Sonderveröffentlichung

Geschenkideen aus der Region II

Immer der Nase nach

Was Eltern beim Spielzeugkauf beachten sollten

Akustikspielzeuge wurden im Labor der Stiftung Warentest auf gefährliche Substanzen und Materialien getestet. Foto: dpa

7.12.2019

Ein geliebtes Spielzeug muss viel aushalten: Es wird geknuddelt, in den Mund gesteckt und herumgeschmissen. Eltern sollten daher sichergehen, dass die Puppe oder das Plüschtier wirklich gesundheitlich unbedenklich sind.

Gerade sprechende Puppen und bimmelnde Figuren stehen bei Kindern zu Weihnachten hoch im Kurs – im Test fällt solches Spielzeug aber oft durch. Die Stiftung Warentest hat 23 Akustikspielzeuge untersucht: Sieben von ihnen schneiden schlecht ab, also fast jedes dritte. Allerdings nicht wegen technischer Mängel, sondern wegen bedenklicher Chemikalien im Plastik und Gummi.

Von den 240 getesteten Substanzen wurde am häufigsten Naphthalin nachgewiesen. Dieser Stoff steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen. Materialproben von vier Spielzeugen enthielten sogar kritische Mengen und wurden mit „mangelhaft“ bewertet. Drei weitere belastete Produkte bekamen die Note „ausreichend“.

Alleinige Testsiegerin mit der Note „sehr gut“ ist die Dreamtopia-Barbie „Magische Haarspiel-Prinzessin“ aus dem Regenbogen-Königreich. Wenn man ihr Haar bürstet oder auf einen Knopf drückt, spielt sie ein kurzes Lied mit Lichtspiel. Sie erhielt in allen Kategorien Bestnoten. Fünf weitere Spielzeuge schnitten mit „gut“ ab.

Was beim Kauf von Spielzeug zu beachten ist, erklärt Ralf Diekmann vom Tüv Rheinland:

Vertrauenswürdige Händler: Diekmann empfiehlt, nur bei Händlern zu kaufen, die man kennt oder die als sicher gelten. Auf einem Trödel oder im Internet bei unbekannten Händlern könne man kaum nachvollziehen, unter welchen Bedingungen das Produkt hergestellt wurde. Seriöse Quellen informieren darüber auf der Verpackung oder auf der Website.

Pflichtangaben beachten: Zu den Standardangaben auf der Verpackung gehört das CE-Kennzeichen, der Name des Herstellers oder Importeurs sowie Bedien- und Pflegehinweise – und alles in deutscher Sprache. Das CE-Kennzeichen gibt an, dass das Produkt EU-Richtlinien erfüllt. Das sei aber eine reine Selbstauskunft, so Diekmann, gefährliche Chemikalien könnten trotzdem noch vorhanden sein.

Prüfsiegel: Diekmann empfiehlt, auf Prüfzeichen wie das GS-Zeichen oder ToxProof-Siegel vom Tüv Rheinland zu achten. Sie dürfen nur von unabhängigen Prüfhäusern nach erfolgreichen Tests vergeben werden. Für elektronische Spielzeuge gibt es das VDE-Kennzeichen, das etwa bei ferngesteuerten Autos wichtig ist.

Datenschutz: Damit der smarte Teddy im Kinderzimmer nicht zum Spion wird, rät Diekmann auch hier, nur von seriösen Quellen zu kaufen. Eltern sollten sich im Klaren sein, dass Hersteller oft Nutzungsdaten speichern, um ihr Produkt weiterzuentwickeln.

Immer der Nase nach: Eltern sollten prüfen, ob das Plastik unangenehm riecht. Ist die Spieluhr zu laut? Blinkt das Spielzeug zu grell? Mütter und Väter sollen ruhig auf ihre Sinne vertrauen. „Geht mit Ruhe und kauft mit allen Sinnen ein“, rät Diekmann Eltern.

Stoffe wie Blei, Arsen, Quecksilber und Cadmium, die beispielsweise in Lacken und Polyester stecken, könne man nicht direkt riechen. Aber wenn etwas untypisch für das jeweilige Material riecht, sei das ein Hinweis auf schädliche Stoffe.

Information im Netz: Die App Scan4Chem vom Umweltbundesamt sammelt Antworten von Herstellern, die bereits auf Anfragen nach „besonders besorgniserregenden Stoffen“ Auskunft gegeben haben. Dafür muss man nur den Barcode des Spielzeugs scannen. (dpa)


Nachhaltig und nett verpackt

Beim Schenken an die Umwelt denken

Zu Weihnachten ein echter Hingucker: Auf die Verpackung wollen die Bundesbürger nicht verzichten. Foto: djd/www.planetpaket.de
Zu Weihnachten ein echter Hingucker: Auf die Verpackung wollen die Bundesbürger nicht verzichten. Foto: djd/www.planetpaket.de

Auch Weihnachtsmann und Christkind werden sich in diesem Jahr kritischen Fragen stellen müssen. Schließlich wird das Problem mit dem vieldiskutierten Verpackungsmüll an den Feiertagen besonders deutlich. Das Geschenkpapier wird aufgerissen – und landet dann unmittelbar im Altpapier. Würde jeder Bundesbürger zu Weihnachten im Durchschnitt 100 Gramm Geschenkpapier verwenden, kämen rund 8000 Tonnen zusammen, sie würden nebeneinander ausgebreitet eine Fläche von 7000 Fußballfeldern ergeben.

Auf das Verpacken der Geschenke wollen und sollen die Bundesbürger nicht verzichten, schließlich ist Weihnachten auch das Fest der Rituale. Statt konventionellem Geschenkpapier, das nur teilweise recycelt werden kann, gibt es heute allerdings Papier, das sich komplett wiederverwerten lässt und bereits nachhaltig produziert wurde.

Ein Münchner Anbieter etwa lässt sein Geschenkpapier in einer Druckerei in Österreich herstellen, die mit einem Verfahren arbeitet, bei dem keine Abfälle entstehen, sondern alle Stoffe für die Aufbereitung und Wiederverwertung optimiert wurden. Die Farben sind ungiftig, auf besonders umweltschädliche Gold- und Silberbeschichtungen wird verzichtet. Beim zertifizierten Cradle-to-Cradle-Konzept, das die Druckerei nutzt, entsteht kein Abfall. Wie in der Natur bleiben alle Substanzen in Kreisläufen erhalten. (djd)