Sonderveröffentlichung

Weihnachtsgrüße aus Telgte

Harmonische Feiertage

Durch Kompromisse kein Streit um die perfekte Gestaltung

Harmonische Festtage bedürfen oftmals einer guten Vorbereitung, um möglichen Streit gar nicht erst aufkommen zu lassen. Foto: djd/BSI/Getty
Harmonische Festtage bedürfen oftmals einer guten Vorbereitung, um möglichen Streit gar nicht erst aufkommen zu lassen. Foto: djd/BSI/Getty
Gehören Weihnachten eine Gans auf den Tisch und eine Tanne ins Wohnzimmer? Oder reichen Kartoffelsalat und eine Lichterkette? Unterschiedliche Vorstellungen von den Feiertagen führen in vielen Beziehungen zu Krach. Wer Ideen kombiniert und Kompromisse schließt, kommt trotzdem harmonisch durch die Zeit.

Die Feiertage sind bei vielen Paaren Höhepunkt der Streitkultur, sagt Paarberater und Buchautor Christian Thiel. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens haben die meisten Menschen sehr hohe Erwartungen an die Festtage. Und zweitens ist die Zeit der Weihnachts- und Silvestervorbereitungen voller Stress. Viele Menschen starten deshalb schon ausgelaugt in den Feiertagsmarathon. „Kommen dann unterschiedliche Vorstellungen und Wünsche an die Festtage zusammen, kann sich daran Streit entzünden.“

Paare sollten sich rechtzeitig über die Gestaltung verständigen und Kompromisse aushandeln, rät Thiel. Dabei ist es wichtig, alle Bedürfnisse gleichwertig zu behandeln und den Partner nicht zu den eigenen Ideen überreden zu wollen.

Die Vorstellung vom perfekten Fest sind sind oft mit Erinnerungen verbunden, sagt Diplom-Psychologin Monika Deininger. „Gerade von Weihnachten haben viele Menschen kindliche Illusionen.“ Streit gibt es dann zum Beispiel um die Frage, wie groß ein Fest gefeiert werden soll: Während der eine zu zweit bleiben möchte, ist es für den anderen selbstverständlich, die Familie miteinzubeziehen.

Dass verschiedene Vorstellungen zu Konflikten führen, ist allerdings kein reines Feiertags-Phänomen. Das kommt zwischen Partnern in allen Lebenslagen vor, sagt Paar- und Familienberaterin Dörte van Benthem Favre. Feiertage sind ein typischer Moment, an dem Unterschiede auftauchen.

Schon die Frage nach der Größe des Baums kann dann zum Streitpunkt werden. Van Benthem Favre rät, sich selbst zu fragen, warum bestimmte Vorstellungen so wichtig sind und die Antworten mit dem Partner zu teilen. Wenn der Partner negative Erinnerungen mit dem Weihnachtsfest der Kindheit verbindet, kann das ein Grund sein, warum er manche Symbole meidet. „Unterschiedliche Ansprüche an die Feiertage bieten einen Gesprächsanlass und Gelegenheit, mehr über den anderen herauszufinden. Im besten Fall lernt man sich besser kennen.“

Ob Weihnachtsschmuck, Menü-Wahl, die Größe des Festes oder die Silvester-Location - das Prinzip, Kompromisse auszuhandeln, bleibt stets dasselbe, sagt Deininger: Wer als oberstes Ziel hat, die Zeit gemeinsam zu verbringen, findet eine Lösung. Der Streit um das passende Reiseziel für die Feiertage ist das perfekte Beispiel: „Zieht es den einen in die Berge und den anderen ans Wasser, kann man trotzdem gemeinsam in den Urlaub fahren - zum Beispiel an den Bodensee.“ (dpa)

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