Sonderveröffentlichung

Geschenke-Suche läuft an

In den Läden wird’s voll

Mittwoch, 27.11.2019, 15:29 Uhr

Beliebte Geschenke fürs Fest: Gutscheine jeder Art. Der „Black Friday“ oder „Schwatte Fridach“ läuten das Weihnachtsgeschäft ein. Foto: dpa
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Spielzeug, Bücher, Schmuck, Parfüm und Gutscheine: Auch in diesem Jahr geben Kunden in Deutschland Milliarden für Weihnachtsgeschenke aus. Im November und Dezember gibt es den höchsten Umsatz des Jahres.

„Wir knacken erstmals die 100 Milliarden-Euro-Schwelle“, kündigt der Handelsverband Deutschland (HDE) an. Zwei Prozent Wachstum kommen demnach wohl zusammen, auch mit Hilfe von Online-Rabattschlachten. Ganz so stark wie in früheren Jahren steigen die Ausgaben für Geschenke aber nicht mehr.

Im Schnitt 472 Euro, knapp sieben Euro mehr als vergangenes Jahr, will jeder Kunde nach einer HDE-Umfrage für Festtagsgeschenke ausgeben. Andere Studien kommen teilweise auf deutlich geringere Summen. Die Umfrage des Verbands zeigt: Seit 2014 werden die Weihnachtsgeschenke nur noch geringfügig größer. Insbesondere wird berücksichtigt, dass die Preise gestiegen sind. (dpa)
   

Rotstift-Spektakel

Winterschlussverkauf in neu
   
Black Friday“, „Cyber Monday“, „Singles Day“: Eine wahre Flut von Schnäppchentagen schwappt auch nach Deutschland und läuft dem klassischen Schlussverkauf den Rang ab.

Der wichtigste Unterschied: Die Rabatte gibt es schon zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts und nicht erst in den letzten Tagen vor oder gar nach dem Fest. Allein der „Black Friday“ am kommenden Freitag, 29. November, und der „Cyber Monday“ drei Tage später – und somit am Montag, 2. Dezember – dürften nach Expertenmeinung für zusätzliche Umsätze in Milliardenhöhe sorgen.

„Aktionstage wie der ‚Black Friday‘ oder der ‚Cyber Monday‘ werden immer wichtiger für den Handel. Wir haben gesättigte Märkte in Deutschland. Da braucht man solche Anlässe, damit die Leute mehr kaufen“, ist der Marketingexperte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU überzeugt. Doch ist die frühe Schnäppchenjagd nicht unumstritten. „Schon zu Beginn des wichtigen Weihnachtsgeschäfts mit Preisnachlässen um sich zu werfen, macht eigentlich keinen Sinn. Die Rabatte sollten erst am Ende der Saison kommen“, urteilt Branchenkenner Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. Die Händler hätten allerdings kaum eine Wahl, glaubt Kai Hudetz vom Institut für Handelsforschung (IFH) in Köln: „Wer nicht mitmacht, muss befürchten, am Ende auf seinen Waren sitzenzubleiben.“
   

»Der Black Friday hat das Potenzial, der neue Winterschlussverkauf zu werden.«

Marc Appelhoff, Co-Chef des Online-Möbelhändlers Home24
   

Nach wie vor eher ein Randdasein führt in Deutschland der Singles Day, der bereits am 11. November begangen wurde. Er ist vor allem in China ein Mega-Ereignis. Doch gibt es erste Versuche, ihn auch in Deutschland einzuführen. Kai Hudetz ist überzeugt: „Wir werden in Zukunft eher mehr als weniger derartige Aktionstage sehen.“

Ob sich der Handel damit einen Gefallen tut, ist eine andere Frage. Der Marketing- Experte Fassnacht jedenfalls warnt vor Übertreibungen: „Solche Rabatttage sind ein zweischneidiges Schwert. Sie sorgen für mehr Verkäufe. Aber es wird dadurch auch immer schwieriger, Produkte noch zu normalen Preisen zu verkaufen. Rabatte sind eine starke Droge.“ Für den Co-Chef des Online-Möbelhändlers Home24, Marc Appelhoff, steht dagegen längst fest: „Der Black Friday hat das Potenzial, der neue Winterschlussverkauf zu werden.“ (dpa)
  
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