Sonderveröffentlichung

Fragebogen ermöglicht Einschätzung

Wie hoch ist mein Darmkrebsrisiko?

Dienstag, 25.02.2020, 08:08 Uhr

Experten des zertifizierten Darmzentrums am St. Franziskus-Hospital Münster (v.l.): Professor Dr. Matthias Brüwer, Chefarzt der Klinik für Allgemein, Visceral- und Kinderchirurgie, Oberärztin Claudia Schulze und Chefarzt Professor Dr. Bernhard Glasbrenner (beide Klinik für Innere Medizin II). Foto: St. Franziskus-Hospital
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Gastroenterologische Gemeinschaftspraxis
In Deutschland erkranken pro Jahr rund 60000 bis 65000 Personen an Darmkrebs. Meistens sind ältere Menschen betroffen, selten aber auch jüngere oder sehr junge Patienten. Das durchschnittliche Risiko, im Laufe des Lebens an Darmkrebs zu erkranken, liegt bei etwa sechs Prozent.

In der Mehrzahl der Fälle entsteht Darmkrebs aus Polypen – das sind zunächst gutartige Neubildungen der Darmschleimhaut. Sie wachsen langsam über Jahre, aber im Laufe der Zeit kann es zu Mutationen kommen, die aus einem gutartigen Polypen Darmkrebs werden lassen. Im Idealfall wird rechtzeitig eine Darmspiegelung durchgeführt, bei der bereits vorhandene Polypen entfernt werden und somit ein Fortschreiten zum bösartigen Tumor verhindert wird. Bei keiner anderen Krebserkrankung bietet die Früherkennung derart große Chancen wie bei Darmkrebs.

Die Krankenkassen bezahlen die Durchführung einer Darmspiegelung (Koloskopie) bei Männern ab 50 Jahren und bei Frauen ab 55 Jahren, weil Männer durchschnittlich früher erkranken. Seit einiger Zeit werden durch die Krankenkassen hierzu persönliche Einladungen verschickt, die umfangreiche Informationen zur Darmkrebsvorsorge enthalten.

Es gibt Menschen, die ein etwas höheres Risiko haben, an Darmkrebs zu erkranken, als der Durchschnitt der Bevölkerung. Dazu gehören beispielsweise Personen, deren nahe Verwandte (Eltern, Kinder oder Geschwister) bereits an Darmkrebs erkrankt sind oder waren. Sie sollten in einem Lebensalter mittels Darmspiegelung untersucht werden, das zehn Jahre vor dem Erkrankungs alter des betroffenen Verwandten liegt, spätestens aber mit 40 bis 45 Jahren. Ein ebenfalls erhöhtes Risiko haben Patienten, die über Jahre an einer chronischentzündlichen Darmerkrankung mit Dickdarmbefall leiden. Bei diesen Personen sollte nach achtjähriger Krankheitsdauer eine Koloskopie erfolgen.

Knapp fünf Prozent aller Darmkrebserkrankungen entstehen aufgrund erblicher Genveränderungen. Die betroffenen Patienten haben oft sehr viele Polypen und erkranken deutlich früher und häufiger an Darmkrebs als andere Menschen. Daneben können bei ihnen auch andere Krebserkrankungen gehäuft auftreten wie zum Beispiel gynäkologische Tumoren.

Das Risiko für eine erbliche Darmkrebserkrankung kann mithilfe einfacher Fragebögen eingeschätzt werden. Wenn der Verdacht besteht, dass eine erbliche Darmkrebserkrankung vorliegt, sollte eine genetische Beratung erfolgen und der Patient auf Genveränderungen untersucht werden. Wird ein Gen identifiziert, das das erhöhte Darmkrebsrisiko verursacht, ist es anschließend möglich, auch die nahen Verwandten auf Vorliegen dieses Gens zu untersuchen. Träger dieses veränderten Gens haben die Möglichkeit, sich rechtzeitig einer intensivierten Vorsorgediagnostik zu unterziehen, um Krebserkrankungen zu verhindern.

Die Experten des zertifizierten Darmzentrums am St. Franziskus-Hospital Münster sind kompetenter Ansprechpartner, um zum Thema Darmkrebs(-vorsorge) zu beraten und die notwendigen Untersuchungen durchzuführen. Durch enge Kooperation aller Behandlungspartner und zeitnahe Abstimmung kann im Falle einer Krebserkrankung jeweils die für den Patienten beste Therapie gewährleistet werden.

     
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