Sonderveröffentlichung

Glas Bäumer & Malerbetrieb Bröske-Bäumer
Drei Generationen, zwei Gewerke

Großvater Walter Bäumer gründete Betrieb vor über 80 Jahren

Montag, 08.04.2019, 13:42 Uhr

Schwarze Arbeitskleidung und dunkle Bullis – daran ist der Glaserbetrieb von Klaus-Peter Bäumer zu erkennen. Weiße Kleidung und weiße Fahrzeuge gehören zum Malerbetrieb von Maike Bröske-Bäumer. Foto: abi
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Glas Bäumer
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Vetternwirtschaft – der Begriff klingt eigentlich ganz und gar nicht gut. Wenn man ihn aber so lebt, wie an der Tecklenburger Straße 33 in Velpe, dann wird daraus ein gelungenes Firmenmodell. Malermeisterin Maike Bröske-Bäumer und ihr Vetter, Glasermeister Klaus-Peter Bäumer, sind unter dieser Anschrift mit ihren Handwerksbetrieben schon in dritter Generation ansässig. Als sie vor 15 Jahren am 1. April 2004 in die OHG ihrer Väter, Rolf und Egon Bäumer, eintraten, machten sie aus einer Firma zwei. „Das war die richtige Entscheidung“, sagt Maike Bröske-Bäumer. „Es sind zwei moderne Unternehmen entstanden, von denen jedes für sich arbeitet“, ergänzt Sylvia Bäumer, die zusammen mit ihrem Mann Klaus-Peter den Betrieb Glas Bäumer führt.

Beide Unternehmen können auf eine rund 85 Jahre alte Firmengeschichte zurückblicken. Gegründet wurden sie von Glaser- und Malermeister Walter Bäumer, dem Großvater der heutigen Inhaber. Damals waren die beiden Gewerke noch eng verbunden. Es war gang und gäbe, dass der Maler auch die Fenster einsetzte. Im Laufe der Jahre spezialisierten sich beide Gewerke, auch im Familienbetrieb von Walter Bäumer. Die beiden Söhne Rolf und Egon waren inzwischen in die Firma eingestiegen. Der eine als Maler, der andere als Glaser. Unterschieden wurden sie von ihrer Kundschaft häufig vor allem anhand der Arbeitsbekleidung. „Ich werde heute noch gefragt: War dein Vater der mit dem grünen oder mit dem weißen Kittel“, erzählt Maike Bröske-Bäumer. In Grün war Glasermeister Egon Bäumer in Westerkappeln und Umgebung unterwegs. Den weißen Kittel trug dagegen Malermeister Rolf Bäumer.

1967 starb Firmengründer Walter Bäumer. Seine beiden Söhne führten das Unternehmen als OHG (Offene Handelsgesellschaft) bis 2004 gemeinsam erfolgreich weiter. Inzwischen war die nächste Generation bereit, in die Fußstapfen ihrer Väter zu treten: Klaus-Peter Bäumer als Glasermeister, seine Cousine Maike Bröske-Bäumer als eine von anfangs wenigen Frauen im Malerhandwerk. Ihr inzwischen verstorbener Vater hatte sich für seine Tochter eine Banklaufbahn gewünscht. Als sie später mit dem Meisterbrief nach Hause kam, habe ihr Vater aber vor Rührung Tränen in den Augen gehabt, erzählt die Malermeisterin.

Auch wenn die beiden Handwerksbetriebe formal getrennt sind, heißt das nicht, dass sie sich nicht unterstützen, wo es nötig ist. Fehlt irgendwo ein Fahrzeug, dann gibt es Ersatz aus dem Fuhrpark des Nachbarbetriebs. Wird dringend ein Mitarbeiter auf einer Baustelle benötigt, springen die Kollegen aus dem anderen Gewerk ein. „Aber natürlich auf Rechnung“, sagt Sylvia Bäumer mit einem Schmunzeln, „eine richtige Vetternwirtschaft ist das dann doch nicht.“ (abi)

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