Sonderveröffentlichung

Sprechstunde Rücken
Entlastung für Hals und Nacken

Schwimmen für einen starken Rücken

Dienstag, 12.03.2019, 12:21 Uhr

Beim Schwimmen wird die Rückenmuskulatur ganz besonders trainiert. Foto: AGR/Jesus Cervantes
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Praxis für Manuelle Medizin und Schmerztherapie
Auf der Liste der rückenfreundlichsten Sportarten steht Schwimmen ganz weit oben. Ob im Hallen- oder Freibad, die Bewegung im Wasser ist sowohl zur Prävention als auch zur Therapie von Rückenschmerzen und für Menschen jeden Alters geeignet.

Die veränderten Schwerkraftverhältnisse im Wasser reduzieren das eigene Körpergewicht. Wir fühlen uns nicht nur leicht und frei, sondern auch unsere Gelenke werden deutlich weniger belastet als bei anderen Sportarten. Gleichzeitig sorgt der Wasserwiderstand für einen verstärkten Kraftaufwand, wodurch besonders auch die Rückenmuskeln trainiert werden. Allerdings ist nicht jeder Schwimmstil gleichermaßen rückenfreundlich. Die Aktion Gesunder Rücken (AGR) gibt Tipps, worauf es bei einer rückengerechten Haltung im Wasser ankommt.

Brustschwimmen ist der am weitesten verbreitete Schwimmstil. „Um die Rücken- und Nackenmuskeln beim Brustschwimmen nicht unnötig zu belasten, ist es allerdings entscheidend, den Kopf nicht dauerhaft über Wasser zu halten“, weiß Detlef Detjen von der AGR. „Wenn während der Gleitphase der Kopf als Verlängerung der Wirbelsäule zwischen den Armen im Wasser ausgestreckt wird, werden die Muskeln dagegen entlastet“, so Detjen weiter.


»Wichtig ist beim Rückenschwimmen, dass der Kopf in Rückenlage nicht zu weit nach hinten gelegt wird.«

Detlef Detjen, Aktion Gesunder Rücken

Beim Kraulschwimmen werden hauptsächlich die Armmuskeln trainiert. „Um die Schultergelenke nicht zusätzlich zu belasten, sollte der Kopf bei der Seitenatmung nicht allein gedreht werden, sondern die Drehbewegung mit dem gesamten Körper erfolgen“, rät Detjen.

Rückenschwimmen gilt als gesündester Schwimmstil, denn Muskeln und Gelenke werden dabei am wenigsten belastet. „Wichtig dabei ist, dass der Kopf in Rückenlage nicht zu weit nach hinten gelegt wird. Denn dies belastet die Halswirbelsäule und kann zu Nackenverspannungen führen“, erklärt Detjen. (AGR)

Alternative

Eine Alternative zum Schwimmen ist Aquagymnastik. Auch hier werden durch die Bewegungen im Wasser die Muskeln gekräftigt und die Gelenke gleichzeitig entlastet. Die meisten Hallenbäder bieten dazu Kurse an.

Körperhaltung als Ursache des Rückenschmerzes

Wenn die Leistungsfähigkeit abnimmt
Immer mehr Menschen sind überfordert, gestresst, ernähren sich ungesund, legen an Gewicht zu und merken, wie ihre Leistungsfähigkeit stetig abnimmt. Oft geht diese Entwicklung mit chronischen Beschwerden und Schmerzen einher. Ein Teufelskreislauf beginnt und selbst kleinste Anforderungen werden irgendwann zu einer großen Belastung.

Chronische Schmerzzustände an der Wirbelsäule nehmen im Verlauf der vergangenen Jahre auch schon bei jüngeren Menschen an Häufigkeit zu. Im Vordergrund der Beschwerden stehen muskuläre Verspannungen mit deutlicher Einschränkung der Lebensqualität.

Trotz vielfältiger Behandlungsmöglichkeiten mit Schmerzmitteln, Physiotherapien, Massagen, Wärmeanwendungen und dergleichen mehr entsteht oft ein chronisches Schmerzgeschehen, mit dem sich die Betroffenen abfinden. Hier fehlt es nicht selten an der sorgfältigen Analyse der sehr verschiedenen Auslöser als Voraussetzung für eine tatsächlich ursächliche Therapie.

In der Praxis von Dr. Ulrich Frohberger in Münster gehören diese Beschwerdebilder zum Alltag. Der Orthopäde und Sportmediziner bestätigt: „Jeden Tag kommen Patienten zu uns, deren Lebensqualität aufgrund körperlicher Beeinträchtigung bereits erheblich eingeschränkt ist. Sie haben oftmals eine lange Arzthistorie hinter sich. Auch weil sich die klassische Schulmedizin hauptsächlich um Symptome kümmert – aber nur sehr selten um deren Ursachen“, sagt Frohberger. Die Therapie bleibe eine reine Symptombekämpfung. „Damit ist niemandem auf Dauer geholfen. Solange es bei einfachen Rückenschmerzen bleibt, mag eine Behandlung nach der ,Dawos‘-Methode – nämlich da, wo es weh tut – ausreichen“, erklärt Frohberger weiter.

Die Bewegungsfreude vieler Deutschen lässt zu wünschen übrig. Kinder verbringen ihre Zeit vor dem Fernseher, dem PC und mit dem Handy. Erwachsene sitzen zu viele Stunden täglich im Büro. Diese Inaktivität führt zur Fehlbelastung der Wirbelgelenke und lässt die Muskeln verkümmern, die die Wirbelsäule stützen. Es resultieren regionale Reizzustände als Vorboten des Verschleißes. Von zunehmender Bedeutung sind systemische entzündliche Reizzustände, unter anderem als Folge von Störungen der Darmflora, ungünstiger Nahrungseinflüsse und nicht zuletzt die Konsequenzen einer Übersäuerung bei ernährungsbedingten Stoffwechselstörungen wie Gicht sowie die „nicht alkoholbedingte Fettleber“. Nicht zu unterschätzende Schmerzursachen sind andauernde Stress-Belastungen mit Auswirkungen auf den Säure-Basenhaushalt wie auch auf die Entspannungsfähigkeit des sogenannten vegetativen Nervensystems. Schlafstörungen sind oft die Folge – es entsteht ein Teufelskreis.

Eine gezielte fachärztliche Diagnostik sowie ursächliche Therapie, eine gezielte sportliche Prävention und Rehabilitation und insbesondere eine Verbesserung und gezielte Ergänzung der Ernährung entschärfen zahlreiche Patienten-Schicksale – und helfen dem Gesundheitswesen sowie der Volkswirtschaft, massiv Kosten zu sparen.

Therapiekonzepte

In individuell ausgearbeiteten Therapiekonzepten bringt der Sportmediziner regenerative Medizin auf der Höhe der Wissenschaft zum Einsatz. Die Patientenprofitieren unter anderem von den Erkenntnissen der Ernährungs-, Mikronährstoff-, Anti-Aging- sowie der mitochondrialen Medizin. Weiterhin sind in diesem Zusammenhang die Physio-, Schmerz und physikalische Therapie zu nennen.

Die Zahl verschleißbedingter Wirbelsäulen-Erkrankungen wächst

Spinalkanalstenose und degenerative Instabilität
Die Lendenwirbelsäule mit einer Spinalkanalstenose.
Die Lendenwirbelsäule mit einer Spinalkanalstenose.
Aufgrund des stetigen medizinischen Fortschritts wird die Bevölkerung immer älter. Gleichzeitig sind die Menschen bis ins hohe Alter körperlich aktiv. Aus diesem Grund ist in den letzten Jahren die Zahl behandlungspflichtiger, verschleißbedingter Wirbelsäulenerkrankungen deutlich angestiegen. Eine der häufigsten degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen ist die Verengung des Nervenkanals, auch Spinalkanalstenose genannt. Typisch hierfür sind gehstreckenabhängige Beinschmerzen oder Beinschwächen (Claudicatio Spinalis), die sich durch Hinsetzen verringern. Daher können die meisten Patienten mit Spinalkanalstenose deutlich besser Radfahren als Laufen. Diese Erkrankung ist jedoch von der vaskulären Claudicatio, der Schaufensterkrankheit, abzugrenzen, deren Symptome sehr ähnlich sind, aber auf einer Durchblutungsstörung der Beine beruhen.

Die Stabilisierung der Wirbelsäule kann wie hier durch Implantate erfolgen. Fotos: St. Fanziskus-Hospital
Die Stabilisierung der Wirbelsäule kann wie hier durch Implantate erfolgen. Fotos: St. Fanziskus-Hospital
An erster Stelle der Behandlung steht die konservative Therapie mit Krankengymnastik und Schmerztherapie. Wenn dies über einen längeren Zeitraum keine durchgreifende Beschwerdelinderung bringt, oder wenn gar Lähmungen in den Beinen vorliegen, müssen auch operative Maßnahmen in Betracht gezogen werden. Die Standardoperation ist in diesem Fall die stabilitätserhaltende Spinalkanaldekompression, bei der die eingeengten Nerven entlastet werden. Hierbei handelt es sich um eine Routineoperation mit sehr geringem Risiko.

Nicht selten ist eine Spinalkanalstenose begleitet von einer degenerativen Instabilität, also einer krankhaften Beweglichkeit zwischen zwei Wirbeln. Es entsteht ein Wirbelgleiten, was die Beschwerden noch verstärkt. In diesen Fällen ist eine alleinige Erweiterung des Kanals nicht ausreichend. Zusätzlich muss das instabile Segment durch Implantate stabilisiert werden. Dieser Eingriff ist ebenfalls eine Routineoperation mit überschaubarem Risiko: Er ist jedoch größer als die reine Spinalkanaldekompression und die Erholung hiervon dauert etwas länger. Dr. Sebastian Schmeil

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