Sonderveröffentlichung

170 Jahre Papeterie & Bürobedarf Sommer
Fünf Generationen wirkten mit

Geschichte des Schreibwarengeschäfts begann 1849

Dienstag, 07.05.2019, 13:15 Uhr

Ein Haus im Wandel der Zeit: Zwischen 1898 und heute ist eine Menge passiert. Zahlreiche Male wurde das Geschäft an der Oststraße erweitert und verändert. Fünf Generationen der Familie Sommer haben die Geschichte mitbeeinflusst.
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Firmen sind immer bemüht, aus ihrem Namen eine Marke zu kreieren. Dem Einzelhandelsgeschäft Sommer ist dies in Ahlen gelungen. Wer auf der Suche nach Schulranzen, Schreibwaren oder einem besonderen -gerät ist, dem wird schnell entgegnet: „Da musst du zu Sommer gehen.“ Die Adresse Oststraße 65 braucht es dann meist schon gar nicht mehr. Dass sich das Fachgeschäft gegenüber der Marienkirche befindet, wissen die Ahlener auch so.

Den Grundstein für diesen Wiedererkennungswert legte Josef Sommer, der 1849 zunächst an der Wilhelmstraße ein Geschäft für Papier- und Schreibwaren eröffnete. Dass der Laden so erfolgreich wurde, lag zum einen an der Entwicklung der Stadt Ahlen. Im Zuge der Industrialisierung wuchs nicht nur die Bevölkerungszahl, sondern auch die Anzahl aufstrebender Betriebe. Wichtig war außerdem der um die Jahrhundertwende vollzogene Umzug an die Oststraße, die sich inzwischen zur Hauptverkehrs- und Einkaufsstraße entwickelt hatte.

Nach dem frühen Tod des Gründers übernahmen zunächst Everhard mit nur 22 Jahren, danach Bernard Sommer das Geschäft. „Es setzte eine tatkräftige, vorwärtsschauende Arbeit ein, und im Laufe der Jahre war aus dem kleinen Schreibwarengeschäft eine in der Stadt führende Buch- und Musikalienhandlung geworden“, notierte Bernard Sommer 1933 rückblickend.
Das Team des Schreibwarengeschäfts Sommer steht den Kunden mit Rat und Tat zur Seite: Katharina Laufer, Brunhilde Schulte, Anja Haurenherm- Krüger, Sylvia Sommer und Marion Schäfer (v. l.). Es fehlen Andrea Mews-Picher, Andrea Stratmann und Karin Willner. Foto: Silke Diecksmeier
Das Team des Schreibwarengeschäfts Sommer steht den Kunden mit Rat und Tat zur Seite: Katharina Laufer, Brunhilde Schulte, Anja Haurenherm- Krüger, Sylvia Sommer und Marion Schäfer (v. l.). Es fehlen Andrea Mews-Picher, Andrea Stratmann und Karin Willner. Foto: Silke Diecksmeier
Die erst um 1900 eingerichteten Geschäftsräume an der Oststraße wurden abermals zu klein, nachdem die Familie Sommer auch die zwei Jahre zuvor von „Büttgen & Hölters“ ins Leben gerufene „Ahlener Volkszeitung“ übernahm, die eine wachsende Abonnentenzahl verzeichnete. Everhard Sommer entschloss sich zum abermaligen Umbau, um künftig auch die Druckerei in den Standort zu integrieren. So erhielt das Haus Sommer seinen Giebel, wie ihn die Kunden heute noch kennen.

Der Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg und die Währungsreform 1948 brachten für das Unternehmen zunächst wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Brüder Josef und Bernard Sommer versuchten unter anderem durch den Versand von Druckerzeugnissen aller Art in die drei Westzonen drohende Entlassungen von Mitarbeitern zu vermeiden. Das erlebte Everhard Sommer bereits nicht mehr mit. Er war am 31. August 1944 verstorben – im Alter von 81 Jahren.

1959 zogen Druckerei und Zeitungsverlag in einen Neubau an der Ostenmauer. Gleichzeitig wurden die freigewordenen Räume großzügig für die Buchhandlung und das Bürobedarfsgeschäft umgebaut sowie mit einer komplett neuen Ladeneinrichtung versehen. In dieser Zeit beschlossen die Brüder, ihre Firmenzweige zu trennen. Druckerei und Zeitung gingen in den Besitz von Josef Sommer über. Buchhandlung und Einzelhandel verblieben bei Bernard Sommer. Dieser verstarb 1962. Für einige Jahre leitete ein angestellter Geschäftsführer den Unternehmenszweig.

1967 übernahm Hans Sommer nach umfangreicher Ausbildung in vierter Generation die Geschäftsleitung. Zwei Jahre darauf ermöglichte er einen weiteren Umbau: Um den Laden ebenerdig und ohne Stufen erreichen zu können, ließ er das Kellergeschoss tieferlegen.

1975 wurde das Geschäft wiederum erweitert. Hans Sommer erwarb das benachbarte Gebäude, in dem sich jahrzehntelang die Drogerie Mümken befand. 1979 war der breite Übergang, der die beiden Häuser miteinander verband, erstellt und es konnte pünktlich zum Weihnachtsgeschäft Wiedereröffnung gefeiert werden. Seit die Buchabteilung 2016 durch die Mayersche Buchhandlung übernommen worden ist, sind die beiden Häuser wieder getrennt.

Seit 2011 leitet Sylvia Sommer die Geschäfte. Ihr Sohn Bernard Sommer vertritt bereits die fünfte Generation. (chw/sdi)
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