Sonderveröffentlichung

Gute Chancen für die Generation Z

Junge Nachwuchskräfte haben feste Vorstellungen vom Arbeitsleben

Dienstag, 17.09.2019, 10:13 Uhr

Wer 1997 und in den Folgejahren geboren ist, hat derzeit gute Chancen für einen Einstieg ins Berufsleben. Foto: dpa
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Die Zeiten sind gut für junge Jobeinsteiger: Der Arbeitsmarkt ist nicht mehr so überflutet, Berufsanfänger finden leichter eine Stelle. „Die Generation Z hat den Riesenvorteil, dass sie eine hart umkämpfte Ware ist“, sagt Christian Scholz, emeritierter Professor für Wirtschaftswissenschaft an der Universität des Saarlandes.

Scholz forscht unter anderem zu den Vorstellungen der Generation Z zur Arbeitswelt. Dass sich die Bedürfnisse der neuen Berufseinsteiger geändert haben, sei ein generelles Phänomen: „Das fängt beim Malermeister um die Ecke an und geht bis hin zu IT-Unternehmen“, so Scholz über die ab Ende der 1990er Jahre Geborenen. Die Generation Z plant langfristig und hat dadurch klare Ideen, wie sie arbeiten möchte.

Dazu gehören laut Scholz geregelte Arbeitszeiten, keine Überstunden und ein eigener Arbeitsplatz, nicht im Großraumbüro.

Laut Martina Niemann, Personalleiterin bei Lufthansa und Präsidiumsmitglied beim Bundesverband der Personalmanager, suchen die jungen Einsteiger in erster Linie nach einer sinnerfüllten Arbeit, die einen Beitrag zu den Unternehmenszielen leistet.

Niemann hat die Erfahrung gemacht, dass Spielregeln wichtig sind: „Ich erlebe, dass die Neuen gerne wissen wollen, woran sie sind.“ Wenn ein Arbeitgeber eine 40-Stunden-Woche verspricht, dürfen dann am Ende keine 70 Stunden herauskommen. „Diese Wünsche waren früher auch da, aber die Konkurrenz war größer“, erklärt Niemann. Heute können Berufseinsteiger selbstbewusster auftreten, weil sie Mangelware sind.

Laut Scholz finden junge Berufseinsteiger ihre Bedürfnisse eher bei mittelständischen Unternehmen erfüllt als bei großen Konzernen. Sie hätten im Zweifel genau das, was die Generation sucht: Struktur, Sicherheit und Wohlfühlen.

„Ich habe mal ein Unternehmen gesehen, die haben mit der Idee geworben: Wir haben in den letzten 15 Jahren niemanden gekündigt“, erklärt Scholz.

Das sei wichtig für die Jobeinsteiger: Loyalität vom Arbeitgeber, dem sie sich dann auch loyal gegenüber verhalten. (dpa)

Mit Trainee und Volontariat in den Beruf

Die Ausbildung nach der Ausbildung hat einige Vorteile
In manchen Berufen gehören sie einfach dazu, in anderen Bereichen wiederum sind sie ein Pluspunkt im Lebenslauf bei der Bewerbung für den ersten Job: Trainee-Programme und Volontariate dienen dem Übergang zwischen Studium und Arbeitsleben.

Gerade für Absolventen, die noch nicht ganz genau wissen, in welchem Berufsfeld sie später arbeiten möchten, kann ein Ausbildungsprogramm ein wichtiger Zwischenschritt sein. „Bei fundierten Angeboten durchlaufen die Teilnehmer verschiedene Stationen. Sie können für sich herausfinden, in welchen Bereichen tatsächlich ihre Interessen und Stärken liegen“, erklärt Nils Hille, Geschäftsführer der Deutschen Akademie für Public Relations.

Es gibt Kennzeichen, an denen Interessierte ein seriöses Angebot erkennen. „Dazu zählen eine verbindliche Struktur und ein fester Ansprechpartner, der sich regelmäßig Zeit für den offenen Austausch mit dem Trainee sowie für Feedback nimmt“, so Hille. Ein weiteres Merkmal bei Trainee-Programmen: die Bezahlung. Die Vergütung und Dauer sollten in einem sinnvollen Verhältnis zu Lerninhalten und Entwicklungszielen stehen.

Die Gefahr besteht, als Trainee oder Volontär als billige Arbeitskraft ausgenutzt zu werden. Es gebe immer noch einige Arbeitgeber, die Trainees und Volontäre nicht als solche anerkennen wollen, räumt Hille ein. Für die überwiegende Mehrheit stehe aber eine gute Qualifizierung im Vordergrund, so seine Einschätzung. Dementsprechend werde auch in die Ausbildung investiert, sagt Stefan Rippler, Autor des Buchs „Trainee-Knigge“.

Trainees oder Volontäre bekommen zum Beispiel in den Genuss von Coachings, Seminaren, Mentoringprogrammen oder Auslandsaufenthalten.

Und wie gut stehen die Chancen, nach der Ausbildung in der Firma zu bleiben? Rippler sagt: «TraineeProgramme zielen in der Regel darauf ab, einen Mitarbeiter so breitgefächert wie möglich auszubilden, um sie oder ihn auf eine Führungsrolle vorzubereiten. Eine Übernahme im Unternehmen ist in der Regel von Anfang an Ziel des Programms.» (dpa)

Angemessene Bezahlung für Azubis

In vielen Branchen und Regionen bekommen Azubis eine Vergütung, die in Tarifverträgen festgelegt ist. Doch selbst wenn das nicht der Fall ist und für den Ausbildungsbetrieb kein Tarifvertrag Anwendung findet, muss sich die Bezahlung der Azubis daran orientieren.

Der Anspruch auf eine „angemessene Vergütung“ ist in Paragraf 17 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) festgeschrieben. Nach derzeitiger Rechtsprechung heißt das: Wer seine duale Ausbildung in einem nicht tarifgebundenen Betrieb macht, hat Anspruch auf mindestens 80 Prozent der branchenspezifischen tariflichen Vergütung.

Die Zahlung und Höhe der Ausbildungsvergütung sollte im Ausbildungsvertrag festgelegt sein. (dpa)

Lob oder Kritik immer dankbar annehmen

Wer im Job Feedback bekommt, sollte nicht beginnen, sich zu verteidigen. Diskussionen anzufangen oder Kollegen herauszufordern, wirke defensiv – und so als sei man nicht empfänglich für Kritik. Damit verringern Beschäftigte ihre Chancen, auch künftig Feedback von Kollegen oder Vorgesetzten zu bekommen.

Grundsätzlich sollte jeder, der ein Feedback bekommt, seinem Gegenüber seine volle Aufmerksamkeit schenken. (dpa)

Master in Haftpflicht

Neues Angebot
Wer sich beruflich auf Vermögensschaden-Haftpflichtversicherungen spezialisieren möchte, hat seit dem Sommersemester 2019 in Köln die Chance, das mit einem speziellen Master zu tun. Der berufsbegleitende Studiengang „Master of Liability, Risk and Insurance“ ist eine Kooperation der Rheinischen Fachhochschule (RFH) und der Deutschen Gesellschaft für Vermögensschadenhaftpflicht (DGVH). Studierende sollen hier fundierte Kenntnisse im Bereich des Versicherungs- und Haftungsrechts erwerben. (dpa)
   
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