Sonderveröffentlichung

Intensivpflege-Einrichtungen helfen Schwerkranken, Ziele zu erreichen

Zurück ins Leben

Neben der intensiven Betreuung der Erkrankten unterstützt das Team vor Ort den Pflegebedürftigen auch dabei, wieder kleine Ziele zu erarbeiten und zu verwirklichen. Foto: Alexianer  

22.06.2020

Ein Stolpern beim Joggen, die Gabel, die aus der Hand fällt, das umgestoßene Glas – es fing alles harmlos an. Doch schon nach wenigen Wochen bemerkte Klaus L., dass vermeintliche Unachtsamkeiten immer häufiger vorkamen und auch anderen auffielen. Der Hausarzt verwies ihn an den Neurologen, der stellte die Diagnose ALS – amyotrophe Lateralsklerose. Eine Nervenkrankheit, die vor wenigen Jahren durch die „Ice-Bucket-Challenge“ bekannter wurde, und die unheilbar ist.

Universitätsklinikum Münster

Nach wenigen Monaten war der Verlauf soweit fortgeschritten, dass Klaus L. pflegebedürftig wurde. Seine Ehefrau übernahm die häusliche Pflege, bis sie irgendwann an ihre Grenzen stieß: 24 Stunden Versorgung des schwer erkrankten Partners, hohe medizinische Anforderungen, wenig Zeit, die für sie selbst blieb, sowie emotionale Belastungen durch andauernde Sorgen machten den Alltag für Sonja L. kaum noch erträglich.

Hilfe fand das Paar in einer sogenannten außerklinischen Intensivpflege-Einrichtung, wie sie derzeit im Haus Augustinus in Münster-Amelsbüren bei den Alexianern entsteht. Neben der intensiven Betreuung der Erkrankten unterstützt das Team vor Ort den Pflegebedürftigen auch dabei, wieder kleine Ziele zu erarbeiten und zu verwirklichen. „Die künstliche Beatmung durch Maschinen hindert natürlich dabei, mit den Enkeln zu spielen, einen Spaziergang zu machen, oder auch ein Stück weit in den Beruf zurückzukehren“, weiß Thomas Olschewski, der gemeinsam mit Ralf Krämer die Pflegedienstleitung des Hauses Augustinus bildet. Pflege- und Therapeutenprofis helfen den Erkrankten dabei, sich – sofern möglich – beispielsweise von der künstlichen Beatmung zu lösen und wieder selbstständig zu atmen. Ein Schritt, der großes Vertrauen und Selbstsicherheit voraussetzt. Beides wird in der Intensivpflege trainiert.

Patienten, die einen Schlaganfall hatten, einen schweren Unfall, neurologische Erkrankungen wie ALS oder Multiple Sklerose, oder deren Aufenthalt in einer Reha-Klinik nicht ausreichend war, können in außerklinischen Intensivpflegeeinrichtungen aufgenommen werden – sofern sie technische Hilfsmittel benötigen und eine Entwöhnung davon perspektivisch möglich ist. Der Aufenthalt ist dabei nicht zeitlich begrenzt, sondern hängt vom Status des Erkrankten ab.

Stadt Münster

„Insbesondere in ländlichen Strukturen reizen Angehörige ihre persönlichen Ressourcen oft so weit aus, dass sie selbst erkranken“, weiß Ralf Krämer. Frühzeitige Information in einer entsprechenden Einrichtung kann die eigenen Kräfte schonen und den Partner wieder zum Partner und nicht zum Dauer-Pflegenden werden lassen. Besuche sind unbeschwerter, kleine Etappenziele können wieder erreicht werden. Das Leben in einer entsprechenden Wohngemeinschaft gibt Sicherheit durch fachliche Betreuung rund um die Uhr, bietet Rückzugsmöglichkeiten in die eigenen vier Wände und technische Hilfsmittel nach Bedarf. Besucher sind jederzeit willkommen.

„Wichtig ist: Wir können die Grunderkrankung nicht heilen!“, betonen die Pflegedienstleiter einmütig, und: „Wir begleiten unsere Bewohner falls erforderlich auch auf ihrem letzten Weg. Wir können aber das Leben mit der Krankheit etwas erleichtern, indem wir wieder gewisse Mobilität für die Erkrankten ermöglichen und die Last teilen.“

Kontakt:

Alexianer Münster GmbH
Pflegedienstleitung Haus Augustinus
Thomas Olschewski/Ralf Krämer
Alexianerweg 9
48163 Münster
www.alexianer-muenster.de/hausaugustinus

Wissensvorsprung nutzen

Ausbildung für Studium anrechnen lassen

Wer bereits eine Ausbildung absolviert hat, kann oft mit kleinem Vorsprung in ein Studium starten. So profitieren Studienanfänger mit Ausbildung nicht nur von ihrer Berufserfahrung und ihrem Wissensvorsprung – sie können sich die Ausbildung oft auch anrechnen lassen, erklärt das Portal abi.de. Manchmal verkürzt sich sogar die Studienzeit. Die Voraussetzungen und Bedingungen dafür unterscheiden sich jedoch von Hochschule zu Hochschule sowie von Studiengang zu Studiengang, heißt es.

Wer sich informieren will, kann die Datenbank zur Anrechnung beruflicher Kompetenzen nutzen, die unter www.dabekom.de zu erreichen ist. Über eine Filterfunktion finden Interessierte etwa BWL-Studiengänge an Hochschulen in ihrem Bundesland, bei denen sie sich eine Ausbildung zur Bürokauffrau anrechnen lassen können. (dpa)
      

Franz Kaldewei GmbH & Co. KG

Update für Laborberufe

Ausbildungsordnung

Weil die Digitalisierung die Arbeitswelt stark verändert, müssen auch die Ausbildungen regelmäßig angepasst werden. Ab August 2020 gelten für drei Laborberufe modernisierte Ausbildungsordnungen, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) mitteilt.

Das betrifft angehende Biologie-, Chemie- und Lacklaboranten. Die Auszubildenden setzen sich künftig stärker mit der Arbeit in digitalen Laborumgebungen auseinander, etwa wenn es darum geht, Simulationen laufen zu lassen oder Daten zu erfassen und auszuwerten. Darüber hinaus bekommen Auszubildende die Arbeit mit Labormanagement- und Laborinformationssystemen vermittelt. (dpa)