Sonderveröffentlichung

Rund ein Drittel aller Darmkrebspatienten entwickeln Lebermetastasen

Gute Chancen dank Organteilung

Die Koordinatorin des Darmkrebszentrums Dr. Katharina Zeden (l.) und Professor Dr. Dr. Matthias Hoffmann (Mitte) freuen sich, dass es Karin Branka nach dem komplizierten Eingriff schon wieder besser geht. Foto: RAK-Darmkrebszentrum

23.02.2021

Rund 30 Prozent der Patienten mit Darmkrebs entwickeln im Lauf ihrer Erkrankung Lebermetastasen. Dass dies kein Zufall ist, erläutert Chefarzt Professor Dr. Dr. Matthias Hoffmann vom Darmkrebszentrum der Raphaelsklinik Münster: „Das Blut strömt vom Darm über die Pfortader in die Leber. Die Leber funktioniert dabei wie ein Filter, durch den die Tumorzellen abgefangen werden. Auch wenn sich aus den Tumorzellen Metastasen entwickeln, können diese durch eine rechtzeitige Operation entfernt und eine Heilung bei etwa 40 Prozent dieser Patienten erreicht werden.“ Auch bei der 74-jährigen Karin Branka haben sich Lebermetastasen entwickelt. Jetzt wurde die Herforderin von Hoffmann in der Raphaelsklinik operiert und wartet darauf, von der Intensivstation wieder auf die Normalstation verlegt zu werden. „Der Eingriff war nicht ganz einfach, da es Verwachsungen von früher Eingriffen gab“, berichtet der Chefarzt.

Dank moderner Untersuchungs- und Behandlungsmethoden sind auch bei Lebermetastasen die Heilungsaussichten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Dabei können häufig auch Metastasen entfernt werden die sich in beiden Leberlappen ausgebildet haben. Meist kommt beim Entfernen der Tumoren das Skalpell des Chirurgen zum Einsatz. Je nach Art und Lage kann aber auch der Radiologe mit einer dünnen Nadel bis zu den Tumorabsiedlungen vordringen und diese durch Erhitzen zerstören. „Unter anderem deswegen ist der enge Austausch zwischen den Experten unterschiedlicher Fachgebiete so wichtig“, wie Hoffmann berichtet. In wöchentlichen Tumorkonferenzen besprechen die Mediziner jeden neuen Fall, der in der Raphaelsklinik oder dem Clemenshospital behandelt wird. Gemeinsam wird dann entschieden, welcher Behandlungsweg der vielversprechendste ist.

Als einzige Klinik der Region bietet die Raphaelsklinik bei Lebermetastasen die sogenannte In-situ-Split-Leberresektion oder auch ALPPS an. Dabei wird in einem ersten Schritt die Leber geteilt. Der von Metastasen besiedelte Teil wird freigelegt und ist nur noch mit einer Vene und einer Arterie mit dem Kreislauf verbunden, während die andere Hälfte einen Wachstumsschub erfährt. Ist die metastasenfreie Hälfte groß genug geworden, kann der befallene Leberlappen entfernt werden. „Die Leber ist das einzige Organ, das nachwächst, und das sehr schnell. Zwischen dem Teilen und dem Entfernen des befallenen Leberlappens liegt manchmal nur eine Woche“, berichtet Hoffmann. (pm)
  

Infoveranstaltung
   

Am Mittwoch, 19. Mai, bietet das Darmkrebszentrum der Raphaelsklinik eine Online-Infoveranstaltung zum Thema Darmkrebs an. Weitere Informationen hierzu gibt es ab März im Internet unter www.raphaelsklinik.de und unter der Adresse www.clemenshospital.de.