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Berufswahl

Hürden und Chancen abwägen

Tipps zum Zweitstudium
Hürden und Chancen abwägen

Kieferchirurgen etwa müssen Zahnmedizin und Humanmedizin studieren. Foto: dpa

10.06.2019

Auf den Bachelor noch einen zweiten draufsatteln? Klingt einfach. Bei zulassungsfreien Studiengängen können sich Studierende, die bereits einen Bachelor oder Master haben, auch einfach einschreiben. 

Komplizierter wird es bei Fächern mit Zulassungsbeschränkung – wie Medizin, Pharmazie und Zahnmedizin: „Für Plätze in Studiengängen, die im bundesweiten Vergabeverfahren vergeben werden, stehen den Zweitstudienbewerbern drei Prozent der Plätze zur Verfügung“, erklärt Christian Tauch von der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Bei örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen bestimmen die Hochschulen diese Quote selbst. Sie liege meist ebenfalls bei etwa drei Prozent. 

Für die Vergabe gibt es bestimmte Regeln. Relevant sei neben der Abschlussnote des Erststudiums vor allem die persönliche Motivation, sagt Tauch. Dazu zählen unter anderem zwingende berufliche oder wissenschaftliche Gründe. Etwa, wenn eine ergänzende Qualifikation für eine Tätigkeit in der Forschung notwendig ist.  

Thomas Röser Foto: dpa
Thomas Röser 
Foto: dpa

Oder wenn ein Zweitstudium für einen Beruf zwingend erforderlich ist: Kieferchirurgen müssen etwa Zahnmedizin und Humanmedizin studieren, erklärt Tauch. Andere entscheiden sich für einen weiteren Abschluss, weil sie sich noch einmal umorientieren möchten oder ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt bislang schlecht sind.

Absolventen sollten sich Gedanken machen, welche Fächerkombinationen sinnvoll sind. Beliebt sei der Master of Business Administration: „Der bringt auch denen Führungsqualifikationen bei, die vorher nicht im Wirtschaftsbereich studiert haben“, erklärt Thomas Röser vom Deutschen Verband für Bildungs- und Berufsberatung. Viele Wirtschaftswissenschaftler qualifizieren sich durch ein Zweitstudium der Wirtschaftspsychologie im Human-Resources-Sektor.

Ein Zweitstudium ist nicht günstig: In einigen Bundesländern werden dafür Gebühren erhoben. In Sachsen-Anhalt sind das 500 Euro pro Semester, in Baden- Württemberg und Rheinland-Pfalz sogar 650 Euro.

Zudem haben Zweitstudierende oft höhere Ausgaben. „Sie haben vielleicht schon Familie oder sorgen privat fürs Alter vor“, sagt Bernhard Börsel vom Deutschen Studentenwerk. Bafög gebe es nur in besonderen Fällen– wenn das Studium zwingend für den angestrebten Beruf erforderlich ist, erklärt er.

Alle anderen müssen sich selbst finanzieren. Ein Kredit als alleinige Finanzierungsform – davon rät Börsel ab: „Die Verschuldung wird zu hoch.“ Alternativ bietet sich ein berufsbegleitendes Studium an – dann müsse man aber auf die Work-Life-Balance achten. (dpa)