Sonderveröffentlichung

Berufswahl
Ein Jahr der Orientierung

Freiwilligendienst hilft, den persönlichen und beruflichen Kompass zu stellen

Samstag, 02.02.2019, 12:24 Uhr

Verena Zepke , Michelle Eggert und Dustin Röers haben sich nach der Schule für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden, dabei soziale Berufe in der Praxis erlebt und sich für andere Menschen engagiert. Foto: Pflege- und Betreuungsnetzwerk St. Elisabeth-StiftJesiorkowski
Anzeige
WWU Münster
Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft Münster mbH
Polizei Nordheim-Westfalen Kreis Warendorf
Schule fertig – und was dann? Mit dieser Frage beschäftigen sich viele Schulabgänger. Michelle Eggert, Dustin Röers und Verena Zepke gönnten sich ein Jahr der Orientierung und absolvierten ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Pflege- und Betreuungsnetzwerk der St. Elisabeth-Stift gGmbH. Ein Glück, wie sie finden. Das Jahr habe ihnen viel gebracht, versichern die drei in einer Mitteilung des Pflegenetzwerks.
Dustin Röers
Dustin Röers
Zum Beispiel Dustin, der im St. Magnus-Haus Everswinkel im Einsatz war. „Es ist eine tolle Erfahrung, Verantwortung zu übernehmen. Man lernt sich selber besser kennen.“ Für ihn steht fest, dass er nun eine Ausbildung als Altenpfleger beginnen wird. Auch Michelle wollte eine Ausbildung in der Pflege machen. Doch Markus Giesbers, Netzwerkkoordinator für die vier Einrichtungen in Sendenhorst, Albersloh, Everswinkel und Ennigerloh, riet ihr zum FSJ, um zunächst zu testen, ob ihr der Beruf wirklich gefalle. Heute sagt Michelle: „Ich habe viel gelernt und bin geduldiger geworden. Außerdem haben wir viel Spaß mit den Bewohnern und lachen oft zusammen.“ Nach dem FSJ hat sie sich für eine Ausbildung in der Krankenpflege entschieden.

Verena hatte von Anfang an andere Pläne, bewarb sich erfolgreich bei der Polizei. Doch bis zum Beginn der Ausbildung nutzte sie die Zeit für ein FSJ im Pflege- und Betreuungsnetz, wo sie in der Hauswirtschaft eingesetzt war. „Diese Zeit stärkt das Selbstbewusstsein. Wer schüchterner ist, wird offener im Umgang mit Menschen.“ Davon werde sie auch im Polizeiberuf profitieren.

Michelle Eggert
Michelle Eggert
Alle drei jungen Leute freuen sich über die Wertschätzung, die sie bei den Bewohnern und bei den Mitarbeitern erfahren haben. Und auch Netzwerkkoordinator Markus Giesbers bestätigt: „Die drei waren voll in ihre jeweiligen Teams integriert und wurden dort mit ihrer Kompetenz und Persönlichkeit ernst genommen.“ Im Team sind sie der „Libero“, haben mehr Freiheiten und nehmen sich Zeit für Gespräche und Spaziergänge mit den Bewohnern.

Das Freiwillige Soziale Jahr gibt vielen jungen Leuten die Möglichkeit, sich zu orientieren, ohne sich gleich beruflich festzulegen. Und wer dann tatsächlich den Weg in die Pflege wählt, dem versichert Giesbers: „In den Pflegeberufen stehen einem alle Türen offen. Es gibt viele Möglichkeiten sich weiterzubilden, zu spezialisieren und Verantwortung zu übernehmen bis hin zu Studienmöglichkeiten.“

Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)

Für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) können sich junge Leute zwischen 16 und 26 Jahren bewerben. Start ist in der Regel im Juli, August oder September. Ein späterer Einstieg ist nach Absprache meist möglich. Während des FSJ gibt es Taschengeld, Verpflegungsgeld, Sozialversicherungsleistungen und Urlaubsanspruch. Die Eltern erhalten weiterhin Kindergeld. Fünf Wochen im Jahr gibt es begleitende Bildungsseminare. Ein FSJ wird meist als (Vor-)Praktikum für soziale oder pflegerische Studiengänge beziehungsweise Ausbildungen akzeptiert. Neben dem FSJ, das von den Ländern geregelt wird, gibt es auf Bundesebene den Bundesfreiwilligendienst (BFD). Er wurde als Ersatz für den Zivildienst geschaffen und ist auch älteren Menschen zugänglich.
Datenschutz