Sonderveröffentlichung

Wohlfühlen in der Nische

Die „Multi-Energy-Marke“

Immer mehr Strom: Den DS 7 Crossback gibt es auch als Plug-in-Hybrid.

23.11.2020

Manchmal bringt ein Nischendasein auch Vorteile. Beispielsweise beim CO2-Ausstoß. DS ist mit weniger als 80 g/km die „führende Multi-Energy-Marke in Europa“. Der niedrige Wert hat einen einfachen Grund. Die Modellpalette von DS besteht derzeit aus nur zwei Fahrzeugen, dem Kompakt-SUV DS 3 Crossback und dem Mittelklasse-SUV DS 7 Crossback. Letzteres gibt es auch als Plug-in-Hybrid.

„Für diese Version entscheidet sich mittlerweile über ein Drittel der Käufer“, sagt Lukas Dohle, Deutschland-Chef DS Automobiles, „und wir bieten den DS 7 Crossback jetzt auch in einer schwächeren Plug-in-Variante mit Frontantrieb an.“ Positiv bemerkbar macht sich auch der in diesem Frühjahr eingeführte vollelektrische DS 3 Crossback E-Tense. Beide Modelle gehen per EU-Regelung zweifach mit null g/km in die Flottendurchschnittsberechnung ein.

Seit Gründung der Marke 2015 hat DS sein bisheriges Modellprogramm (DS 3 seit 2010, DS 4 seit 2011 und DS 5 seit 2011) komplett aufs Altenteil geschickt. Die französische Premiummarke hatte im ersten Halbjahr zwar bei uns den besten Zulassungsanstieg, fährt mit 1350 verkauften Fahrzeugen aber unter der Wahrnehmungsschwelle. Die Schwestermarken Citroën und Peugeot kamen im gleichen Zeitraum knapp auf 20 Mal so viele Zulassungen. Trotzdem sieht sich DS gut aufgestellt und kann auf die Entwicklungsressourcen des PSA-Konzerns zurückgreifen.

So ist der DS 3 Crossback E-Tense technisch identisch mit dem Peugeot e-2008 und dem demnächst startenden Opel Mokka-e. Unterscheiden möchte man sich vor allem übers Design, über Materialien und Handwerkskunst.

Einen mutigen Schritt in Richtung Zukunft wagt DS im nächsten Jahr mit dem DS 9. Die knapp fünf Meter lange Limousine soll als Image- und Technologieträger fungieren und die Tradition des französischen Premium-Automobils wiederaufleben lassen.

Ob der DS 9 in den Märkten außerhalb Frankreichs genügend Kunden finden dürfte, ist fraglich. Große Limousinen französischer Autobauer tun sich hier erfahrungsgemäß schwer, besonders in Deutschland.

Der DS 9 steht auf einer gestreckten EMP2-Plattform und erhält Plug-in-Hybridantriebe in unterschiedlicher Ausprägung. DS löst damit sein Versprechen ein, jedes neue Modell auch elektrifiziert anzubieten. Das gehört fortan zur Markenphilosophie. Ab 2023 kommt eine eigenständige Elektrik-Plattformen, genannt e-VMP, zum Einsatz. Ab 2025 sollen konventionelle Verbrennungsmotoren als ausschließliche Antriebsquelle gar nicht mehr eingesetzt werden.

Selbst ein Derivat des DS 9 ist bereits in der Pipeline. Diesen März stellte DS dazu das Concept Car Aero Sport Lounge vor. Das Crossover-Modell soll über dem DS 9 rangieren und könnte in der Serienversion die Bezeichnung DS 9 Crossback tragen. Zwar steckten in der Studie imposante 500 kW, doch mit so viel Leistung wird man bei Markteintritt eher nicht an den Start gehen. Realistisch sind die Akkukapazität von 110 kWh sowie die 650 Kilometer Reichweite.

In der Kompaktklasse will DS ebenfalls mit einem Modell dabei sein. Die technische Vorlage bildet hier der jüngst vorgestellte Citroën C4. Der DS 4 erhält sowohl Diesel und Benziner als auch Plug-in-Hybrid und eine vollelektrische Version. Das Kompaktmodell soll bei Opel in Rüsselsheim gebaut werden. Der Baukasten ist derselbe wie beim DS 3 Crossback E-Tense: Batterie mit 50 kWh Kapazität, Motorleistung 100 kW/136 PS und eine Reichweite von bis zu 350 Kilometern. (sp-x)