Sonderveröffentlichung

Duales Studium setzt große Leistungsbereitschaft voraus

Große Konkurrenz

Halb Student, halb Berufstätiger: Das duale Studium ermöglicht es Schulabgängern, den Besuch der Hochschule mit Praxisphasen im Betrieb zu kombinieren. Foto: dpa

14.09.2020

Die Konkurrenz um duale Studienplätze ist häufig groß. „Es sind die Besten der Besten, die dual studieren“, sagt Kim-Maureen Wiesner, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Ein sehr guter Abiturschnitt ist oft Voraussetzung, um in die Erstauswahl zu kommen, dann folgen oft die Assessment-Center der Betriebe. Das hat einen Grund. „Man muss motiviert und leistungsfähig sein“, erklärt Prof. Eckart Severing vom Forschungsinstitut betriebliche Bildung in Nürnberg. Der Zeit- und Lerndruck sei hoch.
     

Grundsätzlich gibt es zwei Modelle beim dualen Studium. Bei ausbildungsintegrierenden Studiengängen absolviert man parallel zum Studium eine Ausbildung. Am Ende gibt es zwei Abschlüsse, sowohl das Bachelor- als auch ein Ausbildungszeugnis. Praxisintegrierende Studiengänge schließen dagegen nur mit dem Bachelor ab. Hier wird der Stundenplan durch Praxisphasen ergänzt.

Der straffe Zeitplan ist einer der Vorteile des dualen Modells. Ausbildung und Studium sind hier in drei Jahren zu schaffen. Wer beides einzeln macht, braucht schnell doppelt so lange. Auch der frühe Bezug zum Betrieb sei ein Vorteil, für beide Seiten, betont Severing. Die Übernahmechancen sind so höher, und der Betrieb kann die Studenten direkt auf die eigenen Bedürfnisse hin ausbilden. „Das duale Studium ist ein bisschen verschulter als andere Studiengänge“, ergänzt Thomas Notter von der Arbeitsagentur Freiburg. Die «Klassen» seien kleiner, der Stundenplan klar strukturiert.

Wer nach dem dualen Studium noch einen Master machen will, guckt aber unter Umständen in die Röhre: Für manchen konsekutiven Masterstudiengang sind Voraussetzungen nötig, die ein duales Studium nicht erfüllt. Wer sich noch nicht sicher ist, ob er nicht doch in die Wissenschaft möchte, ist mit einem regulären Studium also unter Umständen besser aufgehoben. Diejenigen, die Wert auf einen hohen Praxisanteil legen und leistungsbereit sind, werden an einem dualen Studiengang jedoch Gefallen finden. Und immerhin gibt es für den praktischen Teil der Ausbildung auch noch Geld. (dpa)