Sonderveröffentlichung

Von Handy bis E-Motor: Gibt es Elektrosmog im Auto?

Grenzwerte werden eingehalten

Eine Freisprecheinrichtung ist auf jeden Fall Pflicht, aber Telefonierer im Auto sollten auch über eine Außenantenne nachdenken.

23.11.2020

Im Alltag treten viele elektromagnetische Felder auf, etwa das Erdmagnetfeld, sagt Sarah Drießen vom Forschungszentrum für Elektromagnetische Umweltverträglichkeit am Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin (femu) in Aachen. „Diese schwachen Felder sind für Menschen ungefährlich. Es gibt aber künstlich erzeugte Felder, die in unmittelbarer Nähe für Menschen schädlich sein können.“

Durch technische Applikationen erzeugte Felder müssen Grenzwerte einhalten. Das gelte für eine Sitzheizung ebenso wie für den Generator im Auto. „Die wenigen Daten, die vorliegen, zeigen, dass die Grenzwerte meist eingehalten werden.“

Jürgen Schwarz von Mercedes unterscheidet bei elektromagnetischer Strahlung zwei Bereiche. „Einmal die Strahlung, die aus dem Fahrzeug entsteht.“ Die dürfe weder Menschen noch andere technische Geräte schädigen oder stören, weiß der Abteilungsleiter für Antennen und elektromagnetische Verträglichkeit. „Zum anderen darf keine andere Strahlung von außen das Fahrzeug oder innenliegende Dienste schädigen.“

„Es gibt im Auto nicht den einen Wert, sondern viele verschiedene, dazu unterschiedliche Messverfahren“, sagt Schwarz. Verschiedene Bauteile wie Chips, Steuergeräte oder Mobilfunkmodule mit Antennen produzieren verschiedene Frequenzen.

Um möglichst viel Strahlung aus dem Auto zu halten, sollten Autofahrer nicht mit ihrem Handy im Auto telefonieren, sondern eine Außenantenne benutzen. Bei manchen Herstellern wird als Option ein Telefonsteuergerät angeboten. „Handys regeln die Strahlungsleistung selbstständig. Je schlechter der Empfang ist, desto stärker strahlt es“, sagt Schwarz.

Dass Plug-in-Hybride oder E-Autos mehr magnetische Felder produzieren, stimmt übrigens nicht. Für alle Antriebsarten gelten die gleichen gesetzlichen Grenzwerte. Mit einem höheren Spannungsnetz steigt zwar die Spannung, das Magnetfeld wird aber kleiner – und dadurch auch die magnetische Abstrahlung. (dpa)