Sonderveröffentlichung

35 Jahre Drahtesel am Servatiiplatz
Robuste Räder für Uganda

35 Jahre Drahtesel – 35 Buffalo-Bikes

Freitag, 12.04.2019, 10:55 Uhr

Ein stabiler Rahmen, eine gute Bereifung und viel Platz für Gepäck – das sind die Grundvoraussetzungen für die Räder, die in Uganda auf den Straßen unterwegs sind und Dorfbewohnern so die langen Wege vereinfachen. Foto: Drahtesel
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Die Kooperation mit dem Verein Lichtstrahl Uganda e.V. dauert nun schon eine ganze Weile an. Die Idee, das Hilfsprojekt in Gulu mit Fahrrädern zu unterstützen, kam nach einem Besuch des Projekts im Jahr 2017 auf. Die Mobilität dort zu verbessern war fortan Ziel der Aktion, werden doch den Familien hierdurch nicht nur die langen Wege zum Markt oder zur Schule erleichtert, sondern auch ganz neue Jobs geschaffen.

Robuste Räder für Uganda Image 2
Dass dies kein normales Rad sein durfte, war schnell klar und hat man sich für die Buffalo-Bikes entschieden, hergestellt in Kenia. Diese Räder erfüllen alle Kriterien, welche ein Fahrrad mitbringen muss, das auf den holprigen und unbefestigten Straßen Ugandas mit viel Gepäck gefahren wird.

Gespendet wurden die 100 Räder von vielen Kunden, Freunden des Drahtesels, Münsteraner Unternehmen. Auch der Drahtesel selber trug einen großen Teil dazu bei: 35 Jahre–35 Räder.

Ein Blick auf dreieinhalb Jahrzehnte

Von der Studenten-WG mit Hinterhof-Werkstatt zu den absoluten Fahrradprofis
1988 zog das Team mit dem Drahtesel an den Servatiiplatz. Dort sind die Leezen-Liebhaber noch heute zu finden. Foto: Drahtesel
1988 zog das Team mit dem Drahtesel an den Servatiiplatz. Dort sind die Leezen-Liebhaber noch heute zu finden. Foto: Drahtesel
Fünf Studenten kommen im Jahr 1984 auf die Idee, individuelle Fahrräder zu verkaufen, um die Miete für den Schuppen in ihrem Hof an der Oderstraße 40 zu erwirtschaften. Im Angebot: Union-Hollandräder und konfigurierbare Sporträder „AT Spezial“ aus Altenberge.

Untermieter im Winter: Der Skiladen „Sportbörse“. Die Räder ziehen derweil ins WG-Wohnzimmer, verkauft wird in der großen Küche.

