Sonderveröffentlichung

750 Jahre Stadtrechte für Horstmar
Eckpfeiler der Befestigung

Burgmannshöfe geben der Stadt Horstmar ihren Beinamen

Donnerstag, 23.05.2019, 12:28 Uhr

Der Merveldter Hof ist einer der gut erhaltenen Burgmannshöfe.
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Horstmar Erleben
Als „Stadt der Burgmannshöfe“ schmückt sich Horstmar gerne. Kein Wunder: Gleich acht davon gab es zur Zeit der Stadtgründung, die damals gleichsam als Eckpfeiler des Wall-Graben-Systems dienten, das im 13. Jahrhundert nach der Übernahme durch Fürstbischof Gerhard von Münster angelegt wurde.

Von den ursprünglich acht Burgmannshöfen sind noch sechs mit Gebäuden aus verschiedenen Epochen vorhanden: Merveldter Hof, Sendenhof, Deipenhof, Münsterhof, Borchorster Hof und Valkenhof. Vom Strickhof, der 1850 abgebrochen wurde, ist heute nur noch ein Pfeiler des Hoftors zu sehen. Der Ascheberger Hof ist bereits um das Jahr 1800 herum eingestürzt.

Den Burgmannen oblagen in Horstmar etliche Verwaltungsrechte neben der Organisation der Stadtverteidigung, nämlich die Zustimmung zur Wahl des Stadtrichters, der Bürgermeister und die Aufsicht über Maße und Gewichte, dafür bezogen allein sie die Weinsteuer und setzten den Preis für den Wein fest. Zudem ihnen fiel sämtliches Wage- und Wegegeld zu. Ihnen gelang es im Mittelalter, ihr Vermögen ständig zu vermehren, so dass sie sich immer prächtigere Häuser – eben die Burgmannshöfe – bauten.

Die Höfe sind auch Teil der Historischen Stadtführung, die beim Stadtmarketingverein Horstmar-Erleben gebucht werden können. „Mit einer über 1100-jährigen bewegten Vergangenheit und vielen baulichen Zeugen aus dieser Zeit bietet Horstmar nicht nur Geschichte, sondern auch spannende Geschichten“, ist der Stadtmarketingverein überzeugt.

Weitere Themenführungen sind die Quellen- und Mühlenführungen in Leer sowie die Fahrradtouren „Auf den Pfaden der zukünftigen Kulturroute“ und „Rund um Horstmar und Leer“.

Schon Napoleon fügte zusammen

Zusammenschluss mit Leer
Eckpfeiler der Befestigung Image 1
Der freiwillige Zusammenschluss der Kommunen Stadt Horstmar und Dorf Leer erfolgte angesichts der bevorstehenden Gebietsreform am 1. Juli 1969 nach einer Bürgerbefragung am Sonntag, 23. Februar 1969.

Allerdings hatte schon Napoleon mit Dekret vom 14. November 1808 in Westfalen eine Verwaltung nach französischem Muster aufgebaut und dabei die Stadt Horstmar mit dem Kirchspiel Horstmar und dem Kirchspiel Leer zur Mairie (Munizipalität) Horstmar als unterster Verwaltungseinheit zusammen geschlossen.

Und diese Struktur wurde beibehalten, nachdem laut Beschluss des Wiener Kongresses am 21. Juni 1815 unter anderem das Münsterland zum Königreich Preußen kam. Die danach erfolgte Verwaltungsumorganisation - veröffentlicht am 10. August 1816 - bildete aus der Mairie Horstmar (Stadt Horstmar, Kirchspiel Horstmar und Kirchspiel Leer) das (preußische) Amt Horstmar mit einem Amtmann an der Spitze, dem Gemeindeverordnete mit je einem Gemeindevorsteher für die Gemeinden Horstmar Stadt, Horstmar-Kirchspiel und Leer zur Seite standen. der Zusammenschluss von Horstmar und Leer wird am Wochenende 28. und 29. September gefeiert.
    
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