Sonderveröffentlichung

Hygge ist die Basis für etwas Neues

Die Wohntrends 2020

Samstag, 14.03.2020, 06:49 Uhr

Es ist nicht mehr als Hygge: Der Trend zur hellen, freundlichen Einrichtung im skandinavischen Stil flaut langsam ab, lässt sich aber durch einzelne Deko-Elemente schnell neu interpretieren. Foto: dpa
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Dezente skandinavische Gemütlichkeit war für einige Jahre ein beliebter Einrichtungsstil. Aber das „Hyggelige“ verabschiedet sich langsam. Sich deshalb komplett neu einrichten, das muss man nicht. Der „Hygge“-Stil kann stattdessen die Basis für vier neue Trends bilden:

Eine Prise Glamour und Glitzer: Ein erster neuer Trend heißt Hollywood Regency. Der Stil ist, wie schon so oft zuletzt, ein Comeback eines alten Trends. Wobei dieser bislang vornehmlich in den USA zu Hause war. In den 1940er und 1950er Jahren entwickelten Inneneinrichter den Stil für Schauspieler und Produzenten Hollywoods, die ihren Reichtum stilvoll zur Schau stellen wollten. Kurz gesagt: Er schafft eine Prise Glamour im Alltag.

Auffällige Schwarz-Weiß-Muster treffen auf satte Farben und Spiegelflächen. Man richtet sich mit Lack, Chrom, glitzernden Details und Art-déco-Elementen ein. Doch keine Sorge: „In der Reinkultur werden das nur wenige Trendsetter leben“, betont die Ambiente-Messeleiterin Nicolette Naumann. „Aber Hollywood Regency lässt sich in den Hygge-Stil gut integrieren, indem man einzelne Statement-Pieces in die aktuelle Einrichtung holt.“

Zum Beispiel kann das ein glamouröserer, schicker Samt-Sessel sein, der die bestehende Sitzgruppe im Wohnzimmer ergänzt. „Damit kann man schnell die Stimmung und den Stil in einer Wohnung verändern, ohne sich komplett auf einen Spitzentrend festzulegen“, erklärt Naumann.

Hollywood Regency sei kein Hygge 2.0 – keine Weiterentwicklung oder Fortführung des Trends. „Das geht ganz klar zu weit davon weg“, betont Trendanalystin Naumann.

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Kräftige Erdtöne: Die Abkehr vom skandinavischen Naturstil mit viel hellem Holz, Weiß und Beige ist deutlich erkennbar: Nun kommt einfach mehr Farbe ins Spiel. Intensives Braun, oft sogar ein starkes Rotbraun oder ein Rost-Orange sind die Grundbasis dieses Trends. „Und man sieht Blautöne – nicht ein zartes Hellblau, sondern man sieht intensives Blau“, ergänzt Naumann. „Und intensives Grün, intensives Gelb.“

Der Rat der Trendexpertin: Wem die Elemente des Trends Hollywood Regency letztlich zu glamourös, gar kitschig sind, der kann allein nur mit der neuen Farbpalette sein Hygge zu Hause in einen neuen Einrichtungsstil überführen.

Stahl und dunkle Edelstein-Farben: Auch Elemente einer weiteren Trendwelt bieten sich für die Veränderung der hellen, hyggeligen Einrichtung zu Hause an. Sie bringen Industrielook und dunklere Farben hinein.

Was es dazu im Wohnraum braucht: poliertes oder geschwärztes Holz, Stahl, Bronze, matte Oberflächen. Dazu Leder, schwere Textilien wie Cord, Tweed, Bouclé und melierte Musterungen.

Nur Weiß und neutrale Töne: Dieser Wohntrend geht in eine ganz andere Richtung: Er beschränkt sich vollständig auf Weißtöne und andere neutrale Nuancen. Also Off-Whites (angegrautes Weiß), Beige, Greige – eine Mischung aus Grau und Beige – und maximal noch Pfirsichrosa. Da die weißen und neutralen Nuancen wenig Aufmerksamkeit beanspruchen, stehen bei den so gehaltenen Gegenständen die Form und das Material im Vordergrund.

Übrigens, diesen Einrichtungsstil propagieren gerade keine geringeren Trendsetter als Kim Kardashian und ihr Mann Kanye West: Sie präsentierten kürzlich in der US-Einrichtungszeitschrift „Architectural Digest“ ihre Villa – ein minimalistischer, man mag auch sagen, fast leer gefegter Tempel in Weiß und Grau. (dpa)

Ein dezenter Klecks Neon

Neuer Farbtrend
Textmarkergelb, Giftgrün, Grellrosa: Neonfarben sind zwar gut, um etwas hervorzuheben. Doch sie schmerzen auf Dauer in den Augen. Der neue Neon-Farbtrend für Wohndekorationen kommt deshalb in sehr kleinen Dosen. „Neonfarben sind ein Akzent, der Frische gibt“, erklärt Trendanalystin Gabriela Kaiser. „Das Schöne daran ist, man braucht sie eigentlich gar nicht für den Look. Aber man kann sie als Eyecatcher hinzufügen“, ergänzt sie. So ist etwa eine Schale von HoJung Kim außen dezent weiß-grau, während die Innenseite neonrosa strahlt. Oder Teile eines Korbs von der United Nations Refugee Agency sind in grellem Gelb oder strahlendem Orange gehalten.

Das Eigenheim als Lichtoase

Mehr Lebensqualität
Große Fensterflächen sorgen für mehr Lebensqualität. Foto: Weru Group UNILUX/Beginenhof B
Große Fensterflächen sorgen für mehr Lebensqualität. Foto: Weru Group UNILUX/Beginenhof B
Das dunkle Eigenheim mit viel Kunstlicht kann durch neue Fenster hell und freundlich werden: Was heute zählt, ist viel natürliches Licht. Bei der Verwirklichung dieses bei vielen Bauherren oder Wohnraumbesitzern vorhandenen Wunsches helfen sowohl im Neubau als auch in der Sanierung großformatige und gerne auch bodentiefe Verglasungen.

Die Rechnung ist an und für sich ganz einfach: Je mehr Fensterfläche ein Haus hat, umso höher ist die Lebensqualität durch Tageslicht und frische Luft. „Viel Tageslicht ist gut für das Wohlbefinden – nicht nur für den Menschen, sondern auch zum Beispiel für Haustiere“, bestätigt der Geschäftsführer des Verbandes Fenster + Fassade (VFF), Frank Lange. Positiv ist außerdem der geringere Strom- und Energieverbrauch und damit die CO2 Einsparung moderner Fenster: Wer große Fenster hat, kann das Kunstlicht länger auslassen. „Das gleiche gilt übrigens im Winter für die Heizungsanlage. Sonnenlicht bedeutet Wärmeeintrag durch die Verglasung und diese solaren Wärmeeinträge reduzieren in den kalten Monaten die notwendige Heizleistung und somit auch die Rechnung.“ (VFF/DS)
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