► 1985: Rennräder aus Italien sind der Hit. Drahtesel zeigt eines der ersten MTBs von Gitane und fragt sich: „Ob das wohl jemand kaufen wird?“
► 1986: die japanische Edelmarke „Bridgestone“ wird mit großem Erfolg exclusiv in Münster eingeführt. Drahtesel entdeckt die Outdoor-Marke „Patagonia“ für sich, sodass sie alle „Snap-T’s“ tragen.
► 1987: Der erste Drahtesel-Katalog erscheint als Gemeinschaftsarbeit der dafür gegründeten Händlergemeinschaft „Wheels“. Drahtesel ist Direktimporteur des noch sehr jungen US-Herstellers „Cannondale“ und wird mit Überseecontainern eine Sensation in der Oderstraße. Zudem erfolgt die Vorstellung der selbst konzipierten „Stadträder“ – mit dem Slogan „Münster steigt auf das Stadtrad“. Gebaut werden diese bei Rabeneick in Oldenburg. In die Zeitung schaffen es die LeezenFreunde mit dem ersten Kinderanhänger. Zudem wird Drahtesel zum ersten Fördermitglied des gerade gegründeten ADFC Münster.
► 1988: Umzug zum Servatiiplatz in den „Iduna-Pavillon“. Attraktionen zur Eröffnung sind der erste Monocoque-Carbonrahmen von „Kestrel“, ein High-End MTB-Rahmen von „Klein“, das sehr seltene Jubiläumsrad „Centenario“ von Bianchi in Celeste mit Campa CRecord-Gruppe und ein Mercier „Aero“ in Pinkmetallic mit Shimano Dura Ace AXA-usstattung.
► Herbst 1988: Bereits nach sechs Monaten kommt die erste Erweiterung. Übernahme der Fläche „Pfandleihhaus Malsky“ für die Werkstatt, der erste VollzeitMitarbeiter, ein Zweiradmechanikergeselle, wird eingestellt.
► 1989: Drahtesel wird Einzelunternehmen, alleiniger Inhaber ist fortan Raimund Gerwing.
► 1990: Drahtesel präsentiert exklusiv die Räder der „VSF Fahrradmanufaktur“: hochwertige Stadt- und Reiseräder, hergestellt im Solidarprinzip von Kollektivbetrieben, dem „Verbund selbstverwalteter Fahrradläden“ aus Bremen.
► 1992: Übernahme der Fläche „Modellbahn Nolte“, die Werkstatt zieht um in den neuen Eckladen. Eröffnung des ersten ShimanoService-Centers in Münster.
► 1993: Neueröffnung nach Renovierung, Eintritt in den neu gegründeten Einkaufsverband „Bico“. Der Traditionshersteller „Gudereit“ aus Bielefeld wird ins Sortiment genommen, dafür wird die Stadtrad-Reihe aufgegeben.
► 1994: Verkauf des ersten E-Bikes mit „Yamaha PAS-System“.
► 1995: Renovierung des Iduna-Hochhauses: Der Servatiiplatz ist für ein Jahr Großbaustelle.
► 1996: Übernahme der EG-Fläche „Funsport“ und anschließende Komplettrenovierung.
► 1997: Der Darmstädter Hersteller „Riese & Müller“ stellt die vollgefederten Räder „Avenue“ und „Culture“ vor. Drahtesel wird Exclusivhändler der jungen Marke.
► 2001: Erweiterung in die erste Etage: Das Büro bekommt Tageslicht.
► 2003: Exclusivvertretung des Schweizer E-Bike Pioniers „Flyer“. Einer der Inhaber – Gianni Mazzeo – ist oft zu Gast und wird zum Freund. Er sagt: „In zehn Jahren ist jedes dritte verkaufte Rad ein E-Bike“. Typische Reaktion der Münsteraner auf den Trend: „Ich soll mich da drauf setzen? Das brauch‘ ich noch nicht – vielleicht später mal.“
► 2007: „Cube“-Rennräder und MTBs werden ins Programm genommen. Das „Drahtesel Stadtrad“ wird neu aufgelegt–gebaut wie zu den Anfängen von AT in Altenberge.
► 2008: Übernahme der Fläche „Kinderkram“ im Hochhaus gegenüber. Derby Cycles bringt das erste E-Bike mit Rücktrittbremse heraus.
► 2009: Übernahme der Fläche des Segway-Shops „Gleitzeug“ im Hochhaus, Eröffnung der öffentlich zugänglichen Pumpstation am Laden.
► 2011: Komplettumbau im Pavillon, Übernahme der Fläche von „Wilke Hörakustik“. Der Eingang der nun „gläsernen Werkstatt“ ist jetzt in der Passage.
► 2012: Das Kundenmagazin „Radgeber“ erscheint mit seiner ersten Ausgabe. Auf dem Titel: Die Münsteraner Tatort-Stars Boerne und Thiel auf einem Fahrrad von Riese & Müller.
► 2015: Eröffnung „Vaude“-Store im Hochhaus.
► 2017: Eröffnung „Riese & Müller“-Erlebnis-Store.
► 2018: Hacker-Angriff: Nach Erpressungsversuch eine Woche offline – für die Mitarbeiter ist Handarbeit bei der Rechnungsstellung und im Verkauf angesagt.
► 2019: Geringes Gewicht ist derzeit angesagt: leichte Kinderräder von Woom aus Österreich und leichte EBikes von Rabeneick aus Oldenburg – „weniger ist mehr“.

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