Sonderveröffentlichung

Garten- und Landschaftsbaubetrieb „Dieter Gerke Gartenkultur“

Stellenwert des Berufsstandes hat sich erhöht

Die Nachfrage nach Schwimmteichen ist seit Beginn der Corona-Pandemie gestiegen. Der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Dieter Gerke Gartenkultur hat im vergangenen Jahr insgesamt drei dieser großen Wasserflächen anlegen können. Fotos: lem/Dieter Gerke Gartenkultur

9.01.2021

Die sogenannte Schlechtwetterzeit beginnt im Allgemeinen für den Garten- und Landschaftsbau im Dezember. Dieter Gerke, Inhaber des Garten- und Landschaftsbaubetriebes „Dieter Gerke Gartenkultur“ an der Goldstraße 62 im Gewerbegebiet Sonnenschein schließt sein Unternehmen bereits seit Jahren immer nach den Weihnachtsfeiertagen bis Ende Januar. In einem Interview mit dieser Zeitung schildert der 56-jährige Diplom-Ingenieur, weshalb er so vorgeht.

Ihr Unternehmen gilt traditionell als Saisonbetrieb. Wieso halten Sie sich seit Jahren an diese Terminierung?

Dieter Gerke: Durch den Klimawandel haben wir kaum noch längere Frostperioden. Deshalb existiert in unserer Branche der eigentliche Saisonbetrieb gar nicht mehr. Gleich Anfang des neuen Jahres habe ich bereits schon wieder viele Anrufe von potenziellen Kunden erhalten. Die Entscheidung, trotzdem immer im Januar nicht mehr draußen zu arbeiten, ist vor allem für die Mitarbeiter von Bedeutung. So können sie verlässlich planen und ihre Überstunden, die sie im vergangenen Jahr über Arbeitszeitkonten aufgebaut haben, abbauen. Und ich selbst kann Bilanz ziehen und schauen, was wir richtig oder falsch gemacht haben und besser machen können. Normalerweise ist der Januar für mich auch die perfekte Zeit, um Urlaub zu machen und zu reisen. Wegen der aktuellen Corona-Situation muss das leider, wie für so viele von uns, ausfallen.


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»In unserer Branche existiert der eigentliche Saisonbetrieb gar nicht mehr.«

Dieter Gerke


Apropos Corona-Pandemie. Viele Unternehmen haben Kurzarbeit angemeldet oder sind sogar von der Insolvenz bedroht. Wie sieht es bei Ihnen aus?

Dieter Gerke: Sofern man überhaupt von Gewinnern in dieser Krise sprechen darf, gehört der Garten- und Landschaftsbau sicherlich dazu. Ohnehin hat unsere Branche in den vergangenen Jahren einen Aufschwung erfahren. Aber gerade jetzt ist alles, was zum Thema „Wohlfühlen“ gehört und coronabedingt zu Hause stattfindet, ganz wichtig für die Menschen. Vielen ist durch die Beschränkungen bewusst geworden, welchen hohen Stellenwert der eigene Garten hat. Wir haben beispielsweise im vergangenen Jahr drei Schwimmteiche gebaut, anstatt sonst vielleicht nur einen alle eineinhalb Jahre. Die Corona-Pandemie hat ein Umdenken bewirkt. Viele Menschen setzen ihren Fokus nicht mehr auf Reisen in die Ferne, sondern haben gemerkt, wie schön es vor ihrer eigenen Haustür und im eigenen Garten sein kann.

Was hat sich denn in Ihrem Unternehmen aus Gründen der Corona-Auflagen verändert?

Dieter Gerke: Wir haben die Zusammenstellung der Teams geändert. Auch die Arbeitsanfangszeiten sind jetzt unterschiedlich. Die einzelnen Teams fangen um 20 Minuten zeitversetzt an. So stehen nicht 15 Leute auf einmal auf dem Platz und müssen auf den Abstand achten. Auch die Bauleiter kommen in der Regel nur noch einzeln ins Büro. Darüber hinaus versuchen wir, immer mehr Aufträge im Nahbereich oder vor Ort zu generieren, um die Fahrtzeiten zu verkürzen. Das ist uns bisher ganz gut gelungen. Als Anbieter hier in Steinfurt werden wir immer stärker wahrgenommen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass der Beruf des Garten- und Landschaftsbauers auch wegen der Corona-Pandemie bei der Jugend und bei den jungen Erwachsenen einen viel höheren Stellenwert bekommen hat. Da wir draußen arbeiten, waren Kurzarbeit, befristete Betriebsschließungen und natürlich auch Arbeiten im Homeoffice nie ein Thema.

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Aber es gibt doch sicherlich auch Dinge, die wegen der Corona-Pandemie aktuell nicht mehr durchgeführt werden können, oder?

Dieter Gerke: Ja, leider. Der gesamte Betrieb ist vor Corona alle sechs Wochen gemeinsam Essen gegangen. Das haben wir im vergangenen Jahr nur einmal veranstalten können. Das ist echt schade, weil so etwas das Gemeinschaftsgefühl stärkt. Den einen oder anderen Mitarbeiter habe ich wirklich nur ganz selten gesehen und gesprochen. Der Kontakt zu den Mitarbeitern, auf den wir viel Wert legen, der fehlt aktuell. Das sagen auch die Kollegen. -lem-

www.gerke-gartenkultur.de