Sonderveröffentlichung

Fachidioten haben es schwer

Industriekaufleute sind gefragt

Samstag, 23.11.2019, 11:03 Uhr

Industriekaufleute sorgen für einen reibungslosen Ablauf im Betrieb. Sie verhandeln beispielsweise mit Lieferanten oder packen auch einmal in der Produktion mit an. Foto: DIHK
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Kaum eine Ausbildung wird von Jugendlichen so häufig gewählt wie die des Industriekaufmanns. Nur in Ausbildungen wie Einzelhandelsoder Bürokaufmann sowie Kfz-Mechatroniker fangen noch mehr Jugendliche an. Das liegt auch daran, dass der Bedarf groß ist: Firmen in allen Branchen stellen sie an. Die Berufsaussichten für Jugendliche seien gut, sagt Andreas Pieper vom Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn.

Eins ist dabei sicher: Fachidioten haben es in dieser Ausbildung schwer. Wer Industriekaufmann werden will, braucht viele Talente. Die Fachkräfte sind in Firmen in fast allen Abteilungen im Einsatz: Sie sitzen im Einkauf und bestellen Rohstoffe und Zubehör, sie arbeiten in der Logistik und kümmern sich etwa um die Lagerung von Produkten. Es gibt sie im Verkauf, genauso wie im Marketing. Kurzum: Sie müssen auf verschiedenen Gebieten viel leisten.

Wer sich für die dreijährige Ausbildung interessiert, sollte Spaß an Zahlen haben. Ein bestimmter Schulabschluss ist formal zwar nicht erforderlich. Tatsächlich hat der Großteil Abitur, wie aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Doch Freude an Mathe allein reicht nicht: Auch Kommunikationsfähigkeit, Organisationstalent sowie Interesse an rechtlichen Fragestellungen sind gefragt. Zu den Aufgaben von Industriekaufleuten gehört es, Verträge auszugestalten. Gut ist auch, wenn Auszubildende Spaß an Fremdsprachen haben. Jugendliche lernen im Betrieb und in der Berufsschule. Grundsätzlich ist auch eine rein schulische Ausbildung möglich. In der Berufsschule geht es zum Beispiel um Rechnungswesen. Berufsschüler befassen sich etwa mit Jahresabschlüssen oder der Liquiditäts- und Finanzplanung. (dpa)
  

Kaufleute hinter der Werbung

Ausbildung im Marketing
Ein neues Produkt soll auf den Markt kommen. Damit es nicht zum Flop wird, benötigt der Hersteller zielgruppengenaue und überzeugende Marketingkonzepte. Die Firma wendet sich an eine Werbeagentur. Bei einer solchen – der RTS Rieger Team Werbeagentur in Leinfelden-Echterdingen – arbeitet Jule Schempp.

Die 21-Jährige absolviert dort eine Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation. Schempp plant und überwacht Marketing- und Werbeaktionen unter kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Aspekten. „Man hat ständig mit neuen Herausforderungen und anderen Kunden zu tun“, erzählt sie.

Schon beim ersten Kundenkontakt ist sie mit dabei und lässt sich über die wichtigsten Merkmale des zu bewerbenden Produkts und das Ziel der Marketingkampagne briefen. Dann betreibt sie Marktforschung. Sie analysiert, mit welchen Mitteln und über welche Kanäle die gewünschte Zielgruppe erreicht werden kann.

Kaufleute für Marketingkommunikation erstellen im Zuge eines Projektes Statusberichte und Kostenvoranschläge. Sobald der grundlegende Plan steht, organisieren sie Meetings mit dem Kunden. Für diese Treffen bereiten sie Präsentationen vor, um dem Kunden vor Augen zu führen, wie die Kampagne aussehen könnte.

Kaufleute für Marketingkommunikation sorgen dafür, dass organisatorisch alles rund läuft – während die Kreativabteilung das Projekt umsetzt. Die Kaufleute holen Angebote etwa von Fotografen ein, koordinieren Termine und bestellen Werbemittel. Sobald die Kreativen die Aktion fertiggestellt haben, überprüfen sie, ob die Vorgaben des Kunden umgesetzt wurden.

Auch eine spätere Erfolgskontrolle der Kampagne gehört ebenso dazu. Oft steht das Team unter Zeitdruck, weil nicht selten eine Kampagne ganz schnell fertig sein muss. (dpa)

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