Sonderveröffentlichung

Der Ruhepol der Praxis

Medizinische Fachangestellte müssen empathisch sein

Samstag, 18.05.2019, 03:23 Uhr

Zu den Standardaufgaben von Chelsea Quolke gehört das Blutabnehmen. Sie absolviert in einer Berlin Arztpraxis eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten. Fotos: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Anzeige
WWU Münster
Chelsea Quolke hat einen hektischen Arbeitstag. Schließlich muss sie sich um Patienten kümmern, Akten organisieren und das Wartezimmer im Griff halten. Vor allem muss sie aber immer: Ruhe bewahren. Die 22-Jährige macht eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten (MFA) in einer Berliner Rheumapraxis.

Die Ausbildung zur MFA, ist eine der gefragtesten im medizinischen Bereich. Landläufig werden diese Fachkräfte zwar noch immer als Arzthelferinnen bezeichnet, aber der Begriff ist längst überholt.

„MFA müssen genau sein und empathisch. Sie müssen Organisationstalent haben und wie eine Stewardess immer freundlich lächelnd das Wartezimmer und die Praxisabläufe managen“, sagt Brigitte März vom Verband medizinischer Fachberufe.

Der Ruhepol der Praxis Image 1
März ist selbst Medizinische Fachangestellte, sie hat 1975 ihren Abschluss gemacht. Daher weiß sie auch, wie vielfältig die Tätigkeiten der MFA sind. Quolke macht das Blutabnehmen am meisten Spaß. „Man sagt mir da eine gewisse Begabung nach“, sagt sie lächelnd.

So vielfältig wie die Aufgaben einer MFA sind, so vielfältig sind auch die Einsatzbereiche. Denn in jeder Arztpraxis werden Medizinische Fachangestellte gebraucht: sei es beim Internist, beim Augenarzt, in der Frauenarztpraxis, beim Allgemeinmediziner oder Kinderarzt. „Dazu kommen Krankenhäuser, medizinische Labore und betriebsärztliche Abteilungen von Unternehmen“, erklärt Claudia Böcker vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB).

Auch wenn MFA viel Verantwortung haben, ist die Vergütung dennoch eher niedrig. Um ein möglichst hohes Gehalt zu erzielen, empfiehlt März, sich ständig weiterzubilden und sich hochzuarbeiten. „Das geht beispielsweise über Spezialisierungen wie Strahlenschutz oder Impfmanagement“, sagt sie. Auch Chelsea Quolke könnte sich vorstellen, später noch zu studieren. (dpa)
Datenschutz