Sonderveröffentlichung

Immer mehr und länger

Rummel um „Black Friday“

Mittwoch, 27.11.2019, 15:27 Uhr

Am „Black Friday“ liefern sich die Händler eine regelrechte Rabatt-Schlacht, um auf sich aufmerksam zu machen und neue Kunden zu gewinnen. Fotos: dpa
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Ein Schnäppchentag ist nicht genug: Immer mehr Online-Händler machen aus dem Rabatt-Festival „Black Friday“ – diesmal am Freitag, 29. November – eine ganze Sonderangebotswoche oder gar einen „Black Friday“-Monat. Hauptsache, die Kauflust der Kunden wird angestachelt. Kleiner Wermutstropfen dabei: Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Preissenkungen an den Rabatttagen oft gar nicht so spektakulär sind wie von den Konsumenten erhofft.

Einer der Vorreiter bei der immer längeren Schnäppchenjagd ist Amazon. Der US-Internetgigant lockt in diesem Jahr erstmals gleich mit einer ganzen „Black Friday“- Woche, die schon sieben Tage vor dem eigentlichen Schnäppchentag begonnen hat. Amazon ist nicht allein: Die Elektronikhandelskette Saturn lädt zum „Black Weekend“ ein und der Online-Möbel-Verkäufer „Home24“ wirbt seit Anfang November gar mit einem ganzen „Black Month“, also einem ganzen Preisnachlassmonat. „Rabattanlässe sind sehr wichtig für den Handel“, erklärt Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland (HDE). Durch solche Aktionen könnten die Händler auf sich aufmerksam machen und neue Kunden gewinnen. Tatsächlich zeigt der Reklame- Rummel Wirkung: Nach einer Umfrage der Unternehmensberatung PwC wollen mehr als zwei Drittel der deutschen Verbraucher (71 Prozent) in diesem Jahr den „Black Friday“ – in Westfalen oft als „Schwatter Fridach“ bezeichnet – oder den unmittelbar folgenden „Cyber Monday“ zum Shoppen nutzen. Andere Umfragen kommen auf etwas niedrigere, aber immer noch beeindruckende Teilnahmequoten. Der HDE rechnet an beiden Rabatttagen mit Umsätzen von zusammen rund 3,1 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr wäre das eine Steigerung um 22 Prozent. Ein Großteil der Schnäppchenjagd findet online statt, doch auch in den Einkaufsstraßen und Shopping-Centern wird es am Freitag, 29. November, viele Sonderangebote geben.
   

»Rabattanlässe sind sehr wichtig für den Handel.«

Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland (HDE)
     

Allerdings sind die Preisnachlässe am „Black Friday“ laut einer Studie des Preisvergleichsportals Idealo trotz aller vollmundigen Ankündigungen häufig eher bescheiden. Die Markenbeobachter hatten im vergangenen Jahr rund um den „Black Friday“ die Preisentwicklung bei mehr als 2500 Produkten beobachtet. Das Ergebnis: Drei Viertel der Waren waren am Schnäppchentag zwar günstiger als in den vier Wochen davor. Doch lag die durchschnittliche Preisersparnis in den 50 wichtigsten Kategorien lediglich bei sechs Prozent. Nur jedes siebte überprüfte Produkt verdiente mit einer Preisreduzierung um mindestens 20 Prozent wirklich den Namen Schnäppchen. Wer richtig günstig einkaufen wolle, müsse vor allem flexibel sein, raten die Marktbeobachter. Wer nicht auf ein bestimmtes Modell, eine gewünschte Ausstattung oder Farbe festgelegt sei, erhöhe seine Chancen deutlich. Die Verbraucherzentrale rät den Bundesbürgern, bei der Schnäppchenjagd auf jeden Fall einen kühlen Kopf zu bewahren. Preisvergleiche in Suchmaschinen könnten sich mehr lohnen als Sonderangebote am Aktionstag.

Geliebt oder ungeliebt: Verschwinden wird der „Black Friday“ wohl nicht mehr – im Gegenteil. In absehbarer Zeit könnte es noch mehr solcher „künstlichen“ Rabattanlässe geben. In den USA finden Verbraucher neben dem klassischen „Black Friday“ Ende November auch schon eine Frühlingsversion des Schnäppchen-Tages: den „Black Friday Spring“. (dpa)
  
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