Sonderveröffentlichung

Freiwillige Feuerwehr in Westerkappeln
Für jeden Notfall gerüstet

Ehrenamtliche Gerätewarte kümmern sich um das Material

Montag, 27.05.2019, 10:16 Uhr

Der HLF 20 ist das älteste Fahrzeug der Westerkappelner Feuerwehr. Vor einigen Jahren wurde die Ausrüstung des Wagens auf den neuesten Stand gebracht. Foto: Freiwillige Feuerwehr Westerkappeln
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Wenn der HLF 20 mit seinen 13,5 Tonnen Gewicht durch das Tor des Feuerwehrgerätehauses rollt, zählt jeder Zentimeter. Zwischen das älteste Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Westerkappeln (Baujahr 1992) und die Mauer der Feuerwache passt vielleicht eine Handbreit. Viel mehr Platz gibt es auch für die anderen Fahrzeuge nicht. Es hat ein bisschen was von Auto-Tetris, wenn alle acht Einsatzwagen im Feuerwehrgerätehaus unter Dach und Fach gebracht sind. „Unsere Platzverhältnisse sind sehr beengt“, sagt Gemeindebrandinspektor Ingo Bünemann. Das sei sogar unlängst von der Unfallkasse gerügt worden.

Umso wichtiger ist, dass alle Fahrzeuge in Schuss, einsatzbereit und am richtigen Platz sind. Das gilt auch für ihre umfangreiche Beladung. Neben Schläuchen, Rohren und Leitern haben die Wagen unter anderem Funkgeräte, Bolzenschneider, Handscheinwerfer und vieles mehr an Bord. Laut Brandschutzgesetz ist jede Kommune verpflichtet, eine Feuerwehr zu unterhalten und für deren Leistungsfähigkeit zu sorgen. Dass im Notfall alles funktioniert, darum kümmern sich in Westerkappeln die fünf Gerätewarte der Gemeinde. Sie erledigen diese Aufgabe ehrenamtlich und zusätzlich zu den Einsätzen. Keine Selbstverständlichkeit. Mancherorts mussten wegen des großen Aufwands bereits hauptamtliche Kräfte eingestellt werden..
            
Gerätewart Christian Rahmeier sorgt zusammen mit vier anderen Kameraden dafür, dass die Fahrzeuge und Gerätschaften der Feuerwehr jederzeit einsatzbereit sind. Foto: abi
Gerätewart Christian Rahmeier sorgt zusammen mit vier anderen Kameraden dafür, dass die Fahrzeuge und Gerätschaften der Feuerwehr jederzeit einsatzbereit sind. Foto: abi
In Westerkappeln ist Christian Rahmeier erster Gerätewart. Er hat diesen Posten vor einiger Zeit von seinem jetzigen Stellvertreter Henrik Borgmann-Schäper übernommen. Beim Löschzug in Velpe sorgen Benjamin Maiwald und Justus Hannigbrink dafür, dass die Kameraden jederzeit mit intakter Ausrüstung ausrücken können. Zudem ist ein Feuerwehrmann nur für die Wartung der Atemschutzgeräte abgestellt. Diese Aufgabe erledigt Michael Luthin. Die Ausrüstung schützt die Feuerwehrleute vor Rauchgas und giftigen Dämpfen. Bei Brandeinsätzen oder Unfällen mit Gefahrengütern kann sie eine Art Lebensversicherung sein. Deshalb wird monatlich getestet, ob alle Geräte intakt und funktionstüchtig sind.

Als Kfz-Elektriker kennt sich Christian Rahmeier besonders gut mit den Einsatzfahrzeugen aus. KdoW, TLF 2000 oder MTF Velpe – was für Laien nach einer unverständlichen Geheimsprache klingt, sind für die Kameraden die Kurznamen für die einzelnen Wagen. „H“ steht zum Beispiel für Hilfeleistung, „L“ für Löschfahrzeug und „T“ für Tanklöschfahrzeug. Erst vor kurzem hat Westerkappeln seinen ersten ELW bekommen – einen Einsatzleitwagen, von dem aus Ingo Bünemann Einsätze koordiniert.

Zwei Fahrzeuge will die Freiwillige Feuerwehr in den nächsten Monaten ausrangieren und dafür zwei neue anschaffen. Die Mannschaft aus Velpe soll ein modernes Löschfahrzeug bekommen, das für technische Hilfeleistungen einen neuen hydraulischen Rettungssatz mit Schere und Spreizer an Bord hat. Der Löschzug in Westerkappeln braucht ein modernes Tanklöschfahrzeug. Nach Möglichkeit soll es mindestens 5000 Liter Wasser zum Einsatz transportieren können. Bislang fasst das größte Löschfahrzeug 3500 Liter. Da es in Seeste und Westerbeck kein öffentliches Wassernetz gibt, „brauchen wir einen größeren Tank“, sagt Ingo Bünemann.

Dass die an der Bullerteichstraße stationierten Einsatzwagen jederzeit Löschwasser an Bord haben, zählt zu den Aufgaben von Christian Rahmeier. Er sorgt auch dafür, dass die Fahrzeuge vom TÜV abgenommen werden – alle zwei Jahre wie normale Pkw. Zudem müssen sie zu einer Sicherheitsprüfung. „Kleine Sachen reparieren wir selbst“, sagt Christian Rahmeier.

Wie viele Stunden für alles draufgehen? Christian Rahmeier zuckt mit den Schultern. Ein bis zweimal in der Woche kommt er zusätzlich zu den Dienstabenden ins Feuerwehrgerätehaus. Wenn die Fahrzeuge zu Einsätzen ausrücken mussten, ist der Arbeitsaufwand größer. Um eine Sache, muss sich der Gerätewart zum Glück nicht kümmern. Die Schläuche wäscht und trocknet der Kreis. (abi)
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