranche boomt. Da die Preise für Bauholz seit Monaten durch die Decke gehen, ist die Miene von Zentraleinkäufer Robert Jantos dennoch angespannt, Eine solche Situation hat der Zimmerer und Bautechniker, der seit 2005 im Unternehmen arbeitet, noch nicht erlebt.

Der Gesamtverband der Holzindustrie beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Holz ist ein globaler Rohstoff und die anziehende Konjunktur in Asien und den USA sorgen im Moment für eine enorme Nachfrage, heißt es in einer Pressemitteilung. Jantos kann dem nur zustimmen: „Von den Importeuren aus den USA werden ganze Schiffsladungen Holz geordert, und auch die Nachfrage aus China ist groß.“

Hinzu kommen dürrebedingte Ausfälle in Europa, Waldbrände in Kanada, und auch der Handelskrieg des ehemaligen US-Präsidenten Trump trägt seinen Teil dazu bei. „Im Moment geht es nicht darum, bei welchem Großhändler und zu welchem Preis ich einkaufe, sondern darum, überhaupt an Ware zu kommen“, so Disponent Robert Jantos. Da kann es sein, dass man Preise bezahlen muss, die 25 bis 30 Prozent über dem Niveau des Vorjahres liegen. Zehn bis 15 Kubikmeter Holz stecken in einem durchschnittlichen Einfamilienhaus, bei Rahmenbauweise können es bis zu 30 Kubikmeter sein.

Die Firma Himmelreich habe, auch dank ihres umsichtigen Einkäufers, rechtzeitig reagiert, aber bei Angeboten zu Festpreisen seien stark gestiegene Rohstoffpreise ein Unsicherheitsfaktor, erläutert Doris Himmelreich. „Wenn wir größere Mengen auf Lager legen, haben wir eine höhere Kapitalbindung. Dazu kommt, dass Lieferfristen von den Großhändlern und Sägewerken nicht eingehalten werden – so können auch wir vielleicht in Zukunft Termine nicht halten.“

Die Tischlerei, Zimmerei und Dachdeckerei Himmelreich bildet Zimmerer und Dachdecker aus. Leider zeigen die Auszubildenden weniger Interesse am Beruf des Dachdeckers. Die werden jedoch händeringend gesucht. Die Ausbildung im Betrieb und überörtlich in Berufsschule und Lehrbauhof dauert drei Jahre. -gpg-