Sonderveröffentlichung

Auch in Pandemiezeiten an die eigene Gesundheit denken

Bei Hautveränderung Arzt hinzuziehen

Stellt man Veränderungen an der Haut fest, sollte man auch in Corona-Zeiten einen Arzt hinzuziehen. Foto: Fachklinik Hornheide

20.04.2021

Auch in Pandemiezeiten an die eigene Gesundheit denken!

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Zahl der neu diagnostizierten malignen Melanome laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) drastisch gesunken: Im Jahr 2020 wurden im Vergleich zum Vorjahr etwa ein Fünftel weniger Patienten mit schwarzem Hautkrebs diagnostiziert. Dies liegt jedoch nicht etwa daran, dass die Zahl der Erkrankungen abgenommen hat. Leider ist der Grund für diesen Rückgang ein anderer. Aus Angst vor einer möglichen Covid 19-Ansteckung haben viele Patienten trotz auffälliger Muttermale die Hautarztpraxis nicht sofort aufgesucht oder ihre Krebsvorsorgetermine nicht wahrgenommen. Dies zeigt eine Studie anlässlich des Weltkrebstages.

Als Folge dieses besorgniserregenden Verhaltens seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist bei vielen Patienten im Hauttumorzentrum der Fachklinik Hornheide eine verschleppte Erstdiagnose zu beobachten. Im ersten Corona-Jahr 2020 wurde bei 45 Prozent aller Patienten, die sich mit einem Risikomelanom an der Haut in der Klinik vorgestellt hatten, bereits ein Mitbefall der regionären Lymphknoten festgestellt.

Im Vergleich zum Jahr 2019, als das Virus noch nicht ausgebrochen war, ist ein Anstieg der Patienten mit Lymphknotenmetastasen um 25 Prozent zu verzeichnen. Leider hat sich der Trend auch in diesem Jahr fortgesetzt wie unsere Analysen zeigen. Da die Prognose für Melanompatienten vom Stadium der Erkrankung abhängt, ist ein dauerhafter Behandlungserfolg bei Bildung von Lymphknotenmetastasen deutlich schlechter. Deshalb ist es umso wichtiger darauf hinzuweisen, dass dank guter Früherkennungsmaßnahmen in der Hautarztpraxis mehr als 90 Prozent aller Melanome ohne erkennbare Metastasierung diagnostiziert und – entscheidend für die Heilungschance – frühzeitig behandelt werden können.

Die Deutsche Krebsgesellschaft warnt deshalb: Das Risiko durch eine zu spät erkannte Krebserkrankung ist größer als das Risiko, sich beim Arztbesuch mit dem Corona-Virus anzustecken. Entsprechend legt Privat-Dozent Dr. Hans-Joachim Schulze, Chefarzt der Dermatologie und Leiter des Hauttumorzentrums der Fachklinik Hornheide, allen Patienten die „3F-Regel“ ans Herz. „Für den Fall, dass sich eine Hauterscheinung in Form, Farbe oder Fläche ändert, sollte eine umgehende Vorstellung bei einer Hautärztin oder einem Hautarzt erfolgen.“
  

Die Fachklinik Hornheide

Seit mehr als 85 Jahren stehen in der Fachklinik Hornheide die Behandlung von bösartigen Erkrankungen der Haut und von der Haut ausgehenden, invasiven Tumoren der Haut im Mittelpunkt. Mehr als 1000 neue Patienten mit einem Melanom der Haut und ein Vielfaches dieser Zahl an Patienten mit anderen Hauttumoren (insbesondere Basaliom, Plattenepithelkarzinom, Lymphom und seltene Tumore der Haut) werden jährlich in der Fachklinik Hornheide behandelt. Damit gehört die Fachklinik Hornheide zu den deutschland- und weltweit größten Kompetenzzentren in diesem Bereich